Sonntagsblatt 3/2025 | Page 38

OTTO-HEINEK-GEDENKTAGUNG DER UNGARNDEUTSCHEN IN BUDAPEST
Am 4. Juni fand die interdisziplinäre wissenschaftliche Konferenz „ Neue Forschungen zum Ungarndeutschtum“ im Haus der Ungarndeutschen in Budapest statt, die dem Gedenken an den ehemaligen prägenden Vorsitzenden der LdU, Otto Heinek, gewidmet war. Die Veranstaltung wurde in Kooperation zwischen der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen( LdU), dem Stiftungslehrstuhl für deutsche Geschichte und Kultur im südöstlichen Mitteleuropa an der Universität Fünfkirchen sowie dem Ungarndeutschen Kultur- und Informationszentrum und Bibliothek( Zentrum) verwirklicht.
An der Tagung wirkten herausragende ungarndeutsche und ungarische Wissenschaftler sowie angehende Doktoranden aus den Fachbereichen Geschichtswissenschaft, Rechtswissenschaft, Sprachwissenschaft, Germanistik / Linguistik, Soziologie und Volkskunde der Eötvös-Loránd-Universität, der Andrássy Universität Budapest, der Universität Fünfkirchen und der Universität Segedin mit. Zur Repräsentation der zweisprachigen Tradition unserer Nationalität und der Stärkung / Wiederbelebung der deutschsprachigen Wissenschaftlichkeit in Ungarn wurde die Konferenz in deutscher Sprache abgehalten.
An der hochrangigen akademischen Veranstaltung unserer Nationalität wurde auch unser Verein durch Vorstandsmitglieder der Jakob Bleyer Gemeinschaft vertreten. Vorstandsmitglied Frau Dr. Beate Márkus, Historikerin sowie Dozentin und Lehrstuhlleiterin der Universität Fünfkirchen, war als Hauptorganisatorin für den Erfolg der Konferenz verantwortlich und hielt zudem einen Vortrag über ihre neuen Forschungsergebnisse zum Thema „ Ungarndeutsche SS-Soldaten vor Gericht- Aspekte zu einem Opfermythos“. Neben ihr hatte auch der Vizevorsitzende der JBG, der Historiker( PhD-Doktorand) und Experte für internationale Beziehungen, Stefan Pleyer, die Gelegenheit, über seine im Rahmen seiner Dissertation geführten Forschungen zu referieren. Der Titel seines Vortrags lautete: „ Die Deutschtumspolitik der Weimarer Republik im Spiegel der revisionistischen ‚ geheimen Ostpolitik‘ 1919- 1933“.
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WUDERSCHER HISTORIKERTAGUNG 2025 ZUR REFORMZEIT / REFORMKOR 200
Am 13. September veranstaltete die Jakob-Bleyer-Gemeinschaft im Jakob-Bleyer-Heimatmuseum in Wudersch eine eigens zum 200. Jubiläum der ungarischen Reformzeit(„ Reformkor”) konzipierte Historikertagung. Im Mittelpunkt der Vorträge stand der ungarndeutsch – deutschungarische Aspekt, also wie diese nationalbürgerliche Erneuerung Ungarns zwischen 1825 und 1848 die verschiedenen deutschen Bevölkerungsgruppen, die Sprachfrage sowie auch die andere Nationalitäten im Lande mitprägte.
Als Auftakt eröffnete unser JBG-Vorstandsmitglied, Prof. Dr. Nelu Bradean-Ebinger, Germanist und Professor emeritus an der Corvinus-Universität Budapest, die Konferenz mit einer allgemeinen Einführung in die ungarische Reformzeit. Ihm folgte ein weiteres Vorstandsmitglied, Prof. Dr. Zoltán Tefner, emeritierter Professor für Geschichte und Germanistik an der Corvinus-Universität, der die Reform-Landesversammlungen der Ära zwischen 1825 und 1848 im Lichte des ungarländischen Deutschtums und der Nationalitäten untersuchte. Ergänzt wurde das Programm durch den stellvertretenden Vorsitzenden der JBG und Mitredakteur des Sonntagsblattes, Stefan Pleyer, Historiker-Ph. D.-Doktorand der Eötvös-Loránd-Universität und Experte der Internationalen Beziehungen mit seinem Beitrag über die Wirkungen der Reformzeit auf die Siebenbürger und Zipser Sachsen. Der geplante Vortrag von Prof. Dr. Hans Dama( Nikolaus Lenau in der Reformzeit) fiel diesmal leider aus gesundheitlichen Gründen aus.
STEFAN PLEYER WURDE ZUM NEUEN VORSITZENDEN DER JBG GEWÄHLT
Am 13. September 2025 fand im Jakob-Bleyer-Heimatmuseum in Wudersch eine außerordentliche Mitgliederversammlung des Jakob-Bleyer-Gemeinschaft e. V. statt. Anlass war das unerwartete Ableben des bisherigen Vorsitzenden, Dr. Georg Kramm.
Die Versammlung wählte einstimmig den bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden Stefan Pleyer zum neuen Vorsitzenden des Vereins. Pleyer nahm die Wahl an und dankte den Mitgliedern für das entgegengebrachte Vertrauen.
Darüber hinaus wurde Viktor Pócsik auf Vorschlag des Wahlbeauftragten in den Vorstand gewählt. Auch diese Wahl erfolgte einstimmig.
Mit der Neuwahl des Vorsitzenden und der Verstärkung des Vorstandes sieht sich der Verein gut aufgestellt, um seine Arbeit im Sinne der Gemeinschaft entschlossen fortzuführen.