lebt im 18 . Jahrhundert auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands unter schwierigen Lebensbedingungen und plötzlich ergibt sich die Möglichkeit , in Ungarn ein neues Leben mit besseren Chancen anfangen zu können . Ihr steigt auf eine Ulmer Schachtel und macht den langen Flussweg in das Unbekannte …“
Eine ungarndeutsche Zeitreise , die von der Ansiedlung bis zu den heutigen Tagen dauert . Wir glauben , dass es ein Spiel ist , das zum Nachdenken und zu interessanten Gesprächen zwischen Generationen führt und dabei auch viel Spaß macht .
Wir hoffen darauf , dass dieses Jahr noch die Zeiten kommen , wo wir uns wieder persönlich treffen dürfen . Wenn es der Fall wird , möchten wir regionale Spielabende organisieren , an denen wir das Spiel vorstellen und die teilnehmenden deutschen Selbstverwaltungen ein Exemplar des Spiels kostenlos mit nach Hause nehmen können , um das Spiel in ihren Heimatorten vorzustellen und jedem die Möglichkeit zu sichern , mit dem ungarndeutschen Gesellschaftsspiel zu spielen . So soll das Spiel die Bildungseinrichtungen , Vereine und alle Ungarndeutschen erreichen , die damit spielen möchten .
Wir bitten also die deutschen Selbstverwaltungen , einen Online Fragebogen auszufüllen ( https :// tinyurl . com / lduspiel ), in dem wir sie befragen , wer ein Exemplar des Spiels haben möchte , und wer uns helfen möchte , einen regionalen Spielabend zur Vorstellung des Spiels zu organisieren . Mit diesen Informationen können wir dann später schneller reagieren und möglichst viele solche Spielabende verwirklichen .
Zum Schluss möchten wir uns bei dem BMI für die großzügige Förderung bedanken . Wir glauben fest daran , dass wir mit diesem innovativen Projekt wirklich viele Leute erreichen können und dadurch unsere Gemeinschaft stärker wird .
BMI-Förderung für den Landesrat Quelle : Landesrat / Johann Hahn
Der Landesrat der ungarndeutschen Chöre , Kapellen und Tanzgruppen erhielt vom Bundesministerium des Innern , für Bau und Heimat ( BMI ) über die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen im Jahre 2020 eine Zuwendung in Höhe von 20.988,73 Euro .
Durch die Förderung konnten eine Truhenorgel , ein digitales Mischpult , zehn Archivschränke , zwei mobile Lautsprecher , fünf Diktiergeräte und ein mobiles Tonaufnahmegerät angeschafft werden bzw . vier Fachtage der verschiedenen Sektionen ( für
SoNNTAGSBLATT
Chöre , Kapellen , Tanzgruppen und für Jugend ) organisiert werden . Die Anschaffungen erleichtern die Erledigung der administrativen Aufgaben und gestalten die Veranstaltungen niveauvoller . Die Weiterbildungsmöglichkeiten werden in Zukunft die Arbeit in den verschiedenen Kulturgruppen methodisch verbessern und dadurch die Authentizität der Vorführweise sicherstellen .
Der Landesrat der ungarndeutschen Chöre , Kapellen und Tanzgruppen möchte sich auf diesem Wege für die Förderung bedanken .
Solange noch …
Deutscher Gemeinderat und Deutschclub Tarian / Tarján starten im Pandemiejahr ein besonderes Projekt
Von Richard Guth
„ Wir sind vor einem Jahr in der Faschingszeit auf die Idee gekommen , das war während der Kneipenolympiade ; Ideengeber war ein guter Freund , der Filmemacher Blasius Eckhardt : eine Interviewserie mit Schwaben durchzuführen , die die Mundart noch sprechen . Die Vorbereitungen zogen sich bis Mai hin , aber dann waren wir startklar ”, berichtet Stefan Fülöp , Vorsitzender des Deutschen Gemeinderates Tarian . Der Deutschclub war nach Fülöps Angaben von Anfang an in das Projekt involviert , für Kamera und Schnitt sorgte der Betreiber des lokalen Fernsehens „ Falu TV Tarján ”, Martin Prech . „ Das Kick-Off-Meeting fand im Mai statt , erste Interviews wurden im Juni geführt und das Projekt endete vorläufig , auch pandemiebedingt , Ende Oktober ”, so Fülöp . Auf Sendung ging die zehnteilige erste Staffel ( Tarianer Geschichten ) im Dezember . Pro Monat soll ein Interview an die Öffentlichkeit gehen . „ Danach streben wir einen Generationswechsel an : Während in der ersten Staffel die Jahrgänge 1920- 1940 interviewt wurden , sollen in der zweiten Phase des Projekts die Jahrgänge 1940-60 folgen ”, so der Tarianer .
Was eine mögliche dritte Staffel anbelangt , zeigt sich Stefan Fülöp eher skeptisch : „ Ich glaube , die jüngeren Jahrgänge wären bis auf ein-zwei Ausnahmen nicht mehr in der Lage , ein Gespräch in der Mundart zu führen . Das Ganze ist eine Last-Minute-Aktion , um das Mundarterbe auf diese Weise zu bewahren .”
Eine der wenigen Ausnahmen ist Anna Maria Pilczinger , Jahrgang 1968 , die einen Teil der Interviews führte . Bei Pilczinger war es das Elternhaus , das dafür gesorgt hat , dass sie die Mundart auch heute noch spricht . Die Absolventin des Budapester Kossuth-Gymnasiums ist Leiterin des Kindergartens in Tarian und lebte lange Jahre in Baden-Württemberg . „ Das Projekt » Tarianer Geschichten « habe ich auch von Anfang an unterstützt . Es ist wie gesagt , eine Last-Minute-Aktion , die jetzt noch lebende Mundart zu retten . Da mir die Sprache in die Wiege gelegt worden ist , habe ich mich gerne bereit erklärt , alte Menschen aufzusuchen und mit Ihnen Gespräche zu führen . Es war eine sehr interessante und mich bereichernde Erfahrung . Manche Menschen haben ihr Leben wie in einer Lebensbiographie zusammengefasst . Manche Gespräche waren schwer , denn es hat in den Menschen Wunden der Vergangenheit aufgerissen . Im Allgemeinen kann ich aber sagen , dass die Befragten stolz darauf waren , dass sie uns über die Vergangenheit erzählen » durften «, und wir können uns glücklich schätzen , dies miterlebt zu haben “, so Pilczinger .
Auch die anderen Interviewführerinnen sind ehemalige Schülerinnen des Kossuth-Gymnasiums , das eng mit dem Namen der Tarianer Deutschpädagogin Theresia Lunczer verbunden ist , die lange Jahre am Kossuth und dann am Deutschen Nationalitä-
( Fortsetzung auf Seite 8 )
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