Die Umsiedlungen endeten in den Jahren 1948 – 1949. 1950 erhielten die in Ungarn verbliebenen Deutschen ihre Staatsbürgerschaft zurück.
Nachkriegszeit und Versöhnung 1948 wurde die Grundschule verstaatlicht. Ein Jahr später erhielt das Dorf elektrisches Licht. Gleichzeitig verließen immer mehr Menschen das ethnisch gemischte Dorf, um in den Städten Arbeit in der Industrie zu finden.
1952 lebten noch 877 Einwohner in der Gemeinde, darunter lediglich 436 ursprüngliche Dorfbewohner. Die Aus- und Umsiedlungen bzw. die Vertreibung hatten die gesellschaftliche Struktur des Dorfes grundlegend verändert. Erst in den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich langsam eine Versöhnung zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen.
Die wichtigste Veränderung in den sozialistischen Jahren war, dass das alte bäuerliche Dorfleben langsam zerfiel. Nach den Vertreibungen und Umsiedlungen lebten in Sagatel Menschen aus sehr unterschiedlichen Regionen zusammen. Die frühere, fast vollständig deutschsprachige Dorfgemeinschaft existierte nicht mehr. Stattdessen entstand ein ethnisch und sozial gemischtes Dorf. Viele traditionelle Familienstrukturen gingen verloren.
Gleichzeitig begann in den 1950er und 1960er Jahren die sozialistische Umgestaltung des Dorflebens. Die Landwirtschaft wurde zunehmend kollektiviert. Viele Bauern mussten ihre selbstständige Bewirtschaftung aufgeben und in landwirtschaftlichen Genossenschaften arbeiten. Dadurch verloren zahlreiche Familien ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit. In ganz Ungarn führte die Kollektivierung dazu, dass viele Menschen die Dörfer verließen und Arbeit in Städten oder Industriebetrieben suchten. Auch in Sagatel setzte eine starke Abwanderung ein. Immer mehr Einwohner gingen in die Städte, weil die Landwirtschaft kaum noch ausreichenden Lebensunterhalt bot. Die jüngere Generation orientierte sich zunehmend an Industriearbeit, moderner Bildung und städtischem Leben. Das spiegelte sich in dem Rückgang der Zahl der Dorfbewohner in den 1970er Jahren wider. Laut der Volkszählung lebten 1960 786 Menschen im Dorf, deren Anzahl bis zum Jahr 1970 auf 585 schrumpfte. Die Grundschule wurde aus diesem Grund geschlossen.
Ein weiterer großer Wandel betraf die Sprache und Kultur. Vor dem Krieg war Deutsch Alltagssprache im Dorf. Nach 1945 wurde die deutsche Identität jedoch vielfach verdrängt oder aus Angst verschwiegen. Viele Familien sprachen mit ihren Kindern bewusst ungarisch, damit diese keine Nachteile hatten. Dadurch ging der Gebrauch des deutschen Dialekts über die Jahrzehnte stark zurück.
Ab den 1960er und 1970er Jahren kam es langsam zu einer gewissen Stabilisierung im Dorfleben, aber die Abwanderung und die Alterung der Bevölkerung setzte sich fort. 1990 lebten noch 393 Sagateler in der Gemeinde, deren Anzahl heutzutage auf unter 200 sank. Aber immerhin wird das Dorfleben von seiner ungarndeutschen Identität geprägt, was an der hohen Prozentzahl seiner bekennenden ungarndeutschen Einwohner zu erkennen ist.
Damit endet meine Beitragsreihe von Sagatel. Wer aber mehr über das Dorf wissen möchte, kann die Seite szakadat. fw. hu aufsuchen. Dort gibt es eine Sammlung von verschiedenen Videos, Beiträgen und Bildern über das Dorf sowie über dessen ehemalige Einwohner. Dank der Sammelarbeit und der Dokumentation von Peter Kremer kann man vieles über Sagatel erfahren.
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