Sonntagsblatt 2/2026 | Page 28

tums zu klein. Deshalb verpflichtete man die Gemeinde 1938 zur Einrichtung eines dritten Klassenzimmers sowie einer zusätzlichen Lehrerstelle.
Bereits 1926 entstand außerdem eine Ortsgruppe des Ungarländisch-Deutschen Volksbildungsvereins( UDV).
Volksbundbewegung und nationale Spannungen
In den 1930er Jahren breitete sich die Volksbundbewegung im gesamten Transdanubien aus. Sie unterstützte die politischen Ziele des Deutschen Reiches und betrieb intensive Agitation unter der deutschsprachigen Bevölkerung. Besonders ärmere Bevölkerungsschichten fühlten sich von den sozialen Versprechungen angesprochen.
Im Juni 1940 gründete sich auch in Sagatel eine Ortsgruppe des Volksbundes, der sich viele Einwohner anschlossen. Zusätzliche Bedeutung gewann die Bewegung dadurch, dass der bekannte Sprachwissenschaftler Professor Adam Schlitt aus dem Dorf stammte.
Die Volkszählung von 1941 zeigt die besondere ethnische Situation des Dorfes: Von 1159 Einwohnern hatten 1122 Deutsch als Muttersprache, 717 von ihnen sprachen zusätzlich Ungarisch. Gleichzeitig bekannten sich 62 Prozent der Bevölkerung zur ungarischen( madjarischen) Nationalität. Viele Einwohner schlossen sich daher auch der Bewegung „ Treue zum Vaterland“ an.
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Der Zweite Weltkrieg und seine Folgen 1942 trafen die ersten Todesnachrichten von der Ostfront ein. Nach der deutschen Besetzung Ungarns begann die Einziehung in die deutsche Armee. Viele Bewohner von Sagatel meldeten sich jedoch lieber zur ungarischen Armee.
Ende 1944 zogen zunehmend flüchtende Truppen durch das Dorf. Am 2. Dezember 1944 erreichte eine sowjetische Patrouille Sagatel. Der Gemeindevorstand ließ daraufhin die weiße Fahne hissen. Pfarrer Joseph Eberhard und Notar Béla Szivér empfingen die sowjetischen Soldaten an der Statue des heiligen Florian.
Dort sammelten sich auch ungarische Soldaten, die entwaffnet und nach Hidjess( Hedjess)/ Hőgyész gebracht wurden. Die sowjetischen Truppen forderten die Einwohner auf, ihre alltägliche Arbeit fortzusetzen.
Deportationen und Bodenreform Am 1. Januar 1945 wurden 92 Männer und Frauen aus Sagatel zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion deportiert. Erst 1949 kehrten 70 von ihnen zurück.
Im Frühjahr 1945 führte die ungarische Regierung eine Bodenreform durch. Der Besitz von Großgrundbesitzern, Kriegsverbrechern und Mitgliedern des Volksbundes wurde enteignet. Eine Kommission aus ortsansässigen Deutschen beschlagnahmte insgesamt 82 Häuser und 293 Joch Land.
Die Neuverteilung des Besitzes löste große Spannungen aus. Die ärmeren Einwohner konnten die ihnen zugewiesenen Güter jedoch nur kurze Zeit behalten, da bald madjarische Ansiedler eintrafen. Die ersten 28 Familien kamen aus Buják, weitere Siedler überwiegend aus dem ehemaligen Oberungarn.
Umsiedlungen und gesellschaftlicher Umbruch
Insgesamt wurden 109 Familien mit etwa 600 Personen aus dem Dorf ausgesiedelt / vertrieben. An ihre Stelle kamen 154 Familien aus fast zwanzig verschiedenen Ortschaften. Dadurch veränderte sich die Zusammensetzung der Bevölkerung grundlegend.
Viele der Neubauern blieben jedoch nicht dauerhaft in Sagatel. Bereits 1949 hatte das Dorf nur noch 976 Einwohner. Von ihnen betrieben 144 eine Bauernwirtschaft mit einer durchschnittlichen Größe von fünf bis fünfzehn Joch.