im Jahr!
„ Es war sehr schön, wieder mal alle um den Tisch zu haben!”- dachte Oma vor dem Schlafengehen.
„ Morgen gibt es Ruhetag. Ich muss nichts kochen, da ist noch genug da und alle sind weggefahren, nur wir sind daheim!” Sie bedankte sich bei Gott für den schweren, aber schönen Tag und schloss zufrieden die Augen.
Am nächsten Tag durften wir Mädchen noch einige Runden mit dem Ringelspiel fahren, aber nur nach der Messe und bis Mittag. Am Nachmittag kam die Patin und brachte uns Mädchen ihr bescheidenes Geschenklein mit. Der Tisch wurde wieder gedeckt mit Kuchenresten vom Sonntag. Alle tranken Himbeersaft.
Heute hält man den Festtag nur am Sonntag.
Es gehen viel weniger Leute in die Kirche. Der Herr Pfarrer spricht leiser, seine Worte donnern nicht. Der alte Pfarrer lebt nicht mehr.
Das Dorf hat keinen eigenen Pfarrer. Der neue ist für fünf Dörfer verantwortlich, er hat wenig Zeit für die Salacker
Seelen.
Die Musikanten blasen nicht mehr auf dem Kirchenplatz. Eine fremde Musikband spielt den Abendball. Das Dorf hat keine Blaskapellen mehr.
Die Verwandten bleiben auch weg. Nur meine Schwester und ich halten zusammen.
Im Zentrum gibt es wenig Rummel. Zwei-drei Zelte stehen traurig herum und oft kommen auch die Zigeuner mit dem Ringelspiel nicht. Man hört keine laute Musik, die Laune der Leute ist auch vergangen.
Der Tag ist so wie jeder Sonntag. Es wird fein gekocht und am Nachmittag bei Kaffee und Kuchen geplaudert.
Ich koche heute am Maria-Tag immer das Kirchweihmenü der Oma, mit ihren feinen Rezepten.
Und wenn ich mal eine Kartoffelsuppe koche wie heute, dann rieche ich immer noch in meiner Nase den feinen Geruch der Gewürze in der Kartoffelsuppe der alten Zigeunerin auf dem Kirchenplatz.
SCHÄTZE AUS DER SOMMERKÜCHE
Eva Ament ist Möbelmalerin und Volkskunsthandwerkerin. Sie bemalt seit mehreren Jahrzehnten Möbel, obzwar ihre ursprüngliche Ausbildung Grafikdesignerin ist. Martin Szanyi sprach mit der Künstlerin.
SB: Wie kam es zu Ihrem Interesse an Volkskunst? Gab es in Ihrer Kindheit ein prägendes Erlebnis in diesem Zusammenhang?
EA: Meine Familienmitglieder waren im Grunde genommen Traditionalisten. Sie schätzten die alten Gebetsbücher, die trotz der historischen Stürme überlebt haben- sowie die selbst gemachten Leinen, Tücher und Aussteuertruhen aus dem späten 19. Jahrhundert. Meine Großmutter, die bei uns lebte, trug ihr ganzes Leben lang Trachten. Für sie waren diese keine Kostüme, sondern gehörten zum Alltag. Sie trug den „ Tsurak“, das „ Ev‘ rhemd“, das Tutyi und die Klumpa. Ja, sie brachte sogar den Brotteig in einem schönen Küchentuch mit einem „ Kringel“ auf dem Kopf zum Bäcker.
Am Sonntag nach dem Mittagessen ging meine Großmutter in die Küche, legte saubere, gebügelte, bestickte Tischtücher auf den Tisch, die Hocker und das Radioregal. Wir warteten mit frisch gebackenem Gugelhupf auf die Verwandten. Sogar das Bett wurde mit einer festlichen Decke überzogen. Mein Großvater väterlicherseits und die anderen Männer der Familie waren Schmiede. In der Schmiede herrschte immer reges Treiben und wir spielten den ganzen Tag gerne dort.
Es ist eine legendäre Familiengeschichte, dass ich als kleines Mädchen den Hühnerstall mit den Farbresten des Zimmermalers gestrichen habe.
Das einprägsamste Erlebnis hatte ich jedoch während meiner Gymnasialzeit, als mich meine Lehrer für Ethnografie begeisterten. Jahrelang besuchte ich die Guzsalyas- Werkstatt von Bertalan Andrásfalvy, die man heute vielleicht mit einer freien Universität vergleichen könnte. Im Sommer lernte ich im Künstlerhaus in Magyarlukafa die vielen Handwerke der Volkskunst kennen. Ich habe mein ganzes Leben lang gelernt und das hat sich seither noch verstärkt.
SB: Spiegeln sich Ihre schwäbischen Wurzeln in Ihrer Kunst und in der Möbelmalerei wider?
EA: Ganz genau! Ich war schon immer stolz auf meine Abstammung. Ich habe von zu Hause einen Wissensschatz mitbekommen, den ich heute gerne nutze. Im Jahr 2013 wurde ich vom Haus der Traditionen gebeten, einen anerkannten Lehrplan für die Möbelmalerei zu entwickeln, der auch die spezifische Form meines Heimatdorfes Berin / Diósberény einbezieht.
In der Möbelmalerei bevorzuge
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