Bücher über Interreligiöse Spiritualität, Meditation und Universaler Sufismus König Akbar und seine Tochter von Noor Inayat Khan | Page 41

weisen Bezüge zum Sufismus auf, darunter „Die Maus und das Kamel“, eine Fabel, die sich auf das aus dem 13. Jahrhundert stammende Masnavi des Jalal al-Din Muhammad Rumi zurückführen lässt. Wenigstens drei weitere Geschichten, „Zeb-un-Nisa“, „Mira Bhai“ und „König Akbar und seine Tochter“ beinhalten ebenso Motive und Personen aus der Sufitradition. Mehr als auf die literarische Wiedergabe geschichtlicher Ereignisse legen die Geschichten Wert auf die Verkörperung spezifischer Ideale und Prinzipien. Die historische Sufidichterin Zeb-un-Nisa war die unverheiratete Tochter des siebzehnten Moguls Aurangzeb. Prinz Dara Shikoh war nicht ihr Ehemann, sondern ihr Onkel, der Bruder von Aurangzeb. Dara Shikoh wurde auf Geheiß von Aurangzeb hingerichtet. Mira Bhai war eine Hindusängerin des 16. Jahrhunderts aus der frommen Bhakti Tradition, die ganz in der hingebungsvollen Liebe zu dem Gott Krishna aufging. Viele Geschichten werden auf ihr Leben zurückgeführt, einige davon finden sich in Noors Texten wieder. König Akbar, ein Mogulherrscher aus dem Indien des 16. Jahrhunderts, widmete sich mit Leidenschaft der Einheit der Religionen. In der fiktiven Geschichte „König Akbar und seine Tochter“ gibt die Autorin der Erzählerin ihren eigenen Namen, Noor. Die Königstochter in dieser Geschichte wird außerdem mit Scheherazade, der Erzählerin aus Tausend und eine Nacht, auf neuartige Weise verschmolzen. Das indische Panchatantra dient als Quelle für „Der Bauer und der Tiger“, eine in vielen Ländern und Versionen bekannte Fabel, die gleichzeitig eine der von Noors Vater erzählten Geschichten war. Bekannte europäische Quellen für weitere Geschichten in dieser Auswahl sind die nordische Edda („Baldour“), Ovids Metamorphosen („Echo“) und die von Adele und Victor Hugo herausgegebenen Erzählungen: Raconté par un témion de sa vie avec oeuvres inédites de Victor Hugo („Die Hosen des Victor Hugo“).1 Russische Legenden vom Schneemädchen sind die Quelle für „Schneebällchen“, und eine mögliche Quelle für „Das Königreich der Winde“ ist „Whirlwind the Whistler, or the Kingdoms of Copper, Silver and Gold“, aus der Sammlung „The Russian Story Book Containing Tales from Song-Cycles of Kiev and Novgorod, and Other Early Sources retold 1 VII pp. 46-47, Les Feuillantines, Paris, 1885, J. Hetzel Cie 157