Schritte oder der Prozess der Blaufärbung aussehen?
JS: Ja, die Grundtechnologie ist, dass wir ein weißes Textil nehmen. Der Stoff wird gemustert und auf den gemusterten Stoff wird eine Paste aus verschiedenen Chemikalien aufgetragen, die die Grundfarbe während des Färbeprozesses schützt. Dann wird blau gefärbt und am Ende mit saurem Wasser ausgewaschen. Es gibt mehrere Arbeitsschritte. Zuerst müssen wir die Stoffe immer kochen. Und da brauche ich auch diese alte Technologie: Mit Waschsode koche ich die Stoffe eine Stunde lang, damit sie richtig sauber werden. Die nächste Phase kommt, wenn die Oberfläche ein bisschen hart wird, das ist wichtig wegen des Indigos. Dann kommt das Muster, dann tragen wir die Masse auf. Dann kommt die Färbung, das machen wir in der Kipa. Das ist ein zwei bis zweieinhalb Meter tiefer Brunnen in der Erde, der mit diesem blauen Wasser gefüllt ist. Dabei wird die Leinwand mit Hilfe eines Rahmens in die Indigofarbe getaucht und färbt sich dann an der Luft durch Oxidation blau. Je öfter man die Leinwand eintaucht, desto dunkler wird sie. Ich mache das etwa 14- bis 16-mal. Dann muss man das ganze Tuch drehen. Was unten war, kommt nach oben. Und dann tauche ich wieder sieben- bis achtmal. Dann kommt das Waschen. Das ist auch eine lange Prozedur, weil ich sieben verschiedene Waschtechniken brauche. Dann muss getrocknet werden. Wenn das Tuch getrocknet ist, wird es auf eine Walze gerollt und es wird ein wenig nass gemacht und besprüht. Dann lasse ich es etwa einen Tag in der Rolle und es bleibt schön glatt. Es muss nicht gebügelt werden.
SB: Woher nehmen Sie die Inspiration für Muster und Design?
JS: Meistens hat mein Vater die Modelle gekauft. Das war früher ein eigener Beruf. Leider gibt es so etwas nicht mehr. Die meisten Muster, die wir verwenden, sind mindestens über 100 Jahre alt, aber das ist kein Problem, wir können sie noch 100 Jahre verwenden. Und Blaufärberwerkstätten gibt es sowieso nicht mehr viele. Mein Vater hat auch ein paar Muster gemacht. In der Umgebung von Willand wollten viele Weinkellereien eigene Motive auf der Schürze oder auf der Serviette haben.
SB: Wie sehen Sie die Zukunft der Blaufärberei? Die Leute kaufen heute lieber in Bekleidungsgeschäften ein. Was bedeutet das für die Blaufärberei? herstellen und zum Beispiel Volkstanzgruppen oder ähnliche Gruppen interessieren sich dafür.
SB: Haben Sie schon mal versucht, modernes Design mit der traditionellen Technik des Blaudrucks zu verbinden?
JS: Ja, das haben wir versucht. Seit zwei Jahren machen wir jedes Jahr einen Preis für Leute, die entweder professionell arbeiten oder das nur als Hobby machen. Im Frühjahr geben wir fünf Meter Stoff dazu und dann können sie daraus ein Kleidungsstück machen, nicht unbedingt eine Tracht. Das wird dann im Juli bei unserem Blaufärber-Festival auf der Bühne präsentiert und von einer Jury bewertet. Letztes Jahr waren es ungefähr 40 Kleider, aber dieses Jahr waren es schon 50 und nächstes Jahr hoffentlich noch mehr. Das finde ich ganz interessant, weil es einerseits Trachtenmode gibt, z. B. die Großnarader Tracht, oder man kann auch ganz moderne Sachen sehen, das ist immer ganz interessant, was sie mit dem Stoff gemacht haben und wie sie die Blaudrucktechnik angewendet haben. Hier kann man den Leuten zeigen, dass diese Naturstoffe sehr bequem sind, vor allem im Sommer.
SB: Gibt es internationale Beziehungen zwischen den Blaufärbern?
JS: Ja, aber zuerst möchte ich etwas erwähnen. Wir sind stolz darauf, dass wir 2015 das ungarische Kulturerbe erreicht haben, und drei Jahre später haben wir zusammen mit vier Ländern- den deutschen, österreichischen, slowakischen und tschechischen Blaufärbern- das UNESCO- Weltkulturerbe erreicht. Seit dieser Zeit kommen die Blaudrucker in Europa ein bisschen besser zusammen. Wir sind gute Freunde, einmal im Jahr treffen wir uns und können uns ein bisschen fachlich, ein bisschen freundschaftlich unterhalten. Und diese Zusammenarbeit wollen wir natürlich fortsetzen. Dieses Jahr im Juli war hier bei uns diese Blaufärbertagung. Die deutschen, die slowakischen und die österreichischen Kollegen waren hier. Die tschechischen konnten leider nicht kommen, aber ich hoffe, dass nächstes Jahr alle kommen. Dann können wir gemeinsam unsere Probleme besprechen und gemeinsam können wir auch leichter unsere Ziele erreichen. Es gibt nicht viele Branchen, die sagen können, dass die Zusammenarbeit so gut ist, wie bei den Blaufärbern.
SB: Herr Sárdi, vielen Dank für das Interview.
JS: Ich kann sagen, dass diese fünf Werkstätten, die hier in Ungarn arbeiten, fast genug sind, weil die Leute das einfach nicht mehr so brauchen wie früher. Heute trägt niemand mehr Tracht. Aber wir können solche Kleider
JS: Danke auch.
Das Gespräch führte Martin Szanyi..
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