Sonntagsblatt 2/2026 | Page 7

halt immer gut für das Museum, aber eben ein Problem mit der Trägerin.
SB: Was hat zu Ihrer einvernehmlichen Kündigung geführt?
KGF: Das ging jetzt schon seit Jahren so. Vor Covid war es noch nicht so schlimm, aber seitdem verschlechterte sich das. Die Renovierungsarbeiten wurden vor der Pandemie gemacht, jeder freute sich darüber. Wir waren Heimatmuseum des Jahres und Museum des Jahres sogar- da kam auch wieder Leben in die Bude. Es kamen sehr viele Besucher. Natürlich war es auch so, dass ich da sieben Tage die Woche eingebunden war- im Sommer auch während meiner Urlaube und unterwegs zur Arbeit. Es ist schwierig, wenn man von überall nur positive Rückmeldungen bekommt, und dann gerade von der Trägerin nicht, sondern nur Kritik. Das wurde irgendwann auch gesundheitlich für mich ein Problem. Es fehlte an Wertschätzung. Wir haben von Kindergartenkindern bis zu Doktoranden jeden eingeladen. Wir wurden auch wirklich oft aufgesucht: von Schulen, Gymnasien bis hin zu den Unis. Die Zahlen sprechen für sich, aber das sahen die älteren Herrschaften in der DNSVW eher weniger als Erfolg an. Außerdem war mir die deutsche Sprache besonders wichtig und wie ich sehe, ist das im Falle der Trägerin nicht so- obwohl mein ganzes Netzwerk, das ich aufgebaut hatte, aus deutschsprachigen Kontakten besteht. Bei der Sprache sehe ich keinen Kompromiss: Wenn die deutsche Sprache in der Ausschreibung des Postens des Direktors des Heimatmuseums nicht mehr drin steht, dann gebe ich meinen Namen nicht dazu. Ich habe schließlich im gegenseitigen Einverneh-

„ WIR HATTEN ZWAR DISKUSSIONEN, ABER UNS GUT VERSTANDEN“

DNSVW-Chef Georg Boros zur Vertragsaufhebung von Kathi Gajdos-Frank
( Richard Guth) Er sei überrascht gewesen, als er erfuhr, dass sich Kathi Gajdos-Frank nicht erneut um den Posten der Direktorin des Heimatmuseums bewerben möchte, sagte Georg Boros, Vorsitzender der Deutschen Nationalitätenselbstverwaltung Wudersch und Trägerin des Heimatmuseums, auf Anfrage des Sonntagsblattes. Aus seiner Sicht sei es ein ganz normaler Vorgang gewesen, dass man nach fünf Jahren den Posten neu ausschreibt- darauf hätte sie sich erneut bewerben können. Es sei vor allem so plötzlich gekommen, dass auch die Auszahlung der Gehälter der Mitarbeiter habe nicht garantiert werden können. men gekündigt. SB: Sie sind Vollversammlungsmitglied in der LdU. Hat die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen Ihnen ihre Hilfe angeboten oder eine Stellungnahme dazu gemacht?
KGF: Ich informierte die LdU-Vorsitzende Ibolya Hock-Englender und Bürgermeister Thomas Wittinghoff darüber, dass ich gekündigt hatte. Da die Stadt Wudersch und die LdU Unterstützer des Museums sind, musste ich das auch von Amts wegen machen. Beide haben das sehr traurig aufgenommen und es war für mich wirklich eine sehr positive Überraschung, dass in der nächsten Sitzung der Deutschen Selbstverwaltung beide persönlich erschienen sind. Sie haben dem Vorsitzenden der DNSVW auch erklärt, dass sie ein ungarndeutsches Institut nicht richtig unterstützen können, wenn dort die deutsche Sprache nicht mehr verlangt wird. In der Ausschreibung ist das jetzt wieder drin.
SB: Was sind Ihre Pläne für die Zukunft? KGF: Ich habe sehr viele positive Nachrichten seitdem bekommen, das war schon eine große Freude. Da ich so viele Brücken gebaut habe und ich auch schon früher Kontakte zum Deutsch-Ungarischen Jugendwerk hatte, werde ich jetzt dort als Projektmanagerin arbeiten. Ich bleibe dem Ungarndeutschtum auf jeden Fall erhalten. Es ist ja so, im Herzen bleibt man immer eine Ungarndeutsche.
Das Interview führte Gabriella Sós.
Eine lange Zusammenarbeit verbinde Boros mit der ehemaligen Museumsdirektorin: „ Vor 15 Jahren habe ich sie ins Museum geholt- trotz der Bedenken von anderen. Kathi ist die Tochter meines guten Freundes Johann Frank, daher die Bekanntschaft. Sie hat sich viel vorgenommen, aber auch vieles davon nicht umgesetzt“, erinnert sich der Vorsitzende. Dabei habe sie sich verstärkt um Kontakte nach außen bemüht, bei denen Boros den Eindruck gewonnen habe, dass es sich dabei um Gajdos-Franks Image gegangen sei. Es habe zwar Diskussionen zwischen Kathi Gajdos-Frank und ihm gegeben, aber es sei ein gutes Miteinander gewesen. Dies zeige sich darin, dass Gajdos-Frank weiterhin Mitglied im Deutschen Gemeinderat bleibe. Nach Boros‘ Eindruck sei die Auflösung des Vertrages vorbereitet gewesen, da Gajdos-Frank kurze Zeit später bereits bei einem anderen Arbeitgeber angefangen habe.
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