AUF DEN SPUREN VON 300 JAHREN
Filmemacher Gábor László widmet sich in seinem neuesten Dokumentarfilm dem neuzeitlichen( ungarn) deutsch-madjarischen Zusammenleben
Von Richard Guth
Erinnerungen, die selbst in den nachfolgenden Generationen noch lebendig sind! Archivaufnahmen aus der ungarischen Tageschau, die ganz viel Zeitgeist ausstrahlen! Und zuletzt der Blick darauf, wie man, 300 Jahre danach, zum Erbe der ersten Ansiedler steht!
„ 300 év – de mit adtak nekünk a svábok?”( 300 Jahre – aber was gaben uns die Donauschwaben?) heißt das neue Filmprojekt des Filmemachers Gábor( Gabriel) László, des Vorsitzenden der Deutschen Nationalitätenselbstverwaltung im 15. Bezirk von Budapest. Ganz ohne Vorgeschichte steht der Dokumentarfilm über 300 Jahre( ungarn) deutsch-madjarischen Zusammenlebens nicht: László drehte vor einigen Jahren bereits einen Film über die deutsche Gemeinschaft, der Aspekte der 1100-jährigen Koexistenz beleuchtet( Mi, svábok mindig jó magyarok voltunk).
Die Doku ist eigentlich eine Mischung von Interviews, szenischen Darstellungen, Grafic Novel-Szenen, Gesangseinlagen und ganz viel historischen Detailinfos. Die Schauspielerin Sandra Holczinger führt den Zuschauer durch drei Jahrhunderte des Zusammenlebens und lässt Aspekte der Familiengeschichte mit einfließen. Dabei legt der Regisseur Gábor László den Fokus auf die Zeit der Ansiedlung und der Vertreibung, ohne den Blick der heutigen Generationen auf diese schicksalsträchtigen Ereignisse auszusparen. Bei diesem Streifzug durch die Historie der deutschen Minderheit hätten die Assimilationstendenzen des 19. Jahrhunderts( hier insbesondere die Madjarisierungsbestrebungen von Staat und Kirche, die ausgespart werden, beim gleichzeitigen Narrativ eines natürlichen Assimilationsprozesses) und die Volksbund-Hűha( Treuebewegung)-Problematik mehr Aufmerksamkeit verdient. Auch fehlen die Kehrseiten der sozialistischen Wirtschafts- und Siedlungspolitik, die die Landflucht und die Auflösung der traditionellen Dorfgemeinschaften ermöglicht und schlussendlich beschleunigt hat.
Dahingegen erscheint die Darstellung der Umstände der Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg als vollständig und entspricht weitgehend dem aktuellen Stand der historischen Forschung. Nur nebenbei sei angemerkt, dass in diesem Zusammenhang sämtliche Interviewpartner von
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