Sohn der Sonne ”, 1931 ; „ Pro libertate ”, 1936 ; „ Erinnerungen I . und II .”, 1933 und 1939 .
Im Jahre 1925 feierte die ungarische Nation Herczegs ^jähriges Schriftstellerjubiläum : die Budapester Universität verlieh ihm die Würde eines Ehrendoktors , Debreczin und Nagycenk wählten ihn zum Ehrenbürger , die Stadt Szegedin verlieh ihm die goldene Feder , sein Verleger ( Singer und Wolfner ) gab in 30 Bänden seine Werke heraus ; dazu kamen 1929 weitere zehn Bände . Und als im Jahre 1927 die Ungarische Revisionsliga gegründet wurde , wählte sie Herczeg zu ihrem Vorsitzenden . Seine zahlreichen Artikel , welche die Revision der Bestimmungen des Trianoner Friedensvertrages forderten , meist in dem Blatt „ Pesti Hírlap ” erschienen , kamen 1937 in einem Band gesammelt mit dem Titel „ Vor Sonnenaufgang ” heraus . 1927 ernannte der Reichsverweser Horthy den angesehenen Schriftsteller zum Mitglied des Oberhauses , drei Jahre später zeichnete er ihn mit der ungarischen Corvin-Kette , 1933 mit dem Verdienstorden 1 . Klasse aus . 1936 wurde er königlich-ungarischer Geheimrat , die Hauptstadt Budapest wählte ihn 1933 zum Ehrenbürger .
Seine bedeutendsten Dramen , wie etwa „ Die Gyurkowitsch- Töchter ”, „ Byzanz ”, „ Tilla ”, „ Der blaue Fuchs ” usw ., wurden in fast allen Ländern der Welt aufgeführt ; seine Werke erschienen in dänischer , deutscher , französischer , italienischer , finnischer , schwedischer , serbischer , und tschechischer Sprache , und zahlreiche Schriften würdigten seine Verdienste auf dem Gebiete der ungarischen Literatur .
An seinem 80 . Geburtstage wurde er den größten Ehrungen teilhaftig . Der Reichsverweser Horthy richtete ein in warmem Ton gehaltenes Handschreiben an den greisen Schriftsteller und beschenkte ihn mit einem eigenhändig unterschriebenen Lichtbild in silbernen Rahmen . Er würdigte das vornehme Niveau seiner Werke , die Ewigkeitswert besitzen , und die Art , wie er die Schönheit der ungarischen Sprache zum Ausdruck brachte : „ Sie haben mit Ihrem Lebenswerk der Nation große und wertvolle Dienste geleistet und dem madjarischen Genius auch jenseits der Grenzen auf der ganzen Welt Achtung verschafft .” Ministerpräsident Miklós Kállay richtete an Dr . Franz Herczeg eine Begrüßungsdepesche , in der es unter anderem heißt : „ Der Sohn des Banates brachte der ungarischen Nation und Literatur in Form von zahlreichen Werken große Schätze , die stolz die Kraft des madjarischen Genius verkünden . ” Der Vizepräsident des Abgeordnetenhauses Tibor Törs würdigte in einer Rundfunkansprache den großen Schriftsteller . Franz Herczeg habe mit seiner Begabung auch neutrale und internationale Themen meistern können , doch habe er die schwerere Aufgabe , und zwar die madjarische Aufgabe , gewählt , weil in ihm das Bewusstsein der heiligen Verpflichtung eines madjarischen Schriftstellers lebte . Wörtlich erklärte Tibor Törs : „ Die Arbeit Franz Herczegs ist ein Beweis dafür , dass in diesem Lande eine wunderbare Kraft herrscht , die alles madjarisch umformt . Man feiert aber in Ungarn auch in Franz Herczeg die Kraft des Sankt-Stefans-Gedankens , weil in diesem Lande auch jene zu Madjaren werden können , deren Ahnen eine andere Muttersprache besaßen .” Die Muttersprache von Herczeg Ferenc war also zweifelsohne die deutsche Sprache , da ja die Eltern kein Ungarisch konnten . In seiner Biographie wird jedoch nur die Nationalität hervorgehoben . Da steht : nemzetisége magyar = Nationalität Madjare .
Franz Herczeg überlebte seine eigene Zeit und sah den Untergang jener Gesellschaftsschichte , der madjarischen Gentry , die ihn zu ihrem größten Schriftsteller erhoben hatte . Völlig verarmt , verfolgt , und verhöhnt starb er am 25 . Feber 1954 in Budapest . Die neuen Herren und auch seine ehemaligen Schriftstellerkollegen sahen in ihm den höchsten Vertreter der „ Christine ” - so nannten sie die Zeit zwischen den beiden Kriegen , - welche die großen Probleme des Madjarentums , namentlich der ärmsten
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Volksschichten , nicht erkannt habe , sondern bestrebt gewesen sei , die „ Aufmerksamkeit des Volkes auf unwesentliche Dinge abzulenken ”.
Wie dem auch sei : // erzog-IIerezeg war zweifelsohne der größte ungarische Schriftsteller seiner Zeit .
* Generel Hentzi war Schweitzer adliger Abstammung , geboren in Debrecen , stand im Dienste des Kaisers und ist am 21 . Mai 1849 bei der Verteidigung der Ofner Burg gegen die aufständischen madjarischen Truppen Görgeis gefallen . Vorher hat er die Stadt Pest - auch die Kettenbrücke - mit seinen Geschützen bombardiert . Nach der Niederschlagung des madjarischen Freiheitskampfes hat Österreich ihm in der Ofner ( Budaer ) Burg ein Denkmal errichtet , das ab 1885 laufend Angriffspunkt madjarischer Nationalisten war , bis es dann 1999 in eine Kaserne in Ofen überführt und darunter auch die Gebeine Hentzis und seiner Frau begraben wurden . Am 31 . Oktober 1918 , beim Ausbruch der Revolution am Ende des 1 . Weltkrieges wurde das Denkmal vom Pöbel endgültig zerstört und abgetragen .
Aus : „ Die verlorenen Söhne ” von Johann Weidlein - ergänzt von G . Krix
UNSER ORBÁN SAGTE :
„ Auch das Madjarentum im Oberland ( gemeint : Slowakei - die Red .) kann - so glaube ich - nur dann madjarisch bleiben , wenn es fähig ist , seine Sprache und Identität bewahrend in der Heimat zu leben .”
Der ungarische Ministerpräsident , Viktor Orbán , hielt unlängst eine Ansprache anlässlich der Einweihung der renovierten reformatischen Kirche in Rimaszombat ( Slowakei , - Rimavskä Sobota , Gross-Steffelsdorf ) und betonte darin , dass „ Kirche und Schulen waren während der türkischen Besatzung ebenso wie heute wichtigste Schauplätze des Kampfes um Erhaltung des Madjarentums im Karpatenbecken . ” Recht hat er ! Wir Ungarndeutsche formulieren so ähnlich : Glauben und Schulen waren seit unserer Ansiedlung im Karpatenbecken die wichtigste Grundlage unseres volklichen Daseins . Sie wären es auch heute noch - doch leider steht die Kirche nicht neben uns und auch die Schule steht uns nicht zur Seite int Kampf um unser volkliches Überleben . Merkwürdige Ähnlichkeit !
Diplomatisch
Gar oft liest oder hört man in den Medien Berichte , Nachrichten , Neuigkeiten die einem garnicht so neu sind , weil man ja selber die „ Sache ” miterlebt hat oder diese eben auch noch selber mitgestaltet . Ich denke dabei jetzt an die Geschichte und das Leben der Nationalitäten in Ungarn , genauer gesagt : an uns Ungarndeutsche . Da stellt man beim Lesen und Hören solcher Berichte , Nachrichten und Neuigkeiten fest , dass diese überhaupt nicht stimmen , weil man das dargestellte Geschehen selber ganz anders kennt , es selber anders miterlebt hat oder eben auch heute selber Mitgestalter des Geschehens ist .
Wenn man dann solchen Falschheiten gegenüber sich „ höflich ” ausdrücken will , sagt man : das ist wieder mal diplomatisch !
So ist es also garnicht merkwürdig , wenn z . B . Diplomaten sich diplomatisch äußern . Es ist nicht auffallend , wenn Diplomaten unserer Mutterländer Lobhymnen über Ungarns Nationalitätenpolitik singen , wonach z . B . das Ungarndeutschtum heute eine Renaissance erlebt , zu neuem Leben erwacht ist und die Entwicklung vom ungarischen Staat kräftig unterstützt wird . Und
Sonntagsblatt