Zugleich erscheint Ruppert nicht wie jemand, der nur auf die ganz große Bühne abzielt. „ Die Werke, die mir am meisten am Herzen liegen, würde ich nicht verkaufen. Sie sind geboren aus meinen Erfahrungen, sie leben in mir. Kein Geld könnte das ausgleichen – sie sind wie meine Kinder“, sagt der Künstler. „ Es ist ein bisschen so, als würde ein Dichter seine Verse nur für den eigenen Schreibtisch schreiben.“ Das liegt auch daran, dass Ruppert seine Skulpturen und Graphiken als Form des Selbstaufbaus sieht- bei sich und bei anderen. Als er sich mal hinreißen ließ, eine Skulptur zu veräußern, sagte der Interessent: „ Ich kaufe diese Skulptur, weil sie mich aufbaut.“ Ruppert war nach eigenen Angaben von diesen Worten überrascht, weil sie auch von ihm selbst hätten stammen können. „ Wenn ein Kunstwerk so wirkt, habe ich mein Ziel erreicht“, sagt er stolz.
Dafür braucht es manchmal ordentliche Knochenarbeit. Wenn es also in den Hügeln um Seksard wieder einmal hämmert und dröhnt, dann arbeitet dort jemand, der Geschichte in Stein meißelt.
Seine Werke sind unter u. a. unter: http:// sites. google. com / view / ruppertartde, Facebook: ruppertart, in der Zeitschrift „ Képírás“( Ausgabe vom 17. Mai 2022) und auf YouTube zu sehen.
WAS IST NUR AUS DEM ORT GEWORDEN, WO DU AUFGEWACHSEN BIST?
Von Helmut Kurtz
Ein Ort, wohin annähernd vor 1000 Jahren deine Vorfahren gekommen sind. Wo sie lebten, arbeiteten, wo immer Deutsch gesprochen wurde, bis es vor acht Jahrzehnten für sie unangenehm wurde.
Die, die nicht mit den verbündeten Truppen das Dorf verließen, wehrten sich verbittert mit den Bewohnern der Nachbardörfer, mehr als eine Woche noch nach der offiziellen „ Befreiung” ihres Geburtslandes. Zum „ Lohn” dafür mussten sie in den umliegenden, nichtdeutschsprachigen Dörfern nach Weisung des Amtsleiters Zwangsarbeit leisten, bis der Tag der ersten Welle der „ Vertreibung” kam.
Die Liste wurde von Tag zu Tag, Stunde zu Stunde immer länger, bis Ende Mai ca. 975 Namen darauf standen. Bis dahin waren die Felder bestellt und die Saat in der Erde. Der Dorfpfarrer gab ihnen das letzte Geleit bis zum Bahnhof, wo der Zug ins Ungewisse aufbrach....
Gebrochen kam der Dorfpfarrer zurück und spendete Trost den Zurückgebliebenen, da die meisten auch schon obdachlos wurden. Bewacht von den Gandarmen der Schergen der alten-neuen Machthaber mussten sie zusehen, wie man sich an Hab und Gut der Zurückgebliebenen bediente. Auf den Aufruf des Umsiedlungskommissariats hin meldeten sich noch mehr Anwärter aus den umliegenden, nichtdeutschsprachigen Dörfern.
Der Weg war eindeutig weit gelegen, Häuser in den Bergen wurden den Uransässigen zugewiesen, wo sie mit nichts da standen. Um die Abwanderung zu beschleunigen.
Als es den Machthabern zu langsam ging, wurde die nächste Zuggarnitur zusammengestellt für die ganzen umliegenden deutschsprachigen Dörfer, aber jetzt ging es bewusst schon in die Ostzone. Die noch Zurückgelassenen mussten sich jeden Tag zu unmöglichen Zeiten bei der „ grünen Staatspolizei” oder beim Ratsamt melden.
Bis zum Staatsvertrag gab es keine Grenze zur Demokratie, nur zur russischen Zone des Nachbarlandes. Eine Mausefalle.
Mit den „ dreckigen Schwaben”, minderjährigen Kindern ließ man die Minenfelder mähen … Wenn jemand zu schaden kam oder umkam, wurde er als Kolateralschaden geführt.
Der einzige Ausweg war wegzuziehen und Mischehen einzugehen. Wer das nicht tat, der war für die Schergen der Macht verdächtig und gleich Klassenfeind. Einziger Ausweg blieb sich zu bilden- und wenn es ging- zu studieren.
So verblieben von den einst mehr als 1.400 Einwohnern im Dorf drei mit Hauptwohnsitz, zwei mit Zweitwohnsitz, in der Stadt selber zwei Personen mit Verbundenheit und Wurzeln im Dorf.
Dann fragst Du dich selber, wo Du hingehörst …
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