Stützung der Donauschwaben in ihrem Kampf gegen den zunehmenden Madj arisierungsdruck am Herzen . Die tonangebenden siebenbürgisch-sächsischen Politiker ( die sog . Schwarzen ) verfolgten eine Politik der Unterstützung der jeweiligen Regierungsfraktion im Tausch gegen eine Erleichterung des Madjarisierungsdruckes im sächsischen Siedlungsbereich und betrachteten eine Zusammenarbeit mit den Vertretern der anderen deutschen Minderheitspolitikern skeptisch .
Brandsch gründete gemeinsam mit Johann Röser den „ Deutschen Bauernbund in Ungarn ”. Weiter waren die Gründung des „ Budapester Deutschen Tagblatt ” und des „ Deutschen Bauernblatts ” sein Verdienst .
Im Oktober 1918 forderte Brandsch die freie kulturelle Entwicklung und den freien Sprachgebrauch für die deutsche Minderheit in Ungarn . Doch diese Forderungen blieben ohne Erfolg , da kurz darauf das Parlament durch die Revolution ausgeschaltet wurde . Die kontroverse Haltung Brandschs gegenüber dem christlich-konservativen Bleyer verhinderte eine zielführende Zusammenarbeit der beiden Fraktionen ( Deutschungarn und Sachsen ).
Am 10 . November 1918 wurde der „ Deutsche Volksrat für Ungarn ” gegründet . Rudolf Brandsch , Heinrich Kalmar und Ludwig Kremling wurden zu den Vorsitzenden bestimmt . Sie forderten das Selbstbestimmungsrecht , die Gleichberechtigung gegenüber den Madjaren , die kulturelle Autonomie auf allen Gebieten und die Einführung der deutschen Sprache in den Ämtern und im Unterricht . Brandsch sah sich zur Gründung eines eigenen Volksrates veranlasst , da Bleyer die Siebenbürger Sachsen , die Ungarländische Deutsche Volkspartei und die sogenannten „ Alldeutschen ” nicht in seinen schon vorher , am 1 . November 1918 gegründeten „ Deutschungarischen Volksrat ” aufnehmen wollte . Die Anzahl der Mitglieder des Brandschen Volksrates nahm kontinuierlich zu . Doch eine produktive Vorgehensweise der deutschen Bewegung wurde durch die Unruhen der Revolutionszeit und der Differenzen zwischen Bleyer und Brandsch behindert .
Am 1 . Jänner 1919 wurden die beiden Volksräte ( die in ihrer Zielsetzung sich ähnlich , doch bezüglich Durchführung unterschiedlich waren ) unter dem „ Zentralausschuss der Deutschen Ungarns ” zusammengeschlossen , trotzdem wurden noch separate Sitzungen abgehalten ( Brandsch war für eine radikale Lösung der Forderungen , Bleyer hingegen wollte diese nur im Einvernehmen mit dem Staatsvolk erreichen ). Nachdem am 29 . Jänner 1919 das „ Volksgesetz ” über die Autonomie für das ungarländische deutsche Volk ( unter Nationalitätenminister Oskar Jäszi ) beschlossenen wurde , schied Bleyer , der sich ( als Folge seines damals noch übereiferten Patriotismus und als entschiedener Gegner der „ antichristlichen ” Revolution ) gegen eine deutsche Selbstverwaltung aussprach , aus dem Volksrat aus .
Doch zu dieser Zeit war Siebenbürgen bereits von rumänischen Truppen besetzt gewesen und die Siebenbürger Sachsen hatten auch für einen Anschluss an Rumänien votiert . Selbst Brandsch war auch maßgeblich an der Angliederung Siebenbürgens an Rumänien beteiligt ( obwohl er am 23 . November 1918 im ungarischen Parlament noch für die Integrität Ungarns mit der Bitte , die Rechte des Deutschtums zu achten aufgetreten war ). Er war der festen Überzeugung , dass die Siebenbürger Sachsen in Rumänien eine bessere Stellung einnehmen würden als in Ungarn .
Nach dem Vertrag von Trianon war Brandsch zuerst Abgeordneter im rumänischen Parlament , nach Erreichen der dafür erforderlichen Dienstzeit wurde er Senator auf Lebenszeit . Brandsch war zwischen April 1931 und September 1932 Unterstaatssekretär für die Minderheiten im Regierungskabinett von Nicolae Iorga , danach hoher Beamter im Bukarester Innenministerium . In der Zwischenkriegszeit war Brandsch einer der bekanntesten europäischen Minderheitenpolitiker . Nach der Errichtung Großrumäniens führte er den Verband der Deutschen in Großrumänien . Von 1922 bis Frühjahr 1931 war er Vorsitzender des Verbandes der deutschen Volksgruppen in Europa . Brandsch hatte sich den rumäniendeutschen Nazigruppierungen jedoch widersetzt und in zahlreichen öffentlichen Stellungnahmen die lokale NS-Politik kritisiert . Trotzdem war Brandsch - ähnlich wie andere rumäniendeutsche demokratische Politiker , Intellektuelle und Kleriker - von der großdeutschen Politik Hitlers fasziniert und hoffte , Berlin werde die deutsche Minderheit in Rumänien unterstützen . Brandsch war nicht unumstritten ; seine Aussöhnungspolitik wurde oft als erfolglos angegriffen , da sich Rumänien strikt weigerte , die in den Karlsburger Beschlüssen und den Pariser Vorortverträgen zugesagten Minderheitenrechte einzuhalten und stattdessen eine Nationalisierungspolitik verfolgte . Außerdem wurde Brandsch die Vermischung privater und politischer Interessen vorgeworfen .
Nach der Machtübernahme durch die Kommunisten wurde Brandsch verhaftet und starb 1953 im Gefängnis Doftana . Noch in der Ceausescu-Zeit ( 1965-1989 ) wurde Brandsch rehabilitiert und als Gegner des Faschismus offiziell gewürdigt .
G . Krix .
• Deutsche Volksgruppen «
Aufruf an die Donauschwaben von Peter Kraenter ( Chicago-Tschestereg )
Wir kommen aus allen Ländern der Welt , bekannt als der Volksstamm „ Donauschwaben ”. Wir haben uns hier zusammengesellt , das Brauchtum zu pflegen , das wir noch haben . Wir wurden nach des Krieges Wüten , weit über alle Welt zerstreut . Wir streben immer nach dem Guten , und haben wieder die Freiheit heut ’. Erinnert ihr euch noch an die Lager , aus welchen viele nicht mehr kamen ? Wo sie verhungert , dürr und mager , in Massengräber verscharrt zusammen . Doch wir , die jetzt noch weiterleben , wir haben eine sehr große Pflicht ; als Zeugen , der Welt es weiterzugeben ; vergesst doch die schrecklichen Zeiten nicht ! Wir wollen der ganzen Welt heut ’ zeigen , wie schön unser Brauchtum , und unsere Sitte . Die Jugend , die dreht sich wohl immer im Reigen , mit Gesang , und Tanz in unserer Mitte . Vergesst auch nie eure Muttersprache , egal in welchem Land ihr auch wäret ! Helft doch der Jungend zur deutschen Sprache ! Bei den Eltern zu Hause sei sie gelehret ! D ' rum feiert auch weiterhin all ’ eure Feste ; überliefert , und erhalten noch von unseren Ahnen . Betet zum Herrgott , denn er ist der Beste ! Ihr Donauschwaben der Welt , lass ’ t euch d ’ ran ermahnen !
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