Organismus, da si von Generation zu Generation verändert und dapa imma wieda pereichert. A gwisses G’ fihl va Vealuist stellt si pa ins troutzdem oan, wenn mia feststelln, deiss in insam eigentlichen Hearkinftsgepiet, im siddeitschn Roum, neim Dialekt au houdeitschi Psounderhoatn in Vergessenheit groatn. Grod weign dera Eintwickling fangt si im süddeitschn Sprouch- und Kulturroum wieda a neues Pwuisstsan fia s’ Sidhouchdeitsche zu entwickln oan.
Di zwoa Keangebieti san Easterraich, wou des Pwuisstsan fia s’ Österraichische Deitsch in da Wissnschouft und in da Öffentlichkat a steindigi Roll spült, und zum oanderen Bayern / Poarn. Dort veasteiht ma inta „ Sidhoudeitsch“ an groußen sprouchlichen Owapegriff, inta deim da olldoulichi Gprauch vo da sidlichen Sprouchform vam Standarddeitschn wieda afblihn kennt – va Wiarttempeag iwa Froankn pis heariiwa nou Ingan un Sidtirol. Di wichtigsten Träga vo da Mission san da Bund Bairische Sprache und da Bayerische Landesverein fia Heimatpflege, de vor einigen Joahrn de Initiative „ Pro Süddeitsch“ ins Lebn gruaft howa. Di juingi poarischi Germanistin Stefanie Prochazka is zum Gsicht vo dem Projekt woan. „ Sackerl statt Tüte, Geiß statt Ziege, Leberkas statt Fleischkäse.“ Im Roahmn va dera Initiative geim di zwoa Voareini Proschürn as un weabn mit Videos fia an siddeitschn Woatschotz un de siddeitsche Assprouch. Deis Ziel is, deiss neim de Dialekt au s’ regionali Stoandarddeitsch net in Vergessenheit grät.
A sulichi Pwoahring un Pfleig va regionali Spruochschätzi wäa au pa ins in Ingan dringend nötig. Denn pam Mantra vam Geignsotz zwischn Houdeitsch und Dialekt vagessn ma ollzui laicht, deiss au mia Ingandeitschn ins traditionell an de siddeitschn Sprachformen orientiern muisstn, wenn ma vo ana „ Zwischensproch“ reidn – also va dera Sprouchstuifn zwischn da literarischen Standardsprouch und de Mundartn. Ga net davon reidn, deiss s’ esterraichischi Deitsch as kulturhistorischn Gründn in Ingarn iwa Joahrhundati hinweig a wichtigi sproichlichi Orientiering un in vui Hinsicht au a sprojchliche Richtschnua gwein is.
WAS DIE URHEIMAT BAYERN DER HEIMAT UNGARN GEBEN KÖNNTE- STUDIENBAND ÜBER DIE AKTUELLE LAGE DER DEUTSCHEN MINDERHEIT
Von Stefan Pleyer
Die ungarisch-bayerischen Beziehungen begannen keineswegs besonders einfach – man denke nur an die Schlachten auf dem Lechfeld oder bei Pressburg. In den darauffolgenden Jahrzehnten und Jahrhunderten entfaltete sich jedoch eine über tausend Jahre währende gemeinsame Verbundenheit, die Pannonien und Bayern durch das blaue Band der Donau historisch und kulturell miteinander verbindet. Trotz dieses reichen gemeinsamen Erbes lag der ungarisch-bayerische Dialog in der vergangenen Zeit infolge parteipolitischer Streitigkeiten brach. Die Beziehungen entwickelten sich erheblich zurück, beinahe bis zu einem Tiefpunkt. Dank des neuen politischen Klimas in Ungarn und einer offeneren gegenseitigen Aufmerksamkeit können wir den Faden der alten Freundschaft wieder aufnehmen. Wir können ihn sogar durch vielversprechende neue Ideen, Pläne, und Taten weiterbauen. Dabei könnte die ungarndeutsche Nationalität in mehrfacher Hinsicht eine Schlüsselrolle wahrnehmen.
Wie Ernst Jüngers einsamer Waldgänger versuchten Vereine, Stiftungen und Privatpersonen, sich in den letzten Jahren ihren Weg zwischen Budapest und München zu bahnen. Ziel war es, jenseits der diplomatischen und wirtschaftlichen Domänen neue Partnerschaften und Beziehungen zwischen Ungarn, Ungarndeutschen und Bayern zu knüpfen. Die in der jüngeren Vergangenheit zwischen Ungarn und Deutschen ausgetragenen politischen Auseinandersetzungen sorgten auch in Bayern für böses Blut,
40 sodass sich die Handlungsspielräume ebenfalls verengten. Zudem sprechen wir hier von einem Bundesland, das für uns nicht nur aus ungarischer, sondern mit Sicherheit auch aus ungarndeutscher Sicht das relevanteste von allen ist – historisch, kulturell wie auch wirtschaftlich. Die historische Verflechtung Ungarns und Bayerns muss nicht eigens vorgestellt werden. Ihr eindrucksvollstes Symbol ist die selige Königin Gisela, die Gemahlin unseres heiligen Königs Stephan I. Ebenso ist Bayern die alte Heimat zahlreicher Ungarndeutscher. Nicht zu vergessen ist auch die herausragende christliche zivilisatorische Rolle des Herzogtums Bayern und seiner Bistümer, Ritter, Geistlichen und Kolonisten in Südostmitteleuropa und damit auch in Ungarn- in Form der mittelalterlichen Ostsiedlung. Etwas weltlicher und auf die heutige Zeit bezogen: Bayern ist der wichtigste Wirtschaftsmotor Deutschlands und für Ungarn ein Eintrittstor sowie ein Brückenkopf zum deutschen- aber auch zum gesamten europäisch-westlichen Wirtschaftsraum- siehe nur die primäre Bedeutung der Automobilindustrie. Nicht zuletzt ist hier auch eine große ungarische Diaspora vertreten: rund 70-80 Tausend ungarische Arbeitnehmer sowie Auslandsungarn mit älterer Einwanderungsgeschichte und Ungarndeutsche( in ganz Deutschland wird die Gesamtzahl der Ungarn auf ca. 200 Tausend geschätzt).
Als möglicher Eisbrecher erscheint die Angelegenheit der deutschen Minderheiten, die eine neue Brücke zwischen