Sonntagsblatt 2/2026 | Page 30

WAS PATRIK LOMPART ALS KDV-VORSITZEN- DER VORHAT

Die Erstveröffentlichung erfolgte am 14. März 2026 im Karpatenblatt. Zweitveröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Chefredakteurin Katrin Litschko
Am 12. März wurde Patrik Lompart an die Spitze des Karpatendeutschen Vereins gewählt und folgt auf den langjährigen Vorsitzenden Dr. Ondrej Pöss( JBG-Vorstandsmitglieder trafen beide Spitzenfunktionäre der karpatendeutschen Gemeinschaft im Rahmen einer Studienfahrt in die Slowakei Sommer 2023, SB-Red.). Im Karpatenblatt-Gespräch werfen wir mit dem neuen Vorsitzenden einen Blick auf seine Prägungen, seine Pläne und seine Visionen für die deutsche Minderheit in der Slowakei.
Erst einmal „ Herzlichen Glückwunsch“ zur Wahl als Vorsitzender des KDVs! Du stammst ja selbst aus einer karpatendeutschen Gemeinde in der Oberzips. Wie bist du aufgewachsen?
Aufgewachsen bin ich in Hopgarten / Chmeľnica in einer Familie, in der der Dialekt – das Hopgärtnerische – zum Alltag gehörte. Zu Hause wurde mit den Großeltern und auch mit der ganzen Familie meistens im Dialekt gesprochen. So habe ich die Sprache schon von klein auf ganz natürlich gelernt. Den ersten Kontakt mit der deutschen Sprache außerhalb der Familie hatte ich dann im Kindergarten. Dort wurde neben dem Slowakischen auch Deutsch verwendet und wir haben einfache Wörter, Lieder und Reime gelernt. Die erste Stufe der Grundschule habe ich direkt in Hopgarten besucht. Deutsch spielte im Unterricht eine wichtige Rolle und wir hatten viele Stunden, in denen wir Deutsch gelernt und verwendet haben. Später, in
30 der zweiten Schulstufe, bin ich nach Altlublau / Stará Ľubovňa gegangen. Auch dort wurden die Deutschkenntnisse erweitert. Neben dem Hochdeutschen war aber auch unser Dialekt weiterhin präsent – sowohl im Alltag als auch in der Schule.
Auch im Studium hast du dich der deutschen Sprache gewidmet. Wie sah deine akademische Laufbahn aus?
Mein Bachelorstudium habe ich an der Katholischen Universität in Rosenberg / Ružomberok abgeschlossen. Anschließend habe ich an der Universität der Heiligen Kyrill und Method in Tyrnau / Trnava weiterstudiert, wo ich 2014 meinen Masterabschluss gemacht habe. Während des Studiums konnte ich nicht nur die Sprache, sondern auch die Kultur und die Traditionen der deutschen Minderheit vertiefter kennen lernen. Dadurch hat sich auch meine Beziehung zu meiner Heimat gefestigt. In meiner Masterarbeit habe ich mich der Erforschung der Gemeinde Hopgarten und ihres örtlichen Dialekts gewidmet. Dabei habe ich theoretisches Wissen mit praktischen Erfahrungen zu kultureller Identität und Sprache verbunden. Das war auch die Grundlage für meine weiteren Aktivitäten im Bereich der deutschen Minderheit und der Bildungsarbeit. Nach dem Hochschulabschluss war ich als Dozent an der Katholischen Universität tätig. Anschließend absolvierte ich ein Doktorstudium( PhD.) im Fach Soziale Arbeit. In meiner Dissertation habe ich das System der Ersatzfamilienbetreuung in