- zudem großes Engagement der Ehrenamtlichen unserer Kirche und
- ein erstarktes Jugendwerk, das 2026 sein 20. Jubiläum feiert und tolle Arbeit macht, indem es für den Glauben an und ein Leben mit Christus wirbt.
Auch wenn die Überalterung in den Landgemeinden noch spürbar ist, wächst da und ganz deutlich in den Stadtgemeinden- wo sich vermehrt neue und junge Leute ansiedeln- eine neue Generation heran, welche die Kirche von morgen sein wird.
SB: Wo sehen Sie die Landeskirche in einigen Jahrzehnten?
RG: Seit 2014 arbeiten wir strategisch und bauen an der
Zukunft der Kirche mit- durch das Strategiekonzept „ Zukunft Kirche“ und unter dem Motto „ Aus Glauben Leben in Gemeinschaft gestalten“. Es ist spannend zu erleben, dass Gott seiner Kirche- wie im Fall unserer Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien- nach dem Fast-Ende 1990 einen neuen Anfang und neues Leben geschenkt hat. Wir vertrauen darauf, dass die Kirche aus Gottes Gnade weiterleben und die Werke des Herrn verkündigen kann.
SB: Herr Bischof, vielen Dank für das Gespräch!
RG: Gerne! Kommen, sehen und überzeugen Sie sich selbst!
Bischof Reinhart Guib stellte sich den Fragen von Richard Guth
EIN BILD UND DIE GESCHICHTE DAHINTER
Von Richard Guth
Die Facebook-Seite „ Sváb kultúra és történetek”( Schwäbische Kultur und Geschichten), die wir bereits vorgestellt haben( Über Kultur und Geschichten, SB 03-2024), entwickelt sich langsam, aber sicher zu einer Plattform, die Teile unserer deutschen Herkunftsgemeinschaft zusammenschweißt. Oft posten auch Nachfahren von Heimatvertriebenen- unter ihnen auch welche, deren Familienangehörige 1947 / 48 in die Sowjetisch Besetzte Zone( spätere DDR) gelangten.
Zu ihnen gehört die in Chemnitz( damals Karl-Marx-Stadt) aufgewachsene Christine Thieme. Die Mutter der 67-Jährigen, Elisabeth geborene Brecht, stammt aus Warschad / Varsád, ihr Geburtshaus ist heute Heimatmuseum. Christine Thieme hat im September ein Bild der Urgroßeltern Heinrich Scherer( 1890-1969) und Elisabeth Frank( 1892- 1981) gepostet. Auf dem Bild trägt die Uroma Tracht. Grund genug für das Sonntagsblatt, die Geschichte hinter dem Bild zu erforschen.
„ Beide Urgroßmütter haben in der DDR bis zu ihrem Todznie die Tracht abgelegt, ihre Schwester, die in der BRD lebte, auch nicht. Erst die Frauen wie meine Tanten- welche nach 1900 geboren wurden- trugen in Deutschland keine Tracht mehr”, erinnert sich die Wahlberlinerin, die in der DDR aufgewachsen ist. „ Es war für uns normal, dass die Großmutter Tracht trug. Ich kann mich nicht erinnern, dass jemals etwas Negatives dazu erwähnt wurde. Einmal als Kind hieß es von einem anderen Kind: „ Deine Großmutter ist eine Hexe.“ Aber sonst haben wir erklärt, dass die Großmutter aus Ungarn kommt und dort die Tracht getragen wird”, ergänzt sie.
Das Thema „ Vertreibung” selbst spielte nach ihren Angaben keine Rolle, man habe wenig darüber gesprochen. Manchmal habe es geheißen: „ Die Russen haben uns rausgeschmissen.” Der Neustart in Deutschland war nach Thiemes Angaben „ etwas schwierig”: „ Angefangen, dass sie bei Fremden einquartiert wurden, bis zur deutschen Sprache in der Schule- denn sie- die Deutschen aus Ungarn, Red.- sprachen und verstanden nur ihr Warschader Deutsch.“ Die erste Zeit hätten sie viel sozialen Kontakt nur mit der Familie und Freunden aus der alten Heimat gehabt. Dank der guten Kochkünste der Großmutter sei es dann bei der „ Gastfamilie“ besser geworden. „ Meine Mutter lernte Freundinnen in der Schule kennen und viele Kontakte entstanden über die evangelische Kirche”, gewährt sie einen Einblick in das Schicksal der Familie in der neuen Heimat.
Die Urgroßmutter Elisabeth Scherer, geb. Frank habe in der DDR nicht gearbeitet. Sie sei für die Familie da gewesen und habe gekocht. Sie hat nach Thiemes Angaben für Bauern aus der Umgebung Schafwolle gesponnen. Später erwarb die Familie einen Garten, „ dort wurde wie in Ungarn Gemüse angebaut, Hasen gab es auch“, so die Urenkelin. Der Urgroßvater Heinrich Scherer habe in Warschad eine Schmiede gehabt. Er habe dann in einer Fabrik gearbeitet, trotz des hohen Alters. Die Familie habe in den ersten Jahren zusammen gewohnt. Nahe Verwandte habe es in der Umgebung gegeben, was regelmäßige große Familienfeiern ermöglicht habe.
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