Israel at 70 (German) IsraelAt70-German | Page 12

Einstiegs in das El Al Flugzeug bis zum ersten Blick aus dem Fenster auf die israelische Küste, äußerst emotional war. Ich war von mir selbst überrascht als ich nach dem Ausstieg den Drang verspürte, den Boden unter meinen Füssen zu küssen. In den folgenden Wochen staunte ich über alles, was ich sah. Jedes Wohnhaus, jede Fabrik, jede Schule, jeder Orangenhain und jeder Egged-Bus schien mir nicht weniger zu sein als ein Wunder. Ein Staat, ein jüdischer Staat, entfaltete sich vor meinen Augen.
“ Nach Jahrhunderten von Verfolgungen, Pogromen, Exil, Ghettos, dem Ansiedlungsrayon, Inquisitionen, Ritualmordlegenden, Zwangskonversionen, diskriminierenden Gesetzgebungen und Einwanderungsbeschränkungen – und nicht zuletzt nach Jahrhunderten der Gebete, Träume und Sehnsüchte – waren die Juden als Herren ihres eigenen Schicksals in ihre Heimat zurückgekehrt.”
Das Gemisch von Menschen, Hintergründen, Sprachen und Lebensstilen, sowie die Intensität des Lebens selbst, überwältigten mich. Jeder, so schien es, hatte eine packende Geschichte zu erzählen. Holocaust- Überlebende teilten die entsetzlichen Erfahrungen ihrer Zeit aus den Konzentrationslagern. Man traf Juden aus arabischen Ländern, deren Geschichten der Verfolgung in Ländern wie dem Irak, Libyen und Syrien zur damaligen Zeit kaum bekannt waren. Es gab jene ersten Juden, die aus der Sowjetunion kamen und die Rücksiedlung in die jüdische Heimstätte anstrebten. Auch sah man Tzabarim, gebürtige Israelis, deren Familien oftmals über Generationen
6