ebenfalls bestimmend, weshalb die Mitglieder des Verbands personell und über Projekte eng mit der Evangelischen Landeskirche A. B. verbunden seien.
Apropos personelle Ausstattung in einer von Überalterung gezeichneten Gemeinschaft – hier zeigt sich Andrea Rost zuversichtlich: „ Ich persönlich denke, dass wir den Punkt erreicht haben, an dem unsere Gemeinschaft hoffnungsvoll in die Zukunft blicken kann. Wir haben Zuwanderer aus deutschsprachigen Ländern nach Siebenbürgen und auch Rückkehrer der Enkelgeneration, die schon in Deutschland geboren wurde und bewusst ein Leben in Siebenbürgen sucht. Das sind freilich nicht sehr viele, aber sie tauchen vermehrt überall auf und geben Hoffnung auf eine neue Gemeinschaft in Siebenbürgen.“ Wagner betont die Bedeutung der „ jüngeren Denkweise“ und meint, dass die Gemeinschaft weiterhin schrumpfe, solange man „ altmodisch“ denke: „ Die jüngere Generation braucht Gründe mitzuwirken und dabei zu sein. Die Generationen ändern sich und nichts bleibt, wie es einmal war und man muss sich auch der heutigen Jugend anpassen, aber auch noch versuchen Tradition und Kultur zu behalten und mit der neuen Generation mitzunehmen.“ Tîţu sieht die Formulierung einer positiven Zukunftsvision vor dem Hintergrund der Überalterung „ herausfordernd“: Aber gerade die zahlreichen Initiativen trügen zur Revitalisierung der Gemeinschaft bei. „ Das Engagement der Jugendlichen, die Tätigkeit der Jugendforen, die deutschsprachigen Schulen sowie die kulturellen Veranstaltungen zeigen, dass es Kontinuität und ein echtes Interesse an der Bewahrung der Identität gibt“, so die Absolventin einer deutschen Schule.
Der Mitgliedschaft im Verein komme dabei eine entscheidende Rolle zu. Sie vermittele das Gefühl von Gemeinschaft und Zugehörigkeit und zeige, wie stark die deutsche Gemeinschaft Leute verbinden könne. Vorsitzende Rost hebt die Bedeutung der Identitätsfindung und-pflege über
18 ethnische Grenzen hinaus durch den Kontakt zu anderen Gleichaltrigen hervor: „ Für viele unserer Mitglieder ist die Zeit in den Jugendgruppen sehr prägend. Auch im Erwachsenenalter halten sie Kontakt und unterstützen wo möglich. Interessant ist zu sehen, dass auch rein rumänische Kinder in einem speziellen siebenbürgischen Bewusstsein mit eben einer deutschen / sächsischen Identität und Kultur aufwachsen, die Teil ihrer Identität wird. Für einzelne Kinder und die Jugend auf Dörfern sind die Angebote des Vereins eine willkommene Möglichkeit, Kontakte zu anderen Jugendlichen der Minderheit auch über größere Entfernung hinweg- als das traditionell üblich war- zu knüpfen.“ Jugendleiterin Alexia hebt dabei die Entstehung eines „ Verantwortungsbewusstseins“ hervor und sagt, dass als Ergebnis die Mitglieder neugierig würden. Sie möchten immer mehr entdecken, indem sie sich an den Aktivitäten der Gemeinschaft beteiligten. Werte wie Respekt, Zusammenhalt und Offenheit würden hochgehalten.
Für Alexia ist Zukunft mit Engagement verbunden: Deswegen freut sie sich nach eigenem Bekunden über die Aktivitäten der Jugendforen, der deutschen Schulen und der Kulturgruppen: „ Darüber hinaus ist ein entscheidender Faktor, der meiner Meinung nach zum Erhalt der Gemeinschaft beigetragen hat: die Einheit der Mitglieder. Eine geeinte Gemeinschaft stirbt niemals und dieser moralische Wert wird auch von den neuen Generationen übernommen. Deshalb bin ich der Ansicht, dass sich die Zukunft der siebenbürgisch-sächsischen Gemeinschaft positiv entwickeln wird.“ Auch die Zukunftsprognose der Vorsitzenden lautet positiv: Rost betont, dass sich die Gemeinschaft im Wandel befinde und neu definiere. Sie ist sich sicher, dass zwar Einiges an Traditionen verloren gehe, aber dass gleichzeitig Neues dazukomme. Eine aus ihrer Sicht spannende Entwicklung! Auch Jugendleiter Kevin Wagner glaubt an die Kraft der siebenbürgisch-sächsischen Gemeinschaft: „ Wenn diejenigen, die sich noch um diese