Sonntagsblatt 5-6/2013 | Page 25

75 Jahre später schmiert man noch immer
Zwei hohe DWA-Funktionäre in Kanada ausgezeichnet
über 800 Böhmerwalddörfern nach 1945 gekennzeichnet sowie durch die Tatsache , dass tausende vertriebene Böhmerwäldler in Oberösterreich ihre neue Heimat fanden . Im Rahmen dieses Symposiums wurden die Gemeinsamkeiten und auch die Verwerfungen des 20 . Jahrhunderts des oberösterreichisch-südböhmischen Grenzraums aufgezeigt und es wurde versucht , Wege zu finden , um tradierte Ressentiments und bestehende Irritationen abbauen zu können , damit tatsächlich das Europa der Regionen und das Europa der Bürgerinnen und Bürger verwirklicht werden kann .
Die Teilnehmer des Symposiums wissen um die eigene Geschichte und das am eigenen Leib erlittene Leid der Vertreibung . Sie verkennen gerade deswegen auch die eigene Verantwortung nicht . Vergangenes muss heilen , damit Neues entstehen kann , denn die Herausforderungen der Zukunft werden nicht dadurch erleichtert , indem man die problematische Vergangenheit verschweigt . Es gilt das Belastende zu klären , gerecht zu sein und Gerechtigkeit einzufordern .
Der VLÖ fordert die politischen Verantwortungsträger der Länder , welche die diesjährige Landesausstellung „ Alte Spuren - Neue Wege ” gemeinsam ausrichten sowie die Regierungen der Republik Österreich und der Republik Tschechien auf , den gerechten und so notwendigen Dialog über die gemeinsame und trennende Geschichte der ersten Hälfte des 20 . Jahrhunderts aktiv zu betreiben .
1 . ) Die österreichischen Staatsbürger mit Vertreibungshintergrund haben das Recht , dass die Republik Österreich und das Land Oberösterreich die Betroffenheit aber auch die berechtigten Interessen hinsichtlich des Genozids an den Sudetendeutschen , des Heimatrechts und der Entschädigung aktiv unterstützen , vor allem , dass die menschenverachtenden und völkerrechtswidrigen Vertreibungsdekrete des Präsidenten Benes außer Kraft gesetzt werden . In diesem Sinne soll als Beispiel die Republik Serbien angeführt werden , die sich im Zusammenhang mit der jüngsten Rehabilitations- und Restitutionsgesetzgebung den eigenen dunklen Kapiteln der Geschichte konstruktiv nähert und eine Vörreiterrolle in einem zusammenwachsenden Europa - dem Europa der Menschenrechte - einnimmt .
Die Teilnehmer des Symposiums fordern von der österreichischen Bundesregierung und den politischen Repräsentanten des Landes Oberösterreich , sich für diese gerechten Belange der heimatvertriebenen Sudetendeutschen einzusetzen .
2 . ) Die Budgetperiode 2014 bis 2020 der EU stellt in zwei Programmen Millionen Euro für die kulturelle und sprachliche Vielfalt und transnationale Zusammenarbeit sowie für ein europäisches Geschichtsbewusstsein zur Verfügung .
So sollen mit Unterstützung der regionalen Regierungen diese EU-Programme genutzt werden , um im oberösterreichischensüdböhmischen Grenzraum eine Stätte zu schaffen , in der die Geschichte des ehemals deutsch besiedelten Böhmerwaldes für die Zukunft gesichert und völkerverbindend mit Schülern und jungen Menschen das geschichtlich Schwere und Trennende aufgearbeitet wird . Es soll für eine zukünftige Generation Geschichtsbewusstsein in kultureller und sprachlicher Vielfalt möglich werden und so das Europa der Regionen und der Vielfalt auch in den Herzen der Bürger Einzug halten .
Die Teilnehmer des Symposiums fordern daher die Umsetzung eines solchen Projekts auch als zukunftsträchtige Folgewirkung der Landesausstellung 2013 .
LAbg . aD Gerhard Zeihsel Stv . VLÖ-Bundesvorsitzender
Ing . Norbert Kapeller VLÖ-Generalsekretär
Deutsche Weltallianz - German World Alliance PRESSEMITTEILUNG - Wien , am 9 . November 2013

75 Jahre später schmiert man noch immer

Wassertheurer : „ Volksdeutsche Heimatvertriebene als Opfer ”
Überall in Österreich , Deutschland und Europa gedenkt man der Reichskristallnacht vor 75 Jahren . Damals wurden Millionen von jüdischen Geschäften geplündert , zerstört und die jüdischen Mitbürger in der Öffentlichkeit beleidigt , entrechtet und ihrer Würde als Menschen beraubt . Die Qualität der Aggression gegen die Juden lässt sich noch heute anhand historischer Aufnahmen an den vielen mit Hassparolen beschmierten Schaufenstern jüdischer Geschäfte zeigen . Was später dann folgte , war die konsequente , mit technischen Mitteln betriebene Vernichtung des europäischen Judentums .
75 Jahre nach der Reichspogromnacht werden leider noch immer öffentliche Einrichtungen von österreichischen Bevölkerungsgruppen beschmiert . Vor kurzem war es eine Gedenktafel der Sudetendeutschen in Linz . Unbekannte hatten mit roter Farbe die Tafel überschüttet . Über die Motive herrscht bei den Sudetendeutschen Übereinstimmung : Es waren politisch aufgehetzte Menschen , die einfach die Anwesenheit der Sudetendeutschen stört und die mit solchen Mittel versuchen , das Existenzrecht der Sudetendeutschen in Österreich in Frage zu stellen . „ Die Politik in Oberösterreich hat sich in aller Deutlichkeit öffentlich mit den Sudetendeutschen zu solidarisieren und diesen barbarischen Zerstörungsakt klar zu verurteilen ”, fordert Peter Wassertheurer , Präsident der Deutschen Weltallianz ( DWA ).
Die DWA jedenfalls distanziert sich mit Abscheu vor derartigen Aktionen , die eindeutig eine Beleidigung , Schmähung und Diskriminierung der sudetendeutschen Gemeinschaft in Österreich darstellen .
Deutsche Weltallianz - German World Alliance PRESSEMITTEILUNG - Wien , am 4 . November 2013

Zwei hohe DWA-Funktionäre in Kanada ausgezeichnet

Wassertheurer : „ Emst Friedei und Tony Bergmeier die herzlichsten Glückwünsche ”
Beim „ German Pioneers Day ” in Kanada wurden Emst Friedei und Tony Bergmeier für ihre Verdienste um das deutsche Erbe in Kanada ausgezeichnet . Wie die Präsidentin der „ Deutsch-kanadischen Erinnerungs-Gesellschaft ” ( German-Canadian Remembrance Society ) in ihrer Laudatio anführte , haben sich beide in den letzten Jahrzehnten darum bemüht , Personen deutscher Abstammung in Kanada eine wichtige Stimme in der kanadischen Öffentlichkeit zu geben . Sie haben dabei erfolgreich gegen Vorurteile und Stereotype , wie sie gegen das Deutschtum auch in Kanada nach 1945 vorherrschten , angekämpft . Emst Friedei und Tony Bergmeier haben damit als führende Persönlichkeiten in dem von ihnen beiden geleiteten „ German-Canadian Congress ” wertvolle Aufklärungsarbeit geleistet , deutsche Traditionen in Kanada gepflegt , mitgeholfen , die deutsche Identität zu bewahren , und selbst kanadische Regierungsstellen als Ansprechpartner gewinnen können .
Ernst Friedei und Tony Bergmeier sind außerdem seit der
( Fonsetzung auf Seite26 )
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