in da Frua“ gab‘ s Musik, Gesang und Tanz. Jeder durfte mitspielen, mitsingen und tanzen. Viele haben die Instrumente gewechselt: Geige, Basstrompete, Harfe, Steirische, Kontrabass- völlig egal, welche man nimmt, diese Musiker sind echt talentiert. Die Tänzer sind barfuß oder in Socken auf › m Tanzboden geschwungen. Pure Lebensfreude herrschte überall. Was mir besonders gut gefallen hat: Es gab keinen Bedarf an modernen Stücken oder am Schlager und es erklangen auch keine. Auch die Jugendlichen wollten nur Traditionelles hören.
Ich könnte sehr viel über die Professionalität dieser Woche erzählen, was die Organisation, Terminierung und Thematik betrifft. Die Volksmusikwoche existiert seit mehr als 50 Jahren, so haben die Organisatoren echt viel Praxiserfahrung. 10 „ Motoren“ dienten als Antrieb dieser Woche, die 10 Referenten vom Bayerischen Landesverein für Heimatpflege e. V.. Sie sind nicht nur hervorragende Fachleute, Musiker, Sänger und Tänzer, sondern auch Top-Pädagogen mit Geduld, Verständnis, Lernbereitschaft, Liebe und Menschlichkeit. In der einen Minute waren die Referenten Tänzer, in der darauf folgenden Minute Musiker, dann Sänger. Tanz, Musik und Gesang behandeln sie als Einheit, sie sind für sie unzertrennbar. Wenn ich diese Analogie benutzen darf: Tanz, Musik und Gesang bilden eine künstlerische Dreifaltigkeit.
Jeden Tag haben wir neue Volkslieder von den Referenten gelernt. Im großen Saal erklangen sowohl lustige als auch
Erster Schnee Von Hans Dama
Das erste Weiß – ein wuchtig’ Flockentanz in endlos sprudelnden Kaskaden – belebt novemberlich im sterbend’ Glanz den trägen Tag mit Windtiraden. Die Braut Natur im weißgehüllten Stau betört, der Schleier sacht vibrierend im Fall, so majestätisch und genau, verläßt die Lüfte atrophierend. So manch verlassengrünes, einsam Blatt, brüskiert in seinem zeitlich’ Streben, ergraut sinnierend dann an welkensstatt, betreut das nackte Überleben. Des Baches Lefzen wirken blutlos-kalt; noch plätschert die gewohnte Weise, verlassen stöhnt der Strauch, gebrechlich-alt schickt er die Seufzer auf die Reise. Berieseln Ewigkeiten meinen Gang durch der Naturgezeiten Spiele? Im unaufhaltsam’ und betörend Drang herzzerreißende Melodien, jedes Lied in Dialekt. Manchmal waren sie kaum zu verstehen, sogar mussten einige ins Hochdeutsch übersetzt werden. Es war schön, diese Vielfalt von Dialekten zu hören und das nicht nur beim Singen, sondern auch bei den Gesprächen. Unsere Referentin für Gruppenarbeit hat z. B. gar nicht verstanden, was der kleine 8-jährige Schlagzeuger Ludwig mit „ Eiern” sagen wollte... Aber es ging nicht um „ Eier”, sondern er sagte das Wort „ heuer“, aber in seinem Dialekt. War doch lustig!
Man bat mich als Musiker, ein paar ungarndeutsche Volkslieder den Teilnehmern und Referenten beizubringen. Ein Lied war der Wunsch von Dagmar: „ Wenn i’ aus der Heimat geh’“. Das alte Volkslied hat bei vielen die Augen genässt. Jeden Tag habe ich Rückmeldungen bekommen, dass das Lied sooo herzerweichend sei- vor allem von denjenigen, deren Vorfahren z. B. aus dem Banat oder dem Sudetenland stammen. Das andere Lied war der Walzer „ Rund ist die Kugel“- ein schwungvoller Walzer, der wirklich gut zu Herrsching passte, wo alles rund und g‘ sund war.
Der Workshop „ Spielen wie die Klani Hupf“ war auch eine tolle Angelegenheit, um meine ungarndeutsche Musikkultur zu repräsentieren. Ich habe einige Musikstücke aus unserem Klani Hupf-Repertoire mitgebracht. Mit Zither, Steirische, Flöte, Bariton, Klarinette, Hackbrett usw. ergab sich eine tolle Klangfarbe. So erklangen noch nie der Schorokscharer Ländler und die Wirt-Polka. Auch ein paar Tonaufnahmen habe ich für die Interessenten abgespielt, um die Vielfältigkeit der ungarndeutschen Musik zu zeigen.
Durch meine persönlichen Eindruck-Bonbons während der Volksmusikwoche möchte ich den Einblick für den werten Lesers vertiefen:
Was ist denn hier los? Eine Vollgas-Fanfare vom Flur weckt mich am ersten Morgen um 7:25 in meinem Zimmer. Ach, ja... meine Musikkollegen, die früher auch in Herrsching waren, haben schon von dem Weckruf erzählt. Mir war sofort klar, dass in den kommenden sechs Tagen die Zeit richtig ausgenutzt wird- jeden Tag und jede Nacht mit Musik, Gesang und Tanz.
Einmal in der Nacht wollte ich schon schlafen geh‘ n. Als ich auf dem Flur war, hörte ich Musik aus dem Kellergeschoss. Ich bin die Treppe runtergegangen und eine Tür ging sofort auf.
- Möchst mitspieln?- Jo, freili‘, lautete meine Antwort.
Zwei Musiker haben für den kommenden Weckruf geübt, da jeden Morgen eine andere Besetzung für den Weckdienst sorgte. Eine Bratsche und eine Basstrompete. Komische Paarung, aber in Herrsching geht alles! Einen Csárdás aus Tschechien haben wir gefunden mit einem langsamen und schnellen Teil. 10 Minuten nach unserer Begegnung war das Stück zum Einsatz bereit.
Nach kurzer Schlafzeit- um 7:15 wartete ich auf meine neuesten Musikkollegen. Ein anderer Musiker mit der Steirischen war schon auf den Beinen und spielte in einem Raum auf. Meine Musikkollegen waren noch nicht angekommen. Die Steirische hat das Lied beendet und der Musiker ist zu mir rausgekommen.
- Morgn!
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