Armaturen Welt April 2026 | Page 14

Armaturen Welt | Antriebe
Bedeutung digitaler Tools nimmt in Industrieunternehmen nach und nach zu

Mit intelligenten Antrieben fit für die Zukunft

Nichts ist so beständig wie der Wandel – aber er braucht mitunter Zeit. Das gilt beispielsweise auch für die Integration digitaler Tools in den Unternehmen der Industrie. Sie benötigen „ Veränderungsbereitschaft und die Bereitschaft, etablierte und funktionierende Systeme kritisch zu hinterfragen“, erklärt Marco Becker, Senior Head of Department Product Marketing bei GEMÜ. Der Trend sei jedoch „ klar positiv“. Der Wandel hat – Stück für Stück – längst begonnen.
Neue digitale Lösungen müssen sich in bestehende Prozesse, Sicherheitsanforderungen und Organisationsstrukturen in den industriellen Branchen einfügen. „ Das erfordert technisches Verständnis und Vertrauen in die Technologie“, erläutert Marco Becker. Wenn der langfristige Mehrwert in Form von höherer Transparenz, reduzierten Stillständen und optimierten Betriebskosten erkennbar sei, „ setzen sich intelligente Antriebslösungen nachhaltig durch“, ist sich der GEMÜ-Experte sicher.
Antriebe sind heute nicht mehr reine Stellglieder, sondern liefern wertvolle Prozess- und Diagnosedaten. Foto: GEMÜ
Diagnosefähigkeit und Condition Monitoring Hinter den Armaturenantrieben liegen bereits einige Meilensteine – sie haben sich technologisch bereits stark weiterentwickelt. „ Fortschritte in Sensorik, integrierter Elektronik und insbesondere bei elektrischen Antriebskonzepten ermöglichen heute eine deutlich präzisere und stärker anwendungsorientierte Auslegung“, berichtet Marco Becker. Und die Industrieunternehmen haben sich bereits auf den Weg gemacht: Neben der reinen Stellfunktion gewinnen Diagnosefähigkeit und Condition Monitoring zunehmend an Bedeutung. „ Besonders dynamisch sind Branchen mit hohen Anforderungen an Prozesssicherheit und Dokumentation, etwa Pharma, Biotechnologie und Lebensmittelindustrie.“ Hier spiele die Optimierung von Wartungszyklen und Anlagenverfügbarkeit eine zentrale Rolle.

Antriebe sind nicht mehr reine Stellglieder

In der Praxis beobachtet GEMÜ zudem eine zunehmende „ Elektrifizierung“ klassischer pneumatischer Systeme: „ Pneumatische Antriebe werden verstärkt mit elektrischen Stellungsrückmeldern oder intelligenten Ventilansteuerungen kombiniert, um Inbetriebnahme, Diagnose und Integration in übergeordnete Leitsysteme zu vereinfachen“, erläutert Marco Becker. In Reinraum- und
Hygienebereichen, in denen aus Qualitäts- oder Effizienzgründen bewusst auf Druckluft verzichtet wird, sind vollelektrische Antriebe häufig die bevorzugte Lösung. „ Sie ermöglichen eine hohe Energieeffizienz, sind gut in Condition-Monitoring-Konzepte integrierbar und erfüllen gleichzeitig hohe Anforderungen an Robustheit und Prozesssicherheit.“
DATEN FÜR EFFIZIENZ UND WARTUNG Die Digitalisierung hat die Armaturenbranche bereits grundlegend verändert, insbesondere durch vernetzte, kommunikationsfähige Antriebe, integrierte Sensorik und die Möglichkeit zur kontinuierlichen Zustandsüberwachung. Marco Becker: „ Antriebe sind heute nicht mehr reine Stellglieder, sondern liefern wertvolle Prozess- und Diagnosedaten, die für Effizienz, Anlagenverfügbarkeit und Wartungsstrategien genutzt werden können.“ Damit tragen Antriebe dazu bei,
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