buch, sondern wie ein spannender Roman, weil Tibor Várady selbst bereits seit vielen Jahren literarisch tätig ist( u. a. Gründer und Redakteur der Zeitschrift Új Symposion sowie Redakteur der Zeitschrift Létünk) und Erfahrung im Verfassen belletristischer Texte hat. Der Autor stellt die Zusammenhänge zwischen der Ver- gangenheit und Gegenwart wunderbar her und zeigt, wie schnell sich doch die Gesetze unter neuen politischen Umständen ändern können, ohne diese jedoch emotional zu bewerten. Bei den vom Autor aus dem familiären Anwaltsarchiv ausgewählten Fällen werden nicht nur sachliche Fakten dargelegt, sondern teilweise auch auf die persönliche Geschichte der Mandantinnen Bezug genommen und mit menschlicher Einfühlung kommentiert. Zuvor erklärt Tibor Várady den historischen Rahmen jedes Falles und beschreibt die Zustände zu jener Zeit. Die verschiedenen im Buch abgedruckten Original-Schriftstücke geben den juristischen Akten eine authentische Note und zeigen die Entwicklung der im juristischen Bereich verwendeten Medien – von hauptsächlich handgeschriebenen Briefen am Anfang des 20. Jahrhunderts bis zu später maschinengeschriebenen Briefen in der Mitte desselben Jahrhunderts.
Das Buch eignet sich somit sehr gut für eine Leserschaft, die die Geschichte des 20. Jahrhunderts des multiethnischen serbischen Banats und insbesondere der Kleinstadt Groß-Betschkerek an- hand interessanter juristischer Fälle kennen lernen sowie auch Einblicke in das Rechtssystem mehrerer Staaten haben möchte.
Živorad Žujović, BA
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Wie Banater Schwabenkinder zu Madjaren erzogen werden sollten …( Lappalien im Alltag)
Aus einem Vortrag von Hans Dama Erlebtes Banat in den Jahren meiner Kindheit und Jugend – die Ungarn-Revolution 1956
In Nagyszentmiklós( deutsch Großsanktnikolaus, rumänisch Sân- nicolau-Mare, serbisch: Veliki Sent Miklos) im rumänischen Teil des Banats, nahe der ungarischen Grenze – 45 km von Szeged – geboren und aufgewachsen, wurde ich schon früh mit der ungarische Sprache konfrontiert:
Die Alltagssprache der Banater Schwaben war in der k. u. k.-Zeit, während der das ungeteilte Banat der Ungarischen Reichshälfte angehörte, von der madjarischen Sprache beeinflusst.
Später, nach dem Ersten Weltkrieg, wurden zwei Drittel des Ba- nats an Rumänien angeschlossen, doch dieser madjarische Ein- fluss machte sich noch in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg bemerkbar.
Ich wurde 1944 also in Großsanktnikolaus in einem Städtchen nahe der ungarisch – serbischen Grenze, in dem Geburtsort von Bé la Bartók und Miklós Révay, in dieses Milieu hinein geboren und möchte einige meiner damaligen Erlebnissen festhalten.
Meine Eltern und ihre Generation, die in ihrer Schulzeit in der k. u. k. Monarchie in ungarischer Sprache unterrichtet worden wa- ren, unterhielten sich zuhause – vor allem wenn es um Finanzi- elles ging –, gewöhnlich auf Ungarisch in der Annahme, dass wir Kinder das nicht verstünden.
Mutter erzählte, dass sie in ihrer Kindheit in den Schulpausen bei den Schulschwestern angehalten worden waren, ungarisch zu sprechen: Tessék, csak magyarul beszélni …( Bitte, nur Ungarisch zu sprechen.) Wir Kinder spielten mit gleichartigen Ungarn, Serben, Deut- schen, Rumänen und hatten aus diesen Sprachen jeweils einiges aufgenommen, so dass wir in den ungarischen Gesprächen unserer Eltern mitbekommen hatten, worum es eigentlich ging.
Als es dann soweit war, ging ich nicht in den Kindergarten, sondern in die Óvoda. Unsere Bekannten wurden mit Margit-Néni oder Erzsi-Néni bzw. Józsi-Bácsi oder Ferry-Bácsi angesprochen.
Vater und Bruder wurden von unseren Bekannten stets mit Lajos und nicht mit Ludwig angesprochen. Unser Onkel blieb ein Leben lang der János.
Eine Lieblingsbeschäftigung war der Kino-Besuch, denn Fern- se hen gab es ja noch keines, doch wir gingen NICHT ins Kino, sondern ins MOZI.
Zwecks sparsamen Umgangs mit unserem kargen Taschengeld hatten wir uns an der Kassa keine Eintrittskarten gekauft, sondern die Hälfte des Eintrittsbetrages beim Eingang Palli-Bácsi, der die Karten kontrollierte, unauffällig in die Hand gedrückt: So hatte er eine Aufbesserung seines geringen Gehaltes und wir sparten etwas von unserem Taschengeld.
Besonders die Filme mit Latabár Kálmán gefielen uns sehr, und aus einem ungarischen Film merkte ich mir sehr gut die Melodie: Összecsendül két pohár, muzsikája csengve száll,( Zwei Gläser an- gestoßen, klingen wie Musik.)
Als Kind hatte mich Vater, solange er noch seine 5 ha behalten durfte, in den Sommerferien zeitig in der Früh mit aufs Feld ge- nommen, erklärte mir die Gemarkungen, die Fluren und erzählte mir Geschichten, wie die des Sándor Rózsa(* 10. Juli 1813 in Rösz- ke; † 22. November 1878 in Szamosújvár, heute Gherla / Siebenbür- gen), der auch in dem Raum um die Nachbarorte von Großsankt- nikolaus – also in Keglevicsi, Kerestur, Bolgartelek, Nagybesenyő oder Bottalütőbesenyő, Obeba, Nagyősz, Kisösz usw. sein Unwe- sen getrieben hatte.
1956 erlebte ich als 12-Jähriger aus der Ferne den Aufstand in Budapest, als sowjetische Panzer aus der Garnison Temeswar in Richtung Ungarn unterwegs waren und wir, unsere Eltern und Verwandten, in großer Sorge die Entwicklung via Radio Budapest und Radio Wien verfolgten …
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DAS höchste Gut des Mannes ist sein Volk. Das höchste Gut des Volkes ist sein Recht. Des Volkes Seele lebt in seiner Sprache. Dem Volk, dem Recht und unsrer Sprache treu fand uns der Tag, wird jeder Tag uns finden.
Spruch von Felix Dahn am Stadttor in Eger / Sudetenland
© Parlamentsdirektion PHOTO SIMONIS
❖ FPÖ-Südtirolsprecher Neubauer:
Botschafter Tichy brüskiert Südtirol – Autonomie ist nicht Selbstbestimmung!
„ Autonomieregelungen haben sich an den Bedürfnissen der geschützten Min der heit – nicht jener des Staates – zu ori en tie ren” Als die Ausführungen des Botschafters Tichy öffentlich be kannt wurden, reagierten zahlreiche Kritiker aus den Bereichen der Wis- sen schaft und der Politik.
Der Abgeordnete zum Österreichischen Nationalrat und parlamentarische Südtirol-Sprecher der FPÖ, Werner Neubauer, sandte am 21. November 2016 nachstehende Presseaussendung aus:
Wien( OTS) –„ Die Äußerungen des Leiters des Wie ner Völ ker- rechtsbüros anlässlich einer Tagung am 17. November in Bozen
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