ihres Engagements.
Parallel engagierte sie sich in der Öffentlichkeitsarbeit. Unter ihrer Leitung entstand die Zeitschrift „ Volks- und Familienfürsorge“, die über soziale Fragen und die Arbeit der Nationalen Sozialaufsicht informierte. Doch politische Umwälzungen setzten Dr. Maria Stedller zu. 1944 wurde sie aus ihrem Amt entlassen, führte jahrelang Prozesse für ihr Recht, musste schließlich ihre Heimat verlassen: zuerst nach Rom, 1951 in die USA, wo sie an drei Universitäten lehrte. 1972 kehrte sie nach Ungarn zurück und lebte in Paumasch / Pomáz, im Haus ihrer Familie bis Mitte der 1980er Jahre.
Dr. Maria Steller war eine Frau, die Brücken zwischen Menschen, Orten und Generationen schlug. „ Für sie zählte immer das Wohl der Kinder und Jugendlichen“, sagte Lea- Katharina Steller. Dr. Maria Stellers Testament zeigt dies: Jedes Jahr sollten herausragende katholische Gymnasiasten die Möglichkeit erhalten, eine Universität zu besuchen. Am 4. März 1987 fand Dr. Maria Steller in Martinsberg / Pannonhalma ihre letzte Ruhe.
Heute lebt ihr Vermächtnis weiter. Die Maria-Steller- Hebammenpreise ehren herausragendes Engagement. 2021 wurde sie posthum Ehrenbürgerin von Paumasch. Ihre Lebensgeschichte erzählt von Mut, Bildung, Weitsicht und einem unerschütterlichen Sinn für Gerechtigkeit. Wer Paumasch besucht, spürt die Spuren dieser bemerkenswerten Frau, deren Wirken weit über ihre Heimat hinausreichte – und die doch in jedem Detail ihre Wurzeln bewahrte.
JUGEND, SPRACHE UND ENGAGEMENT SICHERN ZUKUNFT
Im Gespräch mit Jugendvertretern der siebenbürgisch-sächsischen Gemeinschaft
Die siebenbürgisch-sächsische Gemeinschaft gehörte bis zur politischen Wende 1989 / 90 zu den deutschen Auslandsgemeinschaften, die am besten ihre Sprache und Identität bewahrt haben. Der in den 1970ern einsetzende Freikauf der Rumäniendeutschen durch die Bundesrepublik und der Sturz des kommunistischen Regimes vor über 35 Jahren änderte dies nachhaltig. So gehören heutzutage die Siebenbürger Sachsen zu den kleineren deutschen Gemeinschaften und sind überaltert. Wie ist unter diesen Umständen die Gestaltung einer sächsischen Zukunft möglich? Darüber sprach Richard Guth mit Vertretern der deutschen Jugend in Siebenbürgen.
„ Seit 1993 gibt ist es Kontakte zwischen den einzelnen Jugendforen in Siebenbürgen. Das ist quasi das inoffizielle „ Geburtsjahr“ unseres Deutschen Jugendvereins Siebenbürgen. Institutionalisiert haben wir uns dann 1995. Im Jahre 1995 schlossen sich die deutschen Jugendorganisationen Siebenbürgens zu einem Regionalverband zusammen. Unser Ziel ist es, das Leben der deutschsprachigen Jugend aus Siebenbürgen aktiv zu gestalten. Der Verein besteht heute aus acht Lokalgruppen: Hermannstadt, Mühlbach, Fogarasch, Mediasch, Schäßburg, Kronstadt, Sächsisch Regen und Klausenburg“, erzählt Andrea Bettina Rost, Vorsitzende des Deutschen Jugendvereins Siebenbürgen. Der Verein zählt ca. 200 Mitglieder, ausschließlich aus Rumänien. In ihren Reihen finden sich nach Rosts Angaben nicht nur Siebenbürger Sachsen, sondern auch Schülerinnen und Schüler nichtdeutscher Herkunft, die eine deutsche Schule besuchen.
Über den organisatorischen Rahmen hinaus geht es beim Deutschen Jugendverein ganz besonders um das Innenleben einer Gemeinschaft. Hier spielen Volkstanz und Sommerfreizeiten eine wichtige Rolle, aber auch die Siebenbürgische Akademiewoche bietet die Möglichkeit, sich über Themen wie Geschichte und Kultur innerhalb der Gemeinschaft auszutauschen. Gerade der Sprache kommt eine besondere Rolle zu: „ Alle Aktivitäten des Vereins finden in deutscher Sprache statt. Es gibt besonders im Sommer Angebote gemeinsam mit Partnern und Jugendlichen aus Deutschland“, freut sich Rost. Jugendreferent Kevin Wagner sieht die Sprache in ihrer Funktionalität: „ Die deutsche Sprache im Verein hat als Funktion die Nachhaltigkeit der deutschen Sprache beziehungsweise der deutschen Kultur. Sie hat aber auch die Funktion, den Jugendlichen / Kindern die deutsche Sprache beizubringen und ihnen bei der Sprache zu helfen, damit sie diese besser beherrschen können. Die Mitglieder sprechen gut Deutsch, verstehen auch alles, doch sie brauchen mehr Gelegenheiten deutsch zu sprechen, damit sich die Gespräche und die Sätze flüssiger entfalten können.“ Jugendleiterin Alexia Tîţu, die aus einer rein rumänischen Familie stammt, stützt die Position ihres Kollegen Kevin und sagt, dass „ die große Mehrheit der Mitglieder auf einem mittleren bis fortgeschrittenen Niveau auf Deutsch kommuniziert und interagiert, da sie sich im Jugendalter befinden. Mit der Zeit erwerben sie immer mehr Kenntnisse und Kommunikationsfähigkeiten in der deutschen Sprache. Der DJVS fördert in diesem Sinne die möglichst häufige Interaktion auf Deutsch und unterstützt die Erweiterung des Wortschatzes sowie die grammatikalische Korrektheit.” Die Mitarbeit im DJSV und der häufige Gebrauch der deutschen Sprache hätten ihr( Alexia) Selbstvertrauen verliehen und dabei geholfen, Abitur und die Sprachdiplomprüfung erfolgreich zu meistern.
Auch die Kontakte zu Siebenbürger Sachsen im Mutterland sind rege: „ Wir arbeiten sehr eng mit dem Forum zusammen, unterstützen wo möglich und haben ebenso zu den Verbänden der Siebenbürger Sachsen in Deutschland gute Verbindungen- natürlich vor allem zur Siebenbürgischen Jugend in Deutschland, mit der wir gemeinsame Projekte durchführen. Gemeinsam mit der SJD verleihen wir auch den Jugendpreis.“ Das evangelische Erbe sei
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