Sonntagsblatt 5-6/2013 | Page 14

Land Oberösterreich zeichnet VLÖ-Bundesvorsitzenden
Rudolf Reimann aus
Landtagswahlen in Südtirol im Oktober 2013
dánt Elmar Thaler . Bereits im Vorfeld bekräftigte dieser , dass Italien in naher Zukunft ein Nachbarland Südtirols sein wird . Er prangerte dabei das Zaudern vieler Verantwortungsträger in Sachen Mehr Freiheit und Unabhängigkeit an . „ Angst haben wir alle . Der Unterschied liegt in der Frage wovor ”, so Thaler , der damit unterstrich , dass im Lande viele Menschen sich in dieser unsicheren Situation endlich Taten für die Loslösung Südtirols von Italien wünschten . In seinen Worten zeigte er viele Lösungsansätze auf und unterstrich dabei die starke Bindung zum Vaterland Österreich und zu den restlichen Tiroler Landesteilen : „ Woher würden wir die Forderung nach Selbstbestimmung nehmen , wenn wir nicht Teil eines abgetrennten Volkes , nämlich des Tiroler Volkes sind . Darauf und auf nichts anderes stützt sich unser moralischer Anspruch auf die Selbstbestimmung .”
Seine vielbeachtete Rede beendete Landeskommandant Thaler mit den Worten : „ Deshalb werden wir alles daran setzten , dass auch in unserem Land Schluss mit italienischen Verhältnissen ist . Von unseren Politikern erwarte ich mir , dass sie nach dem heutigen Tag sich ausnahmslos nicht mehr auf die Geleise stellen und versuchen , sich dem Zug entgegenzustemmen . Wagen wir gemeinsam den mutigen Schritt mit einem kraftvollen Sprung . Heute , morgen und an jedem Tag , bis auf das wir endlich die Freiheit erlangen .”
Verschiedene Südtiroler Verbände und Landtagsparteien haben die Möglichkeit genutzt , ihre Zukunftsvisionen für das südliche Tirol darzulegen . Ein unterhaltsames Rahmenprogramm mit verschiedenen Brauchtumsgruppen und Künstlern wurde geboten . Stimmige , musikalische Unterhaltung lieferte die Gruppe Folkrock . Auch Vertreter der nach Freiheit strebenden Völker aus Katalonien , Schottland , Baskenland , Flandern , Venetien , Triest , Tibet und Bayern waren gekommen und stellten ihre Bräuche und Kultur vor . Sie schilderten den Südtirolern ihre Situation . Sie kamen aber auch , um mit tausenden Tirolern aus Welsch- , Nord- , Ost- und Süd-Tirol gemeinsam zu feiern . Die Vertreter des Veneto - darunter eine Abordnung in historischen Uniformen - erklärten sich mit den Südtirolern solidarisch .
Südtirol ist eine der wirtschaftlich stärksten Regionen Italiens , verliert aber immer mehr den Anschluss an deutsche und österreichische Bundesländer und hinkt ihnen immer mehr hinterher . „ Wir haben unsere eigene Sprache und unsere eigene Kultur . Wir sind keine Italiener , und das soll auch so bleiben ”, sagte ein freundlicher Teilnehmer und fügt dann - sofort und ungefragt - an : „ Wir sind gegen unseren Willen bei diesem Staat .” Seit Jahren fordern nun die Südtiroler in verschiedenen Kundgebungen selbstbewusst den italienischen Staat heraus . Die Forderungen nach einer Regierung , einem Parlament , einer Gerichtsbarkeit und einer Polizei , mit der sich die Südtiroler identifizieren können , werden immer lauter .
Der Unabhängigkeitstag war ein großer Erfolg . Die Südtiroler sind keine gewaltbereiten Separatisten . Tirol ist durch Krieg und gegen den Willen des Volkes geteilt worden . Nun wollen die Tiroler dieses Unrecht mit friedlichen und demokratischen Mitteln wieder gut machen . Und sie wissen , dass dabei eines entscheidend sein wird : Der Zusammenhalt und der Wille , etwas zu verändern . in den Städten , sonst wäre das Debakel noch schlimmer ausgefallen .
Eigentlich ist der Gründungsauftrag der SVP aus dem Jahre 1945 , dass sie eine Sammelpartei der Deutschen und Ladiner sein will und die Selbstbestimmung durchsetzen will . Davon ist derzeit nichts mehr zu erkennen . Dies bewog die Wähler dazu , dass sie ihre Stimme den „ radikaleren ” Parteien zukommen ließen . Die aus der SVP „ entsprungenen ” deutschen Oppositionsparteien - Freiheitliche ( 6 Mandate (+ 1 ), Freiheit Südtirol ( 3 Mandate ( + 1 ) und die Bürgerliste ( 1 Mandat ) - haben zusammen ungefähr 27 % der Stimmen bekommen . Rechnet man aber hoch , dass diese drei deutschen Parteien kaum oder gar keine Unterstützung aus der italienischen Volksgruppe bekommen haben , so ist der Erfolg noch höher einzuschätzen . Da in Südtirol ungefähr 30 % Italiener sind , wäre der Prozentsatz , auf die Deutschen und Ladiner bezogen , etwa 33 bis 35 %. Deshalb darf man ruhig sagen : Ein großartiges Ergebnis !
„ Die Menschen in Südtirol haben die unter Luis Durnwalder aufgebauten Machtstrukturen und Skandale der Südtiroler Völkspartei offenbar nicht vergessen . Es stellt sich nun die Frage , ob das Vertrauen in den Spitzenkandidaten Arno Kompatscher so groß ist , als dass man dies vom Wahlergebnis ableiten kann , um ihn auch zum Landeshauptmann im Landtag zu wählen ”, so der freiheitliche Südtirol-Sprecher NAbg . Werner Neubauer . Die Aussagen Kompatschers während des Wahlkampfes lassen vermuten , dass sich an der grundsätzlichen Politik der SVP nichts ändern wird . Was man zum jetzigen Zeitpunkt aber gewiss sagen kann , ist , dass diese Wahlen ein ausgezeichneter Erfolg für die deutschsprachigen Oppositionsparteien sind , die mit ihrem propagierten Ziel „ Los von Rom ” auf unterschiedlichste Art und Weise erhebliche Stimmenzuwächse zu verzeichnen haben , -ri-
Pressedienst des Verbands der Volksdeutschen Landsmannschaften Österreichs ( VLÖ )
Land Oberösterreich zeichnet VLÖ-Bundesvorsitzenden
Rudolf Reimann aus
Eine ganz besondere Ehre wurde dem langjährigen Bundesvorsitzenden des Verbands der Volksdeutschen Landsmannschaften Österreichs ( VLÖ ) und der Donauschwäbischen Arbeitsgemeinschaft in Österreich ( DAG ) am Dienstag , den 12 . 11 . 2013 , zuteil . Der oberösterreichische Landeshauptmann Dr . Josef Pühringer
Landtagswahlen in Südtirol im Oktober 2013
Anbei einige Zahlen zum Ausgang der Südtiroler Wahlen . Die absolute Mehrheit , auch mandatsmäßig , für die SVP ( Südtiroler Völkspartei ) ist gebrochen . Sie erhielt auch italienische Stimmen
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LH Dr . Josef Pühringer überreicht Dl Rudolf Reimann die Kulturmedaille des Landes Oberösterreich ; Foto : Land OÖ / Kraml
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