Sonntagsblatt 2/2025 | Seite 33

schwaben in Serbien und der Deutschböhmen. Mit der im Jänner in Ungarn abgehaltenen Vortragsreihe des brasiliendeutschen Journalisten und Kulturschaffenden Newton Schner Jr. gewannen die interkontinentalen Beziehungen einen neuen Schwung, der in der Zukunft in klingende Münze umgesetzt werden soll. Was das Auswärtige angeht, so bemühen sich die Mitglieder der Gemeinschaft auch, neue Brücken in Richtung Österreich zu bauen. Der erste Schritt hierzu war der Märzbesuch bei der VLÖ und der ÖLM im Rahmen der Edmund-Steinacker-Gedenkreise( siehe dazu nachfolgenden Bericht). All dies dient dem Ziel, gemeinsam mit den Kulturvereinen in Österreich das Mutterland Österreich zu einer engagierten Rolle in der Förderung der altösterreichischen deutschen Minderheiten in der ostmitteleuropäischen Region anzuregen.
Als Schlussakkord der Veranstaltung gab Patrik Schwarcz- Kiefer einen detailreichen Vortrag mit dem Titel „ Was die Statistiken zeigen? Aktueller Zustand der Volksgruppe“. Schwarcz-Kiefer als internationaler Ökonom und Experte der internationalen Beziehungen führte in den vergangenen Jahren eingehende statistische Forschungen zur demografischen Entwicklung unserer ungarndeutschen Nationalitätengemeinschaft durch. In seinem Vortrag legte er besonderes Augenmerk auf das Komitat Branau sowie auf die als Schwäbische Türkei bekannte südungarische Region. Dabei konnte er aufzeigen, dass die Assimilation und Abwanderung der autochthonen deutschen Bevölkerung aus Südungarn in jüngerer Zeit stetig zunahm und sich beschleunigte.

DIE NEUE GENERATION DER JAKOB BLEYER GEMEINSCHAFT STELLTE SICH IN ÖSTERREICH VOR

Von Stefan Pleyer
Vorstandsmitglieder unseres Vereins unternahmen im Frühjahr eine Rundreise in Österreich und statteten unseren engsten Partnerorganisationen und Freunden Besuche ab. Anlass für den Visit war der 96. Todestag von Edmund Steinacker, anlässlich dessen unsere Mitglieder und Unterstützer eine würdige Gedenkveranstaltung zu Ehren dieser großen ungarndeutschen historischen Persönlichkeit abhielten. Neben der erinnerungspolitischen Ausrichtung unseres Programms besuchten wir unsere wichtigsten Partnerorganisationen in Österreich- die VLÖ und die ÖLM- um die Grundlagen für eine tiefere zukünftige Zusammenarbeit niederzulegen. Während des diesjährigen Treffens hatten auch unsere jungen Mitglieder die Gelegenheit, sich bei unseren altösterreichischen Verbündeten vorzustellen und ihre Arbeit für die deutsche Nationalität in Ungarn zu präsentieren. Dabei waren auch die Richtlinien für die aufzubauende Kooperation zwischen dem Ungarndeutschtum, den anderen ostmitteleuropäischen altösterreichischen deutschen Minderheiten und Österreich als Mutterland festzulegen.
Für unsere Österreichreise wählten wir den 21. März, den nächstgelegenen Termin zum Todestag von Edmund Steinacker( 19. März): So führte uns der Weg zur ersten Station unseres Programms, nämlich zum Friedhof von Klosterneuburg, wo das Grabmal der großen ungarndeutschen historischen Persönlichkeit liegt. Der Verein ehrte Steinacker erstmals 2019, anlässlich seines 90. Todestages auf dem Friedhof von Klosterneuburg. In diesem Jahr gelang es uns zum zweiten Male, die Gedenkveranstaltung in
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