Israel at 70 (German) IsraelAt70-German | Page 11

Aviv bestiegen, während regelmäßig Raketen in israelischen Bevölkerungszentren explodierten. Tatsächlich harrte ich bei solchen Angriffen zwei Mal in abgedichteten Räumen mit sowjetisch-jüdischen Familien aus, die erst kurz zuvor in Israel angekommen waren. Nicht ein einziges Mal zweifelten sie an ihrer Entscheidung ein neues Leben im jüdischen Staat zu beginnen. Umgekehrt sagt es aber auch eine Menge über Israel aus, dass der Staat es trotz der gravierenden Sicherheitsbedenken schaffte, diese neuen Einwanderer fortwährend in Empfang zu nehmen. In den 1980ern reiste ich in die Gondar-Region in Äthiopien und traf dort Juden, die seit Jahrhunderten, wenn nicht Jahrtausenden, auf ihre Rückkehr nach Zion gewartet hatten ohne jemals ihren Glauben oder ihre Hoffnung aufzugeben. Letztlich kehrten sie in außergewöhnlichen Operationen zurück, die von Israel organisiert wurden. Ein afro-amerikanischer Wortführer sagte damals: „Das war das erste Mal, dass Afrikaner den afrikanischen Kontinent nicht in Ketten der Sklaverei verließen sondern in Flugzeugen, die sie in die Freiheit brachten.“ Und wie könnte ich jemals die Welle von Stolz – jüdischem Stolz – vergessen, die sich vor 40 Jahren in mir ausbreitete, im Juli 1976, als ich die unglaubliche Nachricht von Israels wagemutiger Befreiung von 106 jüdischen Geiseln erhielt, die von arabischen und deutschen Terroristen über 3000km entfernt von Israel in Entebbe, Uganda gefangen gehalten worden waren? Die Rettung hatte eine unmissverständliche Botschaft: Juden, die sich in Gefahr befinden, werden nie wieder alleine sein, ohne Hoffnung und in totaler Abhängigkeit von anderen, wenn es um ihre Sicherheit geht. Nicht zuletzt kann ich mich an meinen ersten Israelbesuch erinnern, als sei er gestern gewesen. Es war das Jahr 1970 und ich stand kurz vor meinem 21. Geburtstag. Ich wusste nicht, was ich zu erwarten hatte und dennoch erinnere ich mich daran, dass ich von dem Moment des 5