kunft bauen und dafür braucht man eben diese Brücken. Ich war dafür und fand das supergut, aber die Träger empfanden das weniger so.
SB: Wie hat sich das Verhältnis des Museums mit der Trägerin- der Wuderscher Deutschen Selbstverwaltung- entwickelt? Das Museum war ja ehemals eine ortshistorische Sammlung, die von der DNSVW übernommen wurde. Jetzt ist es so, dass Sie- wenn ich das richtig verstanden habe- einen anderen Weg einschlagen wollten als der Träger. Was halten Sie von dieser Konstruktion, dass ein Gremium- das nicht vom Fach ist- Ihnen als Fachleute einen Weg vorschreibt, der Ihnen nicht entspricht?
KGF: Trägerin war schon immer die DNSVW,
also seitdem ich Direktorin war. Ich möchte auch keine Konflikte, sondern bin dafür, gemeinsam Lösungen zu finden. Anfangs ging es ja immer nur um Wuderscher Geschichten. Mit der Zeit entwickelten sich aber eben die genannten Kontakte und das fand ich auch gut: Wir sind wirklich beliebt geworden, haben viele Auszeichnungen bekommen und deshalb sind so viele von außerhalb gekommen und freuten sich mit dabei zu sein. Von da an kamen schon die Fragen von der Trägerin, warum ich mich nicht um Wudersch kümmere. Natürlich tat ich das, aber daneben gab es auch andere ungarndeutsche Themen, die wichtig waren. Ich habe dann immer wieder die Fragen gestellt bekommen, warum ich denn schon wieder in Wien bin oder in Gerlingen. Ich versuchte das ständig zu erklären. Es gibt ja Dokumentationen, die diese Aufenthalte beweisen, nicht dass sie davon nicht gewusst hätten. Aber die Ziele und unsere Einstellungen waren ganz verschieden. Ich versuchte auf jeden Fall Kompromisse zu finden, aber das wurde immer schwieriger mit der Zeit. Ich würde auch sagen, wenn die Trägerin keine Fachleute hat, dann sollten doch in den Trägerschaften solche Leute als Mitwirkende oder Beisitzer dabei sein, die vom Fach sind.
SB: Es wurde auch ein Grundstück erworben, wo das Museum noch ausgeweitet werden sollte. Wie steht es darum?
6
KGF: Die Trägerin hat das Museum gekauft und ich war damals schon mit dabei- auch bei der Renovierung. Diese drei Jahre waren sehr intensiv, das wissen alle Beteiligten. Nach den Renovierungsarbeiten hat die Deutsche Selbstverwaltung das Grundstück gekauft. Danach sagte ich, dass sich die Deutsche Selbstverwaltung von da an um alles kümmern muss: Da ist ein altes Gebäude, Renovierungsarbeiten fallen an, Versicherung- all das ist mit Kosten verbunden. Ob das so in Ordnung ist, wollte ich wissen. Es ist ja bekannt, dass die Selbstverwaltungen nur um die drei Millionen Forint( 8800 Euro) haben, die sie von Staat erhalten. Die Deutsche Selbstverwaltung bekommt etwas mehr von der Stadt Wudersch. Da aber geht es um Projekte, nicht um das Gebäude. Da muss man sich doch- wie das auch zu Hause im eigenen Haushalt so ist- Richtung Zukunft Gedanken machen. Da erhielten wir die Antwort von der Deutschen Selbstverwaltung, dass das doch nicht unser Problem sei. Es gehe ja schließlich um das Gebäude und somit um das Museum. Da gab es auch in unseren Bürogebäuden Probleme- wir hatten sehr viel Arbeit mit Ausschreibungen und Bewerbungen. Ich bedanke mich hier bei meinen Kollegen dafür, denn wir konnten sehr viel erreichen: Isolierung, neue Fenster, Dach, Sanitäranlagen- das ging dann Jahre lang so, immer Schritt für Schritt. Dafür bekamen wir aber nie ein Lob, sondern immer nur Kritik von der Trägerin- zum Beispiel, warum wir diese oder jene Farbe ausgewählt hätten und so etwas. Da zeigte sich auch, dass die Trägerin eigentlich nicht sah, was für eine riesige Arbeit dahinter steckt- das war dann