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Sagetal und der Deutsche Sprachatlas in Ungarn
Für die Erforschung der deutschen Mundarten Ungarns ist außerdem der Deutsche Sprachatlas in Ungarn von großer Bedeutung. Das Werk erschien 1942 und steht heute digital zur Verfügung.
Die Bibliografie des Sprachatlasses führt ausdrücklich Schlitts Dissertation Die Mundart von Szakadát von 1938 sowie weitere Arbeiten zur deutschen Dialektforschung Ungarns auf. Auch Johann Weidleins Arbeit über die Mundarten von Sagetal und Großseckel wird dort genannt.
Damit gehört Schlitts Untersuchung zu einer größeren Forschungstradition. Sie versuchte bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts die deutschen Siedlungsmundarten Ungarns systematisch zu erfassen und mit den deutschen Herkunftsgebieten in Verbindung zu bringen.
Sprachwandel und Erhaltung
Wie viele deutsche Siedlungsmundarten in Ungarn ist auch die Sagetaler Mundart durch tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen beeinflusst worden. Standarddeutsch, Ungarisch, Migration und die Auflösung traditioneller Dorfgemeinschaften haben die Weitergabe der Mundart verändert.
Gerade deshalb sind die heutigen Tonaufnahmen von großer Bedeutung. Eine Mundart kann schriftlich nur unvollständig dokumentiert werden. Aussprache, Intonation und individuelle Lautvarianten lassen sich wesentlich besser anhand von Tonaufnahmen untersuchen.
Das Sagetaler Audio-Wörterbuch und die vorhandenen Sprachaufnahmen stellen daher nicht nur ein heimatkundliches, sondern auch ein sprachwissenschaftliches Dokumentationsprojekt dar.
Sagetal in der Geschichte der deutschen Dialektforschung Ungarns
Die Erforschung der Sagetaler Mundart lässt sich als eine Entwicklung über mehrere Generationen betrachten:
Johann Weidlein und Heinrich Schmidt beschäftigten sich bereits früh mit den deutschen Mundarten Ungarns.
Adam Schlitt legte 1938 die erste umfassende Einzeluntersuchung der Sagetaler Mundart vor.
Der Deutsche Sprachatlas in Ungarn von 1942 ordnete die Sagetaler Forschung in die größere Dokumentation der ungarndeutschen Mundarten ein.
J. Márvány bestätigte 1970 auf Grundlage eigener dialektgeographischer Untersuchungen die Sonderstellung Sagetals. Er ordnete die Mundart dem Mittelfränkischen zu.
Heute ergänzen digitale Archive, Wörterbücher sowie Ton- und Videoaufnahmen diese historische Forschung. Dadurch ist es erstmals möglich, die Mundart nicht nur historisch zu beschreiben. Ihr Wandel lässt sich so auch über einen Zeitraum von fast neun Jahrzehnten zu verfolgen.
Schlussfolgerung
Die Sagetaler Mundart ist ein besonders aufschlussreiches Beispiel für die Entstehung und Entwicklung deutscher Siedlungsmundarten in Ungarn. Ihre sprachliche Struktur zeigt, dass die deutschen Siedler keineswegs eine einheit-