WELLNESS WORLD Business 4-2014 | Page 40
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Es grünt so grün: Vegan zu leben, bringt
Körper und Geist in Balance. Und schont
die Umwelt ganz nebenher.
Infobox 1:
Die Veganblume wird von der britischen Vegan Society vergeben und
zertifiziert Produkte, die weder an Tieren getestet wurden noch tierische
Substanzen enthalten. Synthetische
Zutaten werden akzeptiert. Trotzdem
ist die Schnittmenge zwischen Naturkosmetik und veganen Beauty-Produkten sehr groß. „Bei uns enthalten
179 von 250 Produkten keine tierischen Inhaltsstoffe“, sagt Sabine Kästner, Pressesprecherin bei Lavera.
Aber auch viele konventionelle Kosmetikhersteller bieten vegane Pflege
an – und versuchen darüber hinaus,
den Tieren zu helfen. Lush beispielsweise veranstaltete im Juni 2010 eine
Aktionswoche, während der die Kunden an ihren Bürgermeister schreiben
konnten, um die Stadt zu einem
„fleischlosen Freitag“ zu bewegen.
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kosmetik&Leben
zen, und zwar genau in der richtigen
Dosierung“, erklärt Dr. Markus Keller,
Ernährungswissenschaftler bei Vebu
(Vegetarierbund Deutschland). Wichtig ist allerdings, genug Eisenquellen,
etwa Hirse, in den Speiseplan zu integrieren. Und auch mal Milch und Eier
zu essen, da diese beiden Nahrungsmittel das Nerven-Vitamin B12 liefern, das
in Pflanzen nicht vorkommt. Wer sich
streng vegan ernährt, kann auch auf
Sojamilch ausweichen, die mit Vitamin
B12 angereichert wurde. Aber nun wieder zurück zur Schönheit: Pflege, die
ohne tierische Substanzen auskommt,
trifft also absolut den Zeitgeist. Wer
allerdings glaubt, dass es sich dabei
automatisch um Naturkosmetik handelt, täuscht sich: Vegan bedeutet
zunächst nur, dass keine Wirkstoffe tierischen Ursprungs darin stecken. Biohersteller setzen aber oft Milch, Honig
oder Bienenwachs ein – mit dem Argument, dass diese Wirkstoffe ja von
lebenden Tieren stammen.
Umdenken erforderlich: böse Überraschungen im Beauty-Regal. Was viele
Kunden überrascht: Kosmetik ohne tierische Inhaltsstoffe zu finden, erweist sich
oft als unerwartet schwierig. Klar, promi-
nent ausgelobten Luxuswirkstoffen wie
Lachs, Kaviar oder Gelée royale kann man
leicht aus dem Weg gehen. Nicht so den
Hilfsstoffen, deren tierischen Ursprung
viele gar nicht kennen. Oder wussten Sie,
dass Keratin für Shampoos und Haarkuren aus zermahlenen Hufen, Federn und
Hörnern hergestellt wird? Natürliches
Erdbeeraroma stammt oft aus Hühnerfüßen und Seifenstücke haben in der Regel
eine Basis aus Rindertalg. Der Haut schaden diese Wirkstoffe nicht. Aber eben
unserem neuen ethischen Bewusstsein.
Zwar muss in der Regel kein Tier extra
sterben, um diese Substanzen zu gewinnen, weil es sich um Schlachtabfälle handelt – das ist aber auch kein schöner
Gedanke. Und unbedingt nötig sind diese
Substanzen in den Produkten auch nicht,
weil den Herstellern genug Ersatzstoffe
zur Verfügung stehen. Außerdem gibt es
noch eine zweite Möglichkeit, ohne tierische Beauty-Zutaten auszukommen:
„Einige konventionelle Hersteller weichen
auf synthetische Inhaltsstoffe aus“, sagt
Christine Esch von der Tierrechtsorganisation PETA. Das erklärt, warum relativ
oft veganer Nagellack angeboten wird,
aber kaum Bionagellack. Der vegane
Nagellack besteht zu einem großen Teil
aus Chemikalien – ist dadurch aber tatsächlich vegan. Daher sind die veganen
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4/2014