Sonntagsblatt 4/2025 | Page 12

HEIMAT VERBINDET- ÜBER GRENZEN UND GENERATIONEN HINWEG

Das 5. Donauschwäbische Welttreffen in Ungarn und Serbien: „ Wurzeln bewahren – Brücken bauen – Zukunft gestalten“
Von Jürgen Harich Präsident des Weltdachverbandes der Donauschwaben
Was bedeutet Heimat? Für viele ist es der Ort, an dem man geboren und aufgewachsen ist. Für andere sind es die Sprache, die vertrauten Lieder, die Gerüche aus der Küche der Großmutter oder die Geschichten, die am Familientisch immer wieder erzählt werden. Heimat ist ein Gefühl von Zugehörigkeit – und sie kann an mehreren Orten zugleich existieren. Gerade für die Bekenntnisgeneration der Donauschwaben ist „ Heimat“ oft kein geographisch klar umrissener Begriff mehr, sondern eine Frage der Erinnerung, der Kultur und der gemeinsamen Wurzeln.
Der Weltdachverband der Donauschwaben hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, diese Wurzeln lebendig zu halten. Er möchte den Nachkommen zeigen, woher ihre Vorfahren kommen, Begegnungen in der alten Heimat ermöglichen und die Weitergabe von Kultur, Identität und Brauchtum fördern. Junge Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen dabei nicht nur erleben, sondern auch weitertragen – als Multiplikatoren in ihren Heimatländern.
Wie sich dieses Ziel mit Leben füllen lässt, zeigte das 5. Donauschwäbische Welttreffen, das vom 2. bis 15. August 2025 unter dem Motto „ Wurzeln bewahren – Brücken bauen – Zukunft gestalten“ in Ungarn und Serbien stattfand. Organisiert vom Weltdachverband der Donauschwaben in enger Zusammenarbeit mit dem Landesrat der ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen und dem Nationalrat der deutschen Minderheit in Serbien sowie den örtlichen Kulturvereinen knüpfte dieses Ereignis an die Reihe internationaler Begegnungen an, die seit vielen Jahren die donauschwäbische Identität, Geschichte und Kultur lebendig halten.
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Begegnungen in Ungarn
Die Reise begann in Ungarn, wo viele Orte bis heute stark von ungarndeutschen Gemeinschaften geprägt sind. Gleich bei der Ankunft in Baaja zeigte sich die Vielfalt: Musik, Tanz und die offizielle Begrüßung durch Jürgen Harich, Präsident des Weltdachverbands, eröffneten das Treffen feierlich.
In Surgetin / Szederkény brachte ein Theaterstück die Geschichte der Donauschwaben auf die Bühne, in Feked feierten die Teilnehmenden einen bewegenden Gottesdienst. In Gereschlak / Geresdlak standen Workshops zu Brauchtum, Handwerk und Kulinarik auf dem Programm, während in Deutschbohl / Bóly, Bonnhard / Bonyhád und Wesprim Heimatstuben, Lehrpfade und Ausstellungen besucht wurden. Kulturabende in Wemend, Gereschlak und Bonnhard boten Musik, Tanz und kulinarische Spezialitäten.
So entstanden in den Begegnungen zwischen den internationalen Gästen- aus Deutschland, Österreich, Brasilien, Kanada, den USA und den donauschwäbischen Ungarn vor Ort – lebendige Brücken zwischen Generationen und über Kontinente hinweg.
Gedenken und stille Momente in Serbien
In der zweiten Woche führte das Welttreffen nach Serbien, in die Vojvodina – eines der historischen Kerngebiete donauschwäbischer Siedlungen. In Neusatz / Novi Sad, Sombor, Apatin und Karlowitz traf die Gruppe Vertreter der dortigen deutschen Minderheit und besuchte Museen und