gen altösterreichischen Minderheiten ihre historische Verantwortung wahrnehmen , wie beispielsweise durch Maßnahmen , die dem nachhaltigen Fortbestand der Völkskultur dienen , insbesondere in der Jugendarbeit , durch digitale Archivierung der Geschichte des Siedlungsgebietes , durch Förderung deutschsprachiger Kindergärten und des deutschsprachigen Schulwesens bis hin zur Erwachsenenbildung , durch Förderung der deutschsprachigen Medien , durch Errichtung und Erhalt von Gedenkstätten und Mahnmälern oder durch Initiativen wissenschaftlicher Projekte zur geschichtlichen Aufarbeitung der gemeinsamen Vergangenheit . 3 . Der VLÖ wird die berechtigten Anliegen der deutschsprachigen Altösterreicher in positiver Bereitschaft gegenüber der Republik Österreich im Namen der oben angeführten Minderheiten wahrnehmen .
Zur Lage in Siidtirol
Um die gegenwärtige Lage in dem heute zu Italien gehörenden Südtirol richtig verstehen zu können , müssen einige Fakten vorangestellt werden .
Südtirol ( italienisch Alto Adige oder Sudtirolo , ladinisch Südtirol ) ist die nördlichste Provinz Italiens und bildet zusammen mit der Provinz Trient die autonome Region Trentino-Südtirol . Die Landeshauptstadt Südtirols ist Bozen .
Von dem Tag des Waffenstillstands nach dem Ersten Weltkrieg an , ab 3 . November 1918 , wurde das österreichische Südtirol von italienischen Truppen besetzt und im Herbst 1919 im Vertrag von Saint-Germain dem Königreich Italien definitiv zugesprochen . Die Machtergreifung der Faschisten in Italien 1922 führte zu massiven Repressionen gegen die Tiroler beziehungsweise deren Kulturgut , unter anderem wurde die deutsche Sprache in der Schule und in allen öffentlichen Einrichtungen verboten . Daraufhin wurde die deutsche Sprache in geheimen sogenannten Katakombenschulen weiter unterrichtet . Nach dem Abkommen zwischen Mussolini und Hitler 1939 wählte eine große Mehrheit der deutschsprachigen Südtiroler die „ Option ” für das Deutsche Reich und Zehntausende verließen bis 1943 das Land als Umsiedler ( ein Großteil ist nach dem Krieg wieder in die Heimat zurückgekehrt ).
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in Paris ein Autonomiestatus für Südtirol und die deutschsprachigen Gemeinden des angrenzenden Trentino ausgehandelt ( Gruber-De-Gasperi-Abkommen ). Viele Bestimmungen des Vertrages blieben zum Großteil unerfüllt . Die italienische Einwanderungspolitik führte zu einer starken Zuwanderung aus den ärmeren Regionen Ober- und Süditaliens , wogegen sich Widerstände in der einheimischen Bevölkerung aufbauten . Diese bestärkten schließlich ( ab 1956 ) deutschnational gesinnte Südtiroler ( Befreiungsausschuss Südtirol BAS ) in ihrem Vorhaben , durch Bombenattentate eine Loslösung Südtirols von Italien zu erzwingen .
Bereits vor den Ereignissen der Feuernacht wurde die Südtirolfrage im Jahr 1960 mit der Bekanntgabe des Streitfalls zwischen Österreich und Italien durch den damaligen österreichischen Außenminister Bruno Kreisky vor der UNO-Generalversammlung „ internationalisiert ”, d . h . zum Gegenstand der Aufmerksamkeit über Österreich und Italien hinaus gemacht . Nach weiteren Nachverhandlungen wurde 1969 schließlich der so genannte „ Operationskalender ” zur Verwirklichung des „ Südtirol-Pakets ” von der Südtiroler Völkspartei und dem österreichischen Nationalrat gutgeheißen und 1971 vom italienischen Parlament verabschiedet . Seitdem besitzt Südtirol eine weitgehende Autonomie
12
( teils auch in Budgetangelegenheiten ) und konnte sich zu einer wohlhabenden Region in Europa und einer der wohlhabendsten Italiens entwickeln . Der europäische Integrationsprozess mit dem Schengener Abkommen , die Einführung der Gemeinschaftswährung Euro und die Bildung der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino ermöglicht es seit den neunziger Jahren , verstärkt an die lange historische Zusammengehörigkeit von ( Nord- ) Tirol , Südtirol und Trentino anzuknüpfen .
Im Verlauf der Eurokrise wurde 2009 zwischen der italienischen Staatsregierung und den Landesregierungen Südtirols und des Trentino vereinbart , dass die Provinzen Bozen und Trient jährlich einen Betrag von je 500 Millionen Euro aus ihrem Budget zur Sanierung des italienischen Staatshaushaltes abtreten . Mit anderen Worten : Das „ reiche ” Südtirol hält die armen Regionen Italiens am Leben .
Seit Ende des Zweiten Weltkriegs und der Konstituierung Südtirols als autonome Provinz innerhalb der Republik Italien bestimmt die autonomistische Südtiroler Volkspartei ( SVP ) das politische Geschehen vor Ort maßgeblich . Sie präsentiert sich als „ ethnische Sammelpartei ” aller deutsch- und ladinischsprachigen Südtiroler und konnte als solche von 1948 bis 2008 ununterbrochen die absolute Mehrheit der Mandate im Südtiroler Landtag erreichen . Bei den Landtagswahlen 2013 verfehlte sie erstmals die dafür notwendige Stimmenanzahl , blieb aber stärkste Landtagsfraktion . Neben der Südtiroler Völkspartei existieren seit den 1960er Jahren auch kleinere regionale Oppositionsparteien , neuerdings auch kräftige „ deutsche ” Parteien . Die Parteien BürgerUnion , Süd-Tiroler Freiheit und Die Freiheitlichen üben seit den 1980er Jahren grundsätzliche Kritik an der Autonomen Provinz Bozen als Institution . Sie fordern eine Loslösung Südtirols von Italien und propagieren eine Angliederung an Österreich bzw . die Gründung eines eigenen Freistaats .
Nachstehende Beiträge entnehmen wir dem Magazin „ Der Tiroler ” ( Ausgabe 62 / 2013 ). Wir möchten damit den Lebenswillen und die Kampfbereitschaft einer deutschen Volksgruppe demonstrieren , die nun schon bereits ein Jahrhundert hindurch für ihr Bestehen hart ringen muss und die ( also Südtirol !) uns Ungamdeutschen doch stets als leuchtendes Beispiel vor Augen schwebt .
Liebe Tiroler Landsleute , liebe Freunde Südtirols ! Wir befinden uns in einer Zeit des Umbruchs . Der Südtiroler Landeshauptmann Dr . Luis Durnwalder steht vor dem Ende nicht nur einer Amtszeit , sondern einer ganzen Ära , die er mit seinem Herrschaftsstil geprägt hat . ( Bem . d . Red .: Durnwalder ist inzwischen abgetreten , zu seinem Nachfolger als Landeshauptmann wurde Arno Kompatscher gewählt .)
Wenn man das Ergebnis seiner Politik betrachtet , so stehen er und das Land Südtirol vor einem Scherbenhaufen .
Von dem Netz der Freundenwirtschaft und den derzeit gerichtsanhängigen Korruptionsfällen , die an Zustände Siziliens denken lassen , soll hier nicht weiter gesprochen werden . Diese Dinge sind nicht Inhalt dieser Ausgabe des „ Tiroler ”. Befassen wir uns mit jenen Themen , welche übergeordnete Bedeutung für die Zukunft des Landes haben ! Durnwalder hat stets die angebliche Stärke seiner Position gegenüber Rom betont . Wohl auch bedingt durch sein hemdsärmeliges Auftreten hatte man oft den Eindruck , die Politiker in Rom müssten sich fürchten , wenn dieser so entschlossene und kraftvolle Mann einmal wirklich ungehalten werden würde . Bis die Ereignisse dieses Trugbild im Winde haben zerflattern lassen .
Nichts ist geblieben von seinen Versprechungen : Die unglaublichen faschistischen Denkmäler - einzigartig in Europa , wenn nicht auf der Welt - stehen nach wie vor unberührt da . Der Landeshauptmann hat in all den Jahren seiner Amtsführung es nicht
Sonntagsblatt