Sonntagsblatt 4/2025 | Página 13

Sehenswürdigkeiten wie die Festung Peterwardein oder die Wallfahrtskirche Maria Schnee.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf Orten wie Gakowa und Filipowa, wo Gedenkstätten an die leidvolle Nachkriegszeit erinnern. Hier gab es stille Momente der Besinnung, Gottesdienste – etwa in Brestowatz – und Gespräche mit Zeitzeugen. Auch in Bulkes, wo ein Kirchenprojekt vorgestellt wurde, erlebten die Teilnehmenden, wie wertvoll es ist, Tradition unter widrigen Umständen
Hier knüpften junge Leute schnell Kontakte – ein Symbol dafür, dass Kultur am besten durch Begegnung lebt. Besonders eindrucksvoll war die nachgestellte donauschwäbische Hochzeit in Polan / Magyarpolány, die Traditionen zum Erlebnis machte.
Heimat als Zukunftsaufgabe
zu bewahren. Der Besuch dieser Region bot neben einer Bootsfahrt auf der Donau und einer Filmvorführung über das Schicksal der Donauschwaben- die Hauptdarstellerinnen waren anwesend- Gelegenheit, sich intensiv mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Zugleich kam man mit Menschen vor Ort ins Gespräch, die die donauschwäbischen Traditionen unter schwierigen Bedingungen bewahrt hatten.
Dass mehrere Vertreter der deutschen Botschaft in Belgrad anwesend waren, unterstrich den hohen Stellenwert des Treffens. Sie betonten, das Welttreffen befördere Frieden und Völkerverständigung – eine Botschaft, die gerade für die junge Generation von Bedeutung ist.
Musik, Tanz und neue Freundschaften
So traurig die Gedenkorte stimmten, so fröhlich präsentierten sich die Kultur. Tanz- und Trachtengruppen aus vielen Ländern: Die alten Tänze wurden lebendig, Chöre sangen vertraute Lieder und beim gemeinsamen Essen entstand Gemeinschaft.
Zum Abschluss reiste die Gruppe wieder nach Ungarn in den Iglauer Park in Waschludt / Városlőd, wo parallel die Tanzwoche des ungarndeutschen Landesrates stattfand.
Das 5. Donauschwäbische Welttreffen war weit mehr als ein Reiseprogramm. Es war eine Begegnung mit Geschichte, eine emotionale Rückkehr an Orte der Vorfahren – und zugleich ein Aufbruch.
Gerade für die Bekenntnisgeneration, die oft mit der Frage ringt, was Heimat heute für sie bedeutet, wurde hier spürbar: Heimat ist nicht nur ein Ort, sondern ein Band. Es verbindet die Geschichten der Großeltern mit den Erfahrungen der Enkel, es übersetzt Kultur in die Gegenwart und es schafft ein Gefühl von Zusammengehörigkeit über Grenzen hinweg.
So wurde deutlich: Wurzeln bewahren heißt nicht Stillstand – sondern Zukunft gestalten.
Ein herzliches Dankeschön geht an die Organisatoren: Edina Bunth und László Kreisz aus Ungarn, Gabrijela Bogisic und Boris Masic aus Serbien sowie Christine Neu, Elisabeth Ziemer, Maria Zugmann-Weber und Jürgen Harich. Sie alle haben mit ihrem Einsatz das Welttreffen zu einer unvergesslichen Erfahrung gemacht.
Das nächste donauschwäbische Welttreffen wird im Jahr 2028 in Ungarn und Rumänien stattfinden.
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