Sonntagsblatt 3/2026 | Page 19

Gemeinschaft kümmern, weiterhin mit Leidenschaft und Kraft in diesem Sinne arbeiten, wird die Zukunft gut aussehen. Aber wenn es irgendwann um „ Interessen“, Wohlhabenheit, Stolz, Diskrepanz usw. gehen sollte, wird diese Gemeinschaft tatsächlich verschieden. Leidenschaft, Liebe zur Kultur und das gemeinsame Zusammenleben und die Zusammenarbeit für die siebenbürgisch-sächsische Gemeinschaft wird dieser einen besseren Platz in der Zukunft bescheren.“

MUTTERSPRACHEN-UNTERRICHT BEI DEUTSCHEN MINDERHEITEN

Von Dr. Bruno Burchhart Teil 1
Eines der größten Probleme der deutschen Minderheiten(= Volksgruppen) ist der Unterricht und die Vermittlung der deutschen Muttersprache. Vor allem der Unterricht in den Schulen ist sehr unterschiedlich. In der Mehrheit der Staaten Europas gibt es deutsche Volksgruppen, jedoch sind nicht alle verfassungsmäßig anerkannt. Dies ist aber in den Kopenhagener EU-Beschlüssen von 1993 eine wesentliche Grundlage für die gewünschte Aufnahme in die Europäische Union. Für manche EU-Alt-Mitglieder wie z. B. Frankreich wäre das auch wünschenswert.
Hiermit soll dargestellt werden, wie es in den einzelnen Staaten Europas mit dem deutschen Muttersprachen-Unterricht aussieht. Die Muttersprache ist eines der allerwichtigsten Identitätsmerkmale: Werden doch in ihr Kultur, Tradition, Zusammenhalt, Geschichtsbewusstsein, Sitten und Brauchtum der eigenen Volksgruppe vermittelt. Sprache ist also lebenswichtig für die eigene Gemeinschaft.
Am schlechtesten mit einem staatlich subventionierten Muttersprachen-Unterricht schaut es für die Deutschen in Frankreich und Slowenien aus: Frankreich anerkennt gar keine Minderheit, obwohl es Basken, Normannen, Deutsche, Bretonen, usw. gibt. Das etatistische zentralistische Frankreich kennt nur „ Franzosen“ als alleinige Staatsbürger an. Im Elsass, das in den Verband „ Region Grand Est“ zusammen mit Lothringen und Haut Rhin eingegliedert wurde, wird noch häufig Deutsch als „ Elsässisch“ gesprochen. Hochdeutsch wird gekonnt- eher durch Lernen als „ Fremdsprache“ in bilingualen( französisch-deutsch) Schulen. Es gibt keine öffentlichen Schulen mit Deutsch- Unterricht als Muttersprache. Das ist bei dem „ Freundschaftsverhältnis“ mit der Bundesrepublik Deutschland doch sehr verwunderlich. Plakate dürfen z. B. nur in elsässischer Mundart, jedoch nicht in Hochdeutsch affichiert werden. Muttersprachlichen Deutsch-Unterricht gibt es nur privat und privat finanziert.
Mindestens ebenso schlimm ist die Situation in Slowenien: Keine verfassungsmäßige Anerkennung der deutschen Volksgruppe trotz mehrfacher Aufforderung durch EU-Institutionen! Die deutsch( sprachig) en Kulturvereine in Laibach, Gottschee, Marburg / Drau, Abstall, Bischofslack, Cilli, usw. bemühen sich, auf rein privater Basis einen Deutsch-Unterricht durchzuführen. Manchmal wird eine Germanistik-Absolventin für kurzzeitigen Deutsch- Unterricht von Österreich bezahlt. Die anderen Deutsch- Stunden werden privat finanziert über entsprechende „ Projekte“, z. T. vom minderheitenfreundlichen Kärnten oder durch Organisationen wie Österreichische Landsmannschaft, Deutsche Burschenschaft, Alpenländischer Kulturverband, u. a.- eine sehr schwierige Situation. Die in einem Verband zusammengeschlossenen Vereine werden bei ihren sonstigen Aktivitäten auch von den obigen Organisationen aus Österreich unterstützt. Von Bundesdeutschland kommt da wenig. Zahlreiche kulturelle Veranstaltungen wie Chor-Musik, Tanz-Darbietungen, Literaturtage, ein schönes Museum in der Gottschee, Weihnachtskonzerte, u. a. m. tragen zur Pflege des Deutschtums bei.
Um von den schlechtesten Zuständen auf die besten sprechen zu kommen, seien hier Belgien, Rumänien und Südtirol / Italien genannt. Es ist erstaunlich, dass gerade in Belgien die Gesamtsituation der Deutschen am besten in Europa ist! In Belgien kennt man drei Nationen: Die Flamen( Niederländer), die Wallonen( Franzosen) und
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