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Denise Graf von Amnesty International meint:
« Für eine Ausschaffung kann bereits reichen, dass ein junger, gesunder Afghane einen entfernten Onkel in Kabul hat. »
Eritrea
Trotz Spannungen an der Grenze zu Äthiopien, herrscht in Eritrea kein akuter Krisenzustand. Das Problem liegt in den politischen Strukturen: In Eritrea muss jede und jeder einen staatlichen Wehrdienst leisten. Das kann im Militär sein, aber auch in Spitälern oder Ämtern. Das Bedenkliche hierbei ist, dass dieser Wehrdienst unbefristet ist beziehungsweise nach Gutdünken des Staates. Einige Menschen müssen bis ins hohe Alter diesen Wehrdienst leisten. Die Bewohner von Eritrea können ihren Beruf nicht selber wählen, sondern bekommen eine Arbeit zugeteilt und werden zu dem so schlecht bezahlt, dass sie mit ihrem Lohn nicht einmal die Miete bezahlen können. Menschenrechtsaktivisten reden von einer staatlichen Sklavenhaltung. Offiziell konnte man der eritreischen Regierung aber noch keine eindeutige Verletzung der Menschenrechte nachweisen. Auch setzt der Staat seine Gesetzte um, welch jedoch so schwammig formuliert sind, dass diese von den Beamten nach eigenem Ermessen ausgelegt werden können. Aus diesen Gründen sind Asylsuchende aus Eritrea nach der Definition der Flüchtlingskonvention keine Flüchtlinge.
Wieso sind dennoch so viele aus Eritrea in die Schweiz gekommen? In den ersten drei Quartalen waren Eritreer die grösste asylsuchende Bevölkerungsgruppe in der Schweiz. Auf das ganze Jahr 2015 verteilt haben 9’ 966 Eritreer in der Schweiz ein Asylgesuch eingereicht, was einer Zunahme von 44 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Ein Grund dafür war die Einschätzung der Schweiz, dass in Eritrea die