ZEHN MINUTEN | 02 Mai Klimaresilientes Bauen – Prävention und Protektion(clone) | Page 4

Innovations-Spotlights: Neue Ansätze für klimaresilientes Bauen
In den Innovations-Spotlights wurden verschiedene zukunftsweisende Projekte vorgestellt: Dr. Bert Droste-Franke vom Institut für qualifizierende Innovationsforschung und-beratung( IQIB) stellte das Forschungsprojekt KAHR( Klimaanpassung, Hochwasser, Resilienz) vor, das in den durch die Ahrtalflut betroffenen Regionen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen Maßnahmen zur Klimaanpassung entwickelt. Mit über 120 Veranstaltungen und fast 2.500 Beteiligten, allein schon zum Thema Objektschutzmaßnahmen bezieht das Projekt die Bevölkerung aktiv mit ein und integriert diese und andere Perspektiven in die Forschungsarbeit. Besonders kritische Infrastrukturen wie Kliniken, Feuerwehren und Brücken stehen dabei im Fokus von Schutzmaßnahmen und besserem Wiederaufbau. Aus den bisherigen Ergebnissen wurde unter anderem ein Praxisleitfaden für von Hochwasser betroffene Kommunen veröffentlicht.
Auch aus Österreich wurden innovative Ansätze für klimaangepasste Stadtplanung vorgestellt. Daniel Zimmermann, Mitglied der KlimaKonkret Initiative aus Wien, präsentierte Konzepte zur Erhaltung von Grünflächen und zur gezielten Verschattung sowie Modelle der harmonischen Integration von Wasserspeichersystemen in Stadtplanungskonzepte.
„ Prävention und Protektion müssen Hand in Hand gehen – nachhaltiges Bauen ist ein Zusammenspiel aus Materialwahl, Bauweise und intelligenter Planung..“
Christian Hildenbrand Geschäftsführer der Heberger GmbH
Schwammstadtkonzepte für Bäume werden dabei mit der Renaturierung urbaner Flächen kombiniert, um die Auswirkungen von Hitzewellen zu minimieren und Hochwasserrisiken zu senken. Sowohl in der Bestandstadt, wie auch im Neubau, mit dem Ziel der maximalen natürlichen Kronenüberschirmung durch vitale Bäume.
Als drittes Spotlight stellte Anna Baber, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachbereich Architektur der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau, das t-lab vor, eine Werk- und Forschungshalle für nachhaltigen modularen Holzbau. Der auf dem Campus Diemerstein gelegene Hochschulstandort in reversibler Holzbauweise wurde mit dem Deutschen Ingenieurbaupreis 2024 ausgezeichnet. Im Rahmen des Forschungsprojekts „ DAsS- Gewachsene Dorfstrukturen stärken – Aufwertung der Bausubstanz mit Methoden der seriellen Sanierung“ wird zudem am t-lab in Kooperation mit der Hochschule Koblenz untersucht, wie bestehende Dorfstrukturen durch serielle Sanierung aufgewertet und alte Gebäude in neue Nutzungskonzepte überführt werden können.
Eine besondere Rolle spielt dabei der Einsatz nachhaltiger Rohstoffe, unter anderem die Kombination von Stroh, Lehm und Holz. Das Projekt wird durch das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität, das Klimabündnis Bauen Rheinland- Pfalz und das Bauforums Rheinland-Pfalz gefördert.