terricht sowie die unzureichende landesweite Abdeckung. Eine Ausnahme bilden die ungarndeutschen und deutschsprachigen Bildungseinrichtungen( z. B. neben den Nationalitätengrundschulen die Audi-Schule, die Deutsche Schule Budapest, das DNG, das Koch-Schulzentrum, das Schiller-Gymnasium oder das UBZ), denen der Großteil der Deutschprüfungen zu verdanken ist. Das zuvor erwähnte Fehlen der Motivation hat auch Auswirkungen auf die Zahl der Lerner – die Mehrheit der jungen Menschen entwickelt keine identitätsstiftende Beziehung zur Sprache oder Bestrebungen zum Spracherwerb, selbst wenn sie sich ihrer deutschen Herkunft bewusst sind, was in Ungarn innerhalb der ungarischen Bevölkerung weit verbreitet ist und in einigen Regionen sogar als Massenphänomen erscheint. Über die eigenen sowie die landes- und regionsspezifischen kulturellen Gegebenheiten hinaus wird nicht in ausreichendem Maße wahrgenommen, welchen großen Vorteil die Deutschkenntnisse in der Arbeits- und Berufswelt in Ungarn bieten.
Trotz alledem berichten die Volkszählungsdaten genau vom Gegenteil: Die landesweite Volkszählung von 2022 zeigte, dass 1,2 Millionen Ungarn die deutsche Sprache beherrschen, was 200.000 mehr ist als 2011, als eine Million Menschen ihre Deutschkenntnisse angaben. Können wir uns also beruhigt zurücklehnen? Keineswegs, denn diese Zahlen sind nicht völlig zuverlässig, wenn es um die Verbreitung der deutschen Sprache im Land geht. Zum
einen beruht diese Frage auf Selbstauskunft, sodass viele Menschen mit „ Ja“ antworten konnten, ohne verlässliche Überprüfung, auch wenn ihre Kenntnisse der Sprache Goethes sich nur auf ein paar Sätze beschränken oder sie sie lediglich irgendwann früher, vielleicht vor Jahrzehnten, in der Schule gelernt haben. Demgegenüber vermitteln die Statistiken über Sprachprüfungen ein realistischeres Bild der überprüften, tatsächlich praxistauglichen Sprachkenntnisse. Ihre Erhebungsdaten werden Jahr für Jahr aktualisiert, sie zeichnen ein Bild vor allem über die junge und mittlere Generation und skizzieren eine aktuelle Entwicklungslinie.( Ihr Nachteil besteht darin, dass die älteren Altersgruppen dabei nicht sichtbar werden.)
Die Sache der deutschen Sprache in Ungarn ist eine Herzensangelegenheit der Jakob Bleyer Gemeinschaft, daher haben wir uns entschlossen, unter Einbeziehung unserer Mitglieder und Bildungsexperten Lösungsansätze zu entwickeln, die die Wiederbelebung des Deutschen als Nationalitätensprache zum Ziel haben, verbunden mit der Verbesserung der landesweiten Deutschkenntnisse und der Förderung der deutsch-ungarischen Zweisprachigkeit als Modell.
Statistiche Quellen: https:// nyak. oh. gov. hu / doc / statisztika. asp
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