Sonntagsblatt 3/2026 | Page 5

SB: Journalismus ist für dich neben der Pressearbeit nicht ganz unbekannt – du hast jahrelang das ungarndeutsche Magazin „ Unser Bildschirm“ moderiert – dennoch stellt sich die Frage: Inwiefern stellt die Schriftleitung ein neues Aufgabenfeld dar?
KSZP: Ja, das ist ein neues Aufgabenfeld – und doch kein völlig unbekanntes Terrain. Seit 2014 bin ich für die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen tätig. Neben der klassischen Pressearbeit verantworte ich in Zusammenarbeit mit meinen Kolleginnen und Kollegen unserer PR-Agentur die Online-Kommunikation der LdU. Ich wirke an zahlreichen Projekten mit, die im Bereich Kommunikation und PR angesiedelt sind. Sprache, Texte, inhaltliche Konzeption, redaktionelle Abläufe, Themenplanung und Schwerpunktsetzung prägen also seit vielen Jahren meinen beruflichen Alltag – doch in unterschiedlichen Medienformaten. Von Herrn Joschi Ament sowie von der Schwabenverlag AG- der Herausgeberin der Zeitung- erhielt ich aber klare Leitlinien.
SB: Für diejenigen, die „ Unsere Post“ nicht so gut kennen: Würdest du uns kurz über die Autoren- und die Leserschaft der Heimatzeitung erzählen?
KSZP: Die Zeitschrift „ Unsere Post“ gibt es seit 80 Jahren. Sie ist die Heimatzeitung der aus Ungarn vertriebenen Deutschen – ihre Stimme und ihr verbindendes Band. Sie schlägt eine Brücke zwischen Heimatvertriebenen und Heimatverbliebenen, zwischen alter und neuer Heimat. „ Unsere Post“ trägt so zur Bewahrung der gemeinsamen Erinnerung und Identität bei. Inhaltlich berichtet sie über aktuelle Ereignisse des Gemeinschaftslebens: über landsmannschaftliche Treffen und Veranstaltungen, Ausstellungen und Publikationen. Darüber hinaus finden sich in ihr auch sehr persönliche Familiennachrichten. Herausgegeben wird die Zeitung von der traditionsreichen Schwabenverlag AG, einem deutschen mittelständischen Medienunternehmen mit nahezu 175-jähriger Geschichte. Es ist neben seiner verlegerischen und buchhändlerischen Tätigkeit insbesondere für die qualitätsvolle Herausgabe katholischer und theologischer Inhalte bekannt. „ Unsere
Post“ erscheint vierteljährlich in einer Auflage von rund 600 Exemplaren. Die Abonnentinnen und Abonnenten – überwiegend in Deutschland, aber auch in verschiedenen Teilen der Welt lebende Ungarndeutsche – erhalten die gedruckte Ausgabe in der Regel per Post. Ein Großteil der Beiträge wird mir als Schriftleiterin bereits druckfertig zugesandt: von Privatpersonen ebenso wie von Vertreterinnen und Vertretern lokaler, regionaler oder bundesweiter ungarndeutscher Organisationen. Ergänzend übernehmen wir regelmäßig Pressemitteilungen, die für unsere Zielgruppe von unmittelbarer Bedeutung sind. Einen festen inhaltlichen Kern bilden die Nachrichten der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn; darüber hinaus informieren wir kontinuierlich über zentrale Initiativen und Angelegenheiten aus dem Zuständigkeitsbereich der LdU.
SB: „ Unsere Post“ stand kurz vor dem Aus – konnte man die Lage des Presseorgans stabilisieren? Welche Herausforderungen sind geblieben?
KSZP: Meines Wissens ist es gelungen, die Situation der Zeitung nachhaltig zu stabilisieren. Dafür arbeiten wir in einem kleinen, engagierten Team eng und vertrauensvoll zusammen. Wir stimmen uns regelmäßig ab, besprechen alle wichtigen Fragen transparent und halten sowohl vereinbarte Grundsätze als auch Fristen konsequent ein. Es herrscht ein Klima des Vertrauens, das Raum für Weiterentwicklung lässt, ohne die langjährige Tradition und Identität der Zeitung aus dem Blick zu verlieren. Unser gemeinsames Ziel ist es, diese über achtzig Jahre alte Zeitung fachlich verantwortungsvoll, mit journalistischer Sorgfalt und vor allem mit großer Liebe zur Gemeinschaft weiterzuführen.
SB: Welche Erfahrungen hast du in den vergangenen anderthalb Jahren gesammelt? Welche Pläne hast du für die Zukunft? Wie wollt ihr Jüngere ansprechen?
KSZP: Ich erfahre von unseren Leserinnen und Lesern eine überwältigende Herzlichkeit und Verbundenheit. Jede Zeile, die mich per Post oder E-Mail erreicht, empfinde ich als wertvolles Geschenk und als Zeichen großen Vertrau-
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