geordneten sind. Er sollte ihrer eigenen Verantwortung, ihrer gemeinsamen Überzeugung und ihrem wahren Gewinn dienen. Es geht hier nicht darum, einen willkommenen Nutzen mit kurzfristigsten Vorteilen bis ins Parlament zu bringen.
Wahlen gewinnt man nicht alleine durch Kommunikationsteams und ausgeklügelte wohlklingende Slogans. Auch wenn diese noch so professionell erscheinen, braucht man zum Urnengang noch immer den überzeugten Wähler. Er ist bereit, einen Teil seiner Souveränität an einen Kandidaten zu übertragen. Ohne manipuliert zu werden, gibt der Wähler seine Stimme freiwillig ab. So lässt er seine Meinung durch diesen Kandidaten öffent-
MAN HAT ES WOHL NICHT VERSTANDEN
Von Johann Schuth( erstmalig erschienen in der NZ, Ausgabe 19 / 2026)
Man hat es wohl nicht verstanden, warum es wichtig gewesen wäre, dass die Ungarndeutschen durch einen eigenen Abgeordneten im Parlament zu Budapest vertreten sind!
Dass man es leider überhaupt nicht verstanden hat, worum es geht, dafür ist der wichtigste Beweis, dass über zehntausend Registrierte sich von der ungarndeutschen Wählerliste haben streichen lassen.
Gewisses Verständnis kann man hegen für diejenigen, die sich vom Wahlverhalten des früheren ungarndeutschen Parlamentsabgeordneten enttäuscht fühlten: Er hatte nämlich auch alle sehr umstrittenen Beschlüsse der Regierungspartei mitgetragen. Aber es ist nicht zu leugnen, dass er sich sehr wohl für langfristige Belange der Minderheiten überaus erfolgreich eingesetzt hat: Nationalitätenzulage der Pädagogen, Nationalitätenstipendien für angehende Pädagogen, Finanzierung von notwendigen Investitionen in Bildungseinrichtungen – alles wichtige Voraussetzungen für das Überleben der Sprachen der Minderheiten und keine kurzfristigen Vorteile!
Der neue Spitzenkandidat hätte wohl einen Vertrauensvorschuss durch seinen bisherigen Einsatz für unsere Volksgruppe verdient. Er vertrat und vertritt durchaus nicht eine einzig und alleinig ermöglichte Richtung, sondern wurde im Konsens der Komitatsverbände von der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen gewählt, die aus den Nationalitätenwahlen hervorgegangen ist. Die deutsche Liste ist eine Parteiliste! Deshalb ist auch das Argument falsch, man hätte bei der deutschen Liste keine Alternative. Konnte man vielleicht zwischen zwei Tisza-Parteilisten oder zwei FIDESZ-Parteilisten wählen? lich und persönlich zufriedenstellend vertreten. Man hat es wider jegliche Vermutung schon sehr wohl verstanden, worum es letzten Endes bei der parlamentarischen Vertretung geht.
Somit liegt die Kommunikationskunst darin, einen Kandidaten nach Richtlinien sorgfältig auszuwählen. Dann presst man den Kandidaten- mit etwas Garnierung geschmückt- den Wählern in den Magen hinunter. Doch dort liegt der Gang vom letztens servierten Einerlei- vom Einheitsbrei- noch immer unverdaut und blähend quer. So etwas kann halt schon mal zum Durchfall führen. Nicht wahr?
Wahlen gewinnt man leider durch von Kommunikationsteams ausgeklügelte wohlklingende Slogans. Tausende „ überzeugte Wähler“ ließen sich durch die Parteien und die Medien einfach manipulieren- dass ohne ihre Stimmen für eine Parteiliste der Weltuntergang kommt. Ein angesehenes Forschungsinstitut verkündete, dass die Wahllisten der Minderheiten eine Schande im ungarischen Wahlsystem darstellen. Dieses Forschungsinstitut dokumentierte laufend, wie viele Wähler sich von den Wahlregistern abmelden. Praktisch alle Medien propagierten fortan eher die Möglichkeit des Abmeldens vom Wahlregister. Die Parteien taten das in direkter Kommunikation( auch der Verfasser dieser Zeilen wurde per E-Mail aufgefordert, „ sich zu überzeugen“, ob er tatsächlich im deutschen oder zigeunerischen Wahlregister vorkommt), um für eine Parteiliste zu werben.
Dabei wurde das Wichtigste nicht einmal erwähnt: Die Registrierten können mit ihrer Erststimme den Direktkandidaten einer Partei wählen, was Spitzenkandidat Gregor Gallai und LdU-Vorsitzende Ibolya Hock-Englender bei unzähligen Wahlveranstaltungen überall im Lande immer wieder betont hatten – leider umsonst. Tisza hat ja mit den Erststimmen die überwiegende Mehrheit der Direktmandate errungen und damit mehr als die Zweidrittelmehrheit für sich gesichert. Die paar Tausend Stimmen von Ungarndeutschen und Zigeunern fielen bei den Parteilisten überhaupt nicht in die Waage!
Dem neuen ungarndeutschen Sprecher Gregor Gallai wünschen wir, sich in enger Abstimmung mit der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen für die Belange der ungarndeutschen Gemeinschaft erfolgreich einzusetzen.
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