grünen Paprika, Tomaten, auch geräucherten Speck und Wurst.
Der Kessel wurde voll. Darunter glühte das Feuer. Die hungrige Kinderschar roch ständig in die Luft.
Auf dem Kirchenplatz duftete die beste Kartoffelsuppe, die ich je gegessen hatte. Besonders gut roch der Sellerie in der Suppe!
Ich beneidete das freie Leben der Zigeuner!
Bald musste ich nach Hause gehen, es wurde schon langsam dunkel. Ich nahm meine Schwester an der Hand. Wir schauten noch zurück, wo wir das Feuer sahen und da herum die kleinen Kinder rennen sahen, woher wir die Musik hörten.
Aber unser Magen murrte schon. Zu Hause war das gefüllte Kraut fertig. Oma gab uns eine Kostprobe davon, als Abendessen.
Sonntagvormittag kamen die Gäste an: der Onkel aus Komló mit seiner Familie, die Cousine aus dem Nachbarsdorf- auch mit Familie und die Cousine von meiner Mutter mit Mann.
Der lange Tisch stand schon auf dem Hof, den brachte man in den frühen Morgenstunden aus der Werktagsstube. Er war mit der schönsten, weißen Damasttischdecke gedeckt.
Meine kleine Schwester und ich bekamen unser bestes Kleid an diesem Tag. Davor standen wir in der großen „ Lawour”( Wanne), wo wir von der Mutter gewaschen wurden. Meine langen Haare wurden in Zöpfe geflochten- zwei weiße Seidenmaschen zierten sie. Wir gingen hübsch und sauber in die Messe. Auch die Gäste gingen in die Kirche mit.
Man hätte nicht eine Nadel herunterwerfen können, so voll war die Kirche! Draußen hörte man Musik, drinnen, in der Kirche donnerten die Worte des Pfarrers. Doch alle hörten ungeduldig zu. Besonders die Kinder!
Nach dem letzten Danklied, nach dem letzten Kreuzschlagen strömten die Leute aus der Kirche heraus.
Auf dem breiten Kirchenplatz standen drei Musikbands, jede spielte ein Musikstück als „ Kostprobe” zum Abendball in zwei Wirtshäusern und in einer Stube für Kinder. Auch der Herr Pfarrer hörte zu.
Die Kinder standen um die Musikanten herum. Auch die Männer nahmen sich Zeit, die schöne deutsche Volksmusik anzuhören. Es war warm auf dem Kirchenplatz und auch um das Herz der Menschen.
Die Frauen eilten heim. Sie mussten das Essen fertig kochen, den feierlichen Tisch decken. Noch gut, dass die Männer den Wein schon aus dem Keller gebracht hatten!
Mit rotem Gesicht, mit Schweiß an der Stirn- doch glücklich bereiteten Oma und Mutter das Festessen vor.
Die duftende Suppe war schon „ eingekocht”, das gekochte Fleisch lag in einer Schüssel. Die Tomaten-, die Knoblauchsoße und das panierte Fleisch standen abgedeckt am Rande des Herdes- alles warm gestellt.
Auch das aufgewärmte gefüllte Kraut stand daneben.
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Der sprudelnde Braten ruhte im Backofen mit den Bratkartoffeln zusammen. Der Gurkensalat, der Krautsalat und die sauren Gurken standen in der Speisekammer, wo schon fast kein Platz war. Die vielen Kuchen und die große Torte standen in der kühlen „ sauberen Stube”.
Der Rotwein war angenehm kühl, vom Keller, die Kinder bekamen dünnen Himbeersaft.
Das Mittagessen verlief in guter Laune. Die Kinder saßen zusammen am Ende des Tisches und plauderten mit ihren fettigen Schnäbeln laut. Sie planten schon den Nachmittag.
Die Erwachsenen stießen oft mit dem feinen Rotwein an. Nach dem letzten Fleischstück wurde der Tisch abgeräumt und die Torte- Omas Meisterwerk- auf den Tisch gestellt!
Die Kinder aßen mit vollem Munde, die Erwachsenen ein bisschen zurückhaltender. Es sollte von der Torte etwas für später auch bleiben!
Die Kleinen konnten es schon fast nicht aushalten, bis die Großen mit dem Kuchen fertig waren.
Endlich gingen sie alle ins Dorfzentrum, vorne rannten die Kinder, hinterher spazierten gemütlich die Väter.
Die Frauen gesellten sich später zu ihnen, sie halfen der Großmutter beim Aufräumen. Oma blieb alleine zu Hause. Sie schnaufte sich `mal aus, dann kamen schon ihre alten Freundinnen aus der Nachbarschaft. Sie saßen auf dem Gang, auf der Bank und auf geflochtenen Stühlen.
Oma bot ihnen Kuchen und Saft an. Sie plauderten den ganzen Nachmittag. Die Kirchweih und die Vorbereitungsarbeiten waren das Gesprächsthema.
Ab und zu kamen die Kinder heim, sie schauten nach der Oma und erzählten mit großer Freude von der Kirchweih. Aber das dauerte nicht lange, sie waren auch schon weg!
Um 18 Uhr gingen Omas Freundinnen heim. Es war in jeder Familie Zeit, das Abendessen vorzubereiten. Es kamen der kalte Rest vom Mittagsbraten, paniertes Fleisch, saure Gurken und Brot auf den Tisch. Die Platten waren immer noch voll mit Fleisch. Jetzt sah man, wie viel Oma gekocht hatte. Es lief viel weniger Federvieh im hinteren Hof herum!
Von den Heimkehrenden hatte Oma ein schönes Geschenk bekommen. Ihre Cousine hatte einen Stand vor der Kirche, wo die Tochter der Familie Bäuerle aus dem zweiten Nachbarsdorf hausgemachte Lezelderpuppen- Husaren und Pferde- und die feinsten Lezelderkuchen verkaufte. Sie schickte Oma etwas davon. Das mag sie sehr gerne. Sie besuchte ihre Cousine jedes Jahr an diesem Tag nach der Frühmesse, doch diesmal war die Arbeit zu viel. Sie hatte keine Zeit und Kraft, ins Dorf zu gehen. So traf sie ihre Verwandte nicht.
Sie freute sich fürs Geschenk, essen konnte sie aber nichts davon, denn sie hatte schon alle Hände voll, die Wünsche ihrer großen Familie zu erfüllen.
Wir Mädchen waren noch zu klein, in den Abendball zu gehen. Die Verwandten fuhren nach dem Abendessen weg.
Mutti half bis Spätabend der Großmutter. Die beiden Frauen haben viel geleistet. Aber Kirchweih gibt es nur einmal