Armaturen Welt April 2026 | Page 17

Antriebe | Armaturen Welt
Eine umfassende Prozesssteuerung Die Digitalisierung prägt bereits die Stellantriebe. Aus Sicht von ARIS hat sie die Armaturenbranche und speziell die Armaturenantriebe von reinen mechanischen Komponenten zu intelligenten Antrieben transformiert. Während früher die reine Schaltfunktion im Vordergrund gestanden habe, ermöglichen moderne Antriebe heute eine umfassende Prozessüberwachung und-steuerung. „ Auch die Vernetzung über Bussysteme wurde durch diese vorangetrieben oder erst ermöglicht“, erläutert Stefan Radermacher. Die Hersteller der Armaturen haben in den letzten Jahren ebenfalls große Fortschritte erzielt, um zum Beispiel Emissionen deutlich zu verringern. „ Die Kombination moderner Armaturen mit modernen Antrieben lässt uns gemeinsam die umweltpolitischen Herausforderungen der Zukunft meistern.“ Glaubt man Veröffentlichungen zum Thema Nachholbedarf in den Unternehmen bei der Nutzung von intelligenten Antrieben im Bereich der industriellen Anwendung, so scheint es laut Stefan Radermacher allerdings einen Umsetzungsstau zu geben. „ Gründe dafür können Strukturprobleme wie hohe Investitionskosten oder Fachkräftemangel sein oder bei der Vernetzung von Anlagen auch Sicherheitsbedenken bezüglich der Cybersicherheit.“ Bezogen auf ARIS biete man systematische Offenheit – also sowohl den intelligenten Antrieb auf Basis der Baureihe Tensor ² für komplexe Regelanwendungen als auch den für einfachere Anwendungen konzipierten Stellantrieb der Baureihe Nano. Beide Konzepte würden nachgefragt und „ haben ihre Berechtigung, wobei der Trend eindeutig Richtung intelligente Lösung geht“.
KI macht Antrieb der Zukunft lernfähig Auch KI wird die Antriebsbranche weiterentwickeln. „ Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz kann zu einer deutlichen Funktionserweiterung der Stellantriebe führen“, sagt Stefan Radermacher. Die Digitalisierung hin zu intelligenten Antrieben sei der Wegbereiter für einen von KI beeinflussten Stellantrieb gewesen. „ Kann der intelligente Antrieb mit all seiner Elektronik und Sensorik aktuell nur einem programmierten Algorithmus folgen, so wird der Antrieb der Zukunft lernfähig sein.“ Er werde nicht mehr blind vorgegebenen Regeln folgen, sondern Muster erkennen, auf die er sich hin selbstoptimieren werde. Prozessdaten werden dem Antrieb laufend zur Verfügung gestellt und er wird diese in Echtzeit auswerten, um den Prozess zu optimieren. „ Dies kann zu einer kostengünstigeren Produktion, zu weniger Umweltbelastung, zu einem besseren Produkt oder im besten Fall zu all dem Genannten führen“, erklärt der ARIS-Fachmann. Wann dies so kommen werde, sei eine Frage des Kosten-Nutzenverhältnisses. „ Selbst die Vorstufe zum Stellantrieb mit KI, der intelligente Stellantrieb, wurde bei weitem noch
Das Bild zeigt den ARIS ExTensor mit ATEX und IECEx Zulassung. Ausführung mit außenliegender Bedieneinheit. Quelle: ARIS Stellantriebe GmbH
nicht zu hundert Prozent angenommen. Sicherlich aus den oben genannten Gründen, aber auch, weil er nicht für jede Anwendung benötigt wird.“ Dennoch: Der Trend ist nicht zu stoppen und wird Antriebe immer leistungsfähiger machen.
Michael Vehreschild
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