Armaturen Welt | DICHTUNGEN
Dichtungen haben großen Einfluss auf Sicherheit, Effizienz und Nachhaltigkeit
Ganzheitliche Lösungen rücken in den Fokus
Klein, aber oho! Dichtungen sind zwar häufig sehr kleine Bauteile, haben aber einen erheblichen Einfluss auf Sicherheit, Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Lebensdauer des Gesamtsystems. Ein Umstand, der die Dichtungstechnik heute mehr denn je spannend und bedeutsam macht.
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Der Nachhaltigkeitsbeitrag einer Dichtung ist also häufig wesentlich größer, als ihr geringer Materialanteil vermuten lässt. „ Eine optimal ausgelegte Dichtung verhindert Leckagen und Medienverluste, reduziert Reibung und Energieverbrauch und verlängert die Lebensdauer einer gesamten Anlage“, erläutert Georg Buckenmaier, Global Product Manager Static Seals der Angst + Pfister Group. Dadurch sinken Wartungsaufwand, Ersatzteilbedarf und Ressourcenverbrauch.
GESAMTEN LEBENSZYKLUS IM BLICK Für das Unternehmen endet Nachhaltigkeit jedoch nicht beim Produkt. „ Wir betrachten den gesamten Lebenszyklus – von der Materialentwicklung über Produktion und Lieferkette bis zur Nutzung beim Kunden“, sagt Georg Buckenmaier. Dazu gehören zum Beispiel auch
PTFE-Dichtungen für hygienische Anwendungen: reibungsarm, chemikalien- und temperaturbeständig – für zuverlässige Dichtleistung auch bei anspruchsvollen CIP- / SIP-Prozessen. Quelle: Angst + Pfister die Entwicklung alternativer sowie biobasierter und rezyklathaltiger Materialien, die Reduzierung von Energie- und Materialverbrauch in der Produktion und die zunehmende Nutzung erneuerbarer Energien. Auch Abfallvermeidung und Wiederverwertung spielen Buckenmaier zufolge eine wichtige Rolle. Gleichzeitig arbeitet Angst + Pfister an transparenteren und resilienteren Lieferketten. „ Dazu zählen verbindliche Anforderungen an unsere Lieferanten, eine verbesserte Transparenz und Rückverfolgbarkeit sowie die stärkere Berücksichtigung regionaler Produktions- und Beschaffungsmöglichkeiten.“ Der Local-for- Local-Ansatz könne Transportwege verkürzen, Versorgungssicherheit erhöhen und den CO₂-Fußabdruck reduzieren. In den vergangenen Jahren hat sich Nachhaltigkeit damit von einem zusätzlichen Auswahlkriterium zu einem festen Bestandteil der Unternehmens- und Produktstrategie entwickelt. „ Heute werden technische Leistungsfähigkeit, Lebensdauer, Materialherkunft, Produktionsbedingungen und Lieferkette zunehmend gemeinsam betrachtet.“
Georg Buckenmaier. Foto: Angst + Pfister
PFAS-ERSATZ IST NICHT AUTOMATISCH NACHHALTIGER Beim Thema eines möglichen EUweiten PFAS-Verbotes erwartet Georg Buckenmaier kein pauschales „ Aus“ für fluorierte Dichtungswerkstoffe. Ein generelles PFAS-Verbot ist bislang nicht beschlossen. „ Wir erwarten, dass das endgültige Regelwerk ausreichend differenziert und die besondere Bedeutung dieser Werkstoffe für sichere und langlebige Dichtungslösungen berücksichtigen wird.“ Angst + Pfister ist zuversichtlich, dass die technischen Argumente der Dichtungsindustrie im weiteren Verfahren ausreichend berücksichtigt werden. Denn ein Ersatz sei nicht automatisch nachhaltiger: „ Wenn alternative Werkstoffe zu höherer Leckage, kürzerer Lebensdauer oder häufigeren Wartungsintervallen führen, kann dies sowohl die Sicherheit als auch die Umweltbilanz einer Anwendung verschlechtern.“ Dennoch gelte: Wo leistungsfähige PFAS-freie Alternativen zur Verfügung stehen, sollten sie eingesetzt werden. „ Dort, wo sie heute technisch noch fehlen, brauchen Industrie und Anwender realistische Übergangsfristen und Raum für weitere Innovation.“
PORTFOLIO ALTERNATIVER WERKSTOFFE ERWEITERT Angst + Pfister verfolgt mit Blick auf PFAS bewusst mehrere Wege parallel. „ Zum einen erweitern wir unser Portfolio an alternativen Werkstoffen“, erklärt Georg Buckenmaier. Dazu gehören beispielsweise EPDM-, VMQ- und HNBR-Lösungen. Insbesondere bei HNBR seien neue Compounds entwickelt worden, um Anwendungen abzudecken, in denen in der Vergangenheit häufig FKM eingesetzt wurde.