DICHTUNGEN | Armaturen Welt sondern auch die Transformation hin zu nachhaltigeren Technologien ermöglichen.“ Nachhaltigkeit sei damit zu einem wichtigen Innovationstreiber in der Werkstoffentwicklung, im Design und in der Fertigung geworden.
ABWEICHUNGEN ZUVERLÄSSIG ERKENNEN Im Fokus der Dichtungstechnik stehen auch digitale und automatisierte Verfahren entlang der gesamten Wertschöpfungskette: von der Produktentwicklung über Fertigung und Qualitätskontrolle bis zum Betrieb der Anlagen. „ So ermöglichen es moderne Simulationsmethoden, Werkstoffe, Geometrien und Belastungsszenarien virtuell zu analysieren und zu optimieren, bevor physische Prototypen gefertigt werden. Dadurch lassen sich Entwicklungszeiten verkürzen und Lösungen gezielter auf die jeweilige Anwendung auslegen“, erläutert Bieringer. Künstliche Intelligenz eröffnet neue Möglichkeiten in der Fertigung. Bei Freudenberg kommt KI beispielsweise in der automatisierten Sichtkontrolle zum Einsatz: Sie hilft, Qualitätsabweichungen zuverlässiger zu erkennen, Ausschuss zu reduzieren und Produktionsprozesse effizienter zu gestalten. Auf der Produktebene gewinnen intelligente Dichtungen an Bedeutung. Smart Seals können ihren eigenen Zustand überwachen und Informationen über Verschleiß oder Restlebensdauer liefern. Bieringer: „ Ein Austausch der Dichtung muss nicht nach festen Intervallen erfolgen, sondern nur, wenn er wirklich notwendig ist.“ Digitalisierung betrifft nicht nur die Dichtung oder ihre Herstellung. „ Auch Lagerhaltung, Materialfluss und Logistik werden zunehmend automatisiert.“ Stichworte sind hier autonom fahrende Roboter oder robotergestützte Lagersysteme zur platzsparenden Lagerung und schnellen Kommissionierung von Rohstoffen und Artikeln.
GEPLANTE PFAS- REGULIERUNG UNVERHÄLTNISMÄßIG Ein weiteres zentrales Thema ist die geplante Regulierung von Per- und Polyfluoralkylsubstanzen( PFAS). Ein generelles Verbot ist aus Sicht von Freudenberg Sealing Technologies
Dr. Ruth Bieringer.
unverhältnismäßig. Es fallen unter den Beschränkungsvorschlag sowohl kurzkettige, oft flüchtige und wasserlösliche Fluorchemikalien( kleine Moleküle), von denen einige bereits weltweit verboten sind, wie PFOA und PFOS. „ Aber auch nach heutigem Erkenntnisstand nicht-toxische, ‚ reaktionsträge‘ fluorierte Kunststoffe und Elastomere wären von der Beschränkung betroffen“, bedauert Bieringer. „ Gleichzeitig sehen wir Regulatorik wie die PFAS-Gesetzgebung als Treiber für Innovation und als Möglichkeit, uns von Marktbegleitern und Wettbewerbern abzugrenzen.“
Filtermanufaktur mit Tradition.
Horizontal und vertikal wegweisend effizient.
W-FILTER GmbH T. + 49 6232 85 428 10 info @ w-filter. eu www. w-filter. eu
Freudenberg Sealing Technologies wird auch künftig Hochleistungswerkstoffe auf Fluorpolymerbasis wie PTFE und FKM anbieten, da diese Materialien eine außergewöhnliche Beständigkeit gegenüber hohen Temperaturen, Korrosion, Chemikalien und Verschleiß aufweisen. Sie ermöglichen Anwendungen, für die vielfach noch keine gleichwertigen Alternativen verfügbar sind. Gleichzeitig seien nach heutigem Kenntnisstand keine nennenswerten Auswirkungen auf Umwelt und menschliche Gesundheit bekannt. Darüber hinaus eröffnen die besonderen Materialeigenschaften ein breites Anwendungsspektrum und gewährleisten eine hohe Beständigkeit gegenüber einer Vielzahl von Medien und Betriebsstoffen. Das Unternehmen bietet außerdem weitere Hochleistungsmaterialien an, die keine Fluorpolymere enthalten. Bieringer: „ Aufgrund unserer langjährigen Expertise in der Materialentwicklung und-prüfung evaluieren und entwickeln wir kontinuierlich anwendungsbezogene Alternativen.“
Michael Vehreschild
31