Armaturen Welt April 2026 | страница 16

Armaturen Welt | Antriebe
Moderne Armaturen und Antriebe, um Herausforderungen zu bewältigen

Zusammen unschlagbar

Es sieht gut aus: Der Markt für elektrische Stellantriebe verzeichnete im Jahr 2025 ein robustes Wachstum. „ Angetrieben wurde dieses Wachstum durch die Notwendigkeit präziser Prozesssteuerungen und eine große Nachfrage nach Stellantrieben mit IECEx- Zulassung“, berichtet Stefan Radermacher. Vergleichbar stelle sich die Situation bei pneumatischen Antrieben dar. Beide Systeme werden weiterhin gleichberechtigt nebeneinander bestehen, ist sich der Vertriebsleiter der ARIS Stellantriebe GmbH sicher. Ihre Digitalisierung und die Verwendung von Künstlicher Intelligenz würden beiden Antriebsarten einen weiteren Schub verleihen.
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ARIS sieht sich auf einem guten Weg. Die Forderung nach einer präzisen Prozesssteuerung und der IECEx-Zulassung für Explosionsschutz „ konnten und können wir mit den intelligenten Stellantrieben Tensor ² und ExTensor gut bedienen“, erklärt Stefan Radermacher. „ Diese Stellantriebe begleiten den Trend weg von reinen ‚ Auf / Zu‘-Anwendungen hin zu smarten, datenliefernden Systemen.“ Dabei komme es immer mehr auf eine softwarebasierte Optimierung an, in der fortschrittliche Algorithmen implementiert werden, um eine präzisere Steuerung zu ermöglichen.
Automatisierung bestehender Anlagen Bestimmte Sektoren zeigten laut ARIS 2025 eine besonders hohe Nachfrage. Beispielsweise Hersteller von Brennern und Feuerungsanlagen für Brennstoffe wie etwa Wasserstoff und Biogas. Diese Zulieferer unterliegen dem Druck durch die Vorgabe minimaler Emissionswerte. Stefan Radermacher: „ Um diese zu erreichen, erhöht sich der Bedarf an intelligenten Stellantrieben.“ Ein weiterer Bereich, der die Nachfrage ankurbelt, ist die Ölund Gasindustrie. Trotz oder gerade wegen der Energiewende investiert der Sektor intensiv in die Modernisierung und Automatisierung bestehender Anlagen. „ Dies führt zur Steigerung der Effizienz und zum
Senken von Emissionen.“ Beides führe zu einer breiteren Akzeptanz bei der Nutzung dieser Energien in der Öffentlichkeit. Heute ist ARIS als KINETROL-Tochtergesellschaft breiter denn je aufgestellt. Denn durch den Erwerb der ARIS Stellantriebe GmbH durch KINETROL Ltd. aus Farnham in England wurde das Gesamtunternehmen Hersteller sowohl von elektrischen Stellantrieben als auch von pneumatischen. „ Mein Eindruck aus dieser zugegeben noch kurzen Zusammenarbeit mit den Kollegen ist: Wir – egal, ob es sich um einen Hersteller von elektrischen Stellantrieben oder von pneumatischen handelt – stehen vor sehr ähnlichen Herausforderungen“, sagt Stefan Radermacher. Beide Systemhersteller können dem Markt die benötigten präzisen Stellantriebe zur Verfügung stellen, „ um Anlagen in die Lage zu versetzen, die hohen Anforderungen in Bezug auf Umweltverträglichkeit, Nachhaltigkeit, Prozesssicherheit und Kosteneffizienz zu erfüllen“.
Anwender werden immer preissensibler Die Herausforderungen sind weniger technischer, sondern vor allem wirtschaftlicher Art. „ Kunden werden aufgrund der Kostenexplosion in den letzten Jahren immer preissensibler.“ Die Total Cost of Ownership rücke immer mehr in den Fokus. Es wird laut dem ARIS-Experten mehr auf die anfallenden Kosten über den
Der Stellantrieb Tensor ² Highspeed von ARIS ermöglicht ein Drehmoment bis 500 Nm und ist für komplexe Regelanwendungen geeignet. Quelle: ARIS Stellantriebe GmbH
gesamten Lebenszyklus des Produktes geschaut. Hier komme es auf die Qualität der Produkte an, auf deren niedrigen Energieverbrauch, auf Wartungsfreiheit, niedrige Schulungskosten, geringen Verschleiß, geringe Reparaturanfälligkeit und auf schnelle Unterstützung, „ wenn doch mal was schiefgehen sollte“. Wichtige Eigenschaften, bei denen das Gesamtportfolio von ARIS und KINETROL punkten könne. „ Aus unserer Sicht werden elektrische und pneumatische Stellantriebe auch in Zukunft nebeneinander bestehen. Keine der beiden Lösungen wird die andere verdrängen“, betont Alexander Haug, Business Development der KINETROL-Tochtergesellschaft DIETRICH SCHWABE GmbH. Welche Technik eingesetzt werde, hänge vor allem von der jeweiligen Anwendung ab, nicht von einer Grundsatzentscheidung für oder gegen ein bestimmtes System. Beide Technologien haben laut Haug ihre eigenen Stärken. „ Dieser Aussage können wir uneingeschränkt zustimmen“, erklärt Stefan Radermacher.