Der 9. November als Nationalfeiertag der Wiedervereinigung scheiterte am Widerstand jener, die dieses Datum wegen der „ Kristallnacht” ausschließlich im Zeichen deutscher Sühne sehen wollten.
Vor 150 Jahren
KÖNIGGRÄTZ – 1866
ein Wendepunkt in deutscher Geschichte
Erst der Weltkrieg 1914 – 18 stellte das blutige Ringen der „ Schlacht bei Königgrätz” in Schatten. Damals, vor 150 Jahren kämpften Deutsche gegen Deutsche, es standen sich die( damalige) Weltgroßmacht Österreich( mit Verbündeten) gegen das aufstrebende Preußen( mit Verbündeten) gegenüber. Ein Kampf auf Leben und Tod, worüber viel und verschieden in der Geschichte geschrieben wird.
Hier nur eine kurze Zusammenfassung der damaligen Zeit und Geschehnisse:
DEUTSCHER KRIEG
Der Deutsche Bund brachte nicht den in den Befreiungskriegen ersehnten Nationalstaat und wurde von Österreichs Kanzler Metternich gegen nationale Bewegungen eingesetzt. Doch bezähmte der Bund Separatismus und schreckte fremde Imperialisten vor weiterem Raub deutschen Landes ab, so dass Deutschland ein halbes Jahrhundert von Krieg verschont blieb. Durch den Deutschen Krieg zwischen Österreich und Preußen, seinen beiden Hauptmächten, brach der Deutsche Bund 1866 auseinander und wurde aufgelöst. Der Dualismus, also das Ringen der deutschen Großmächte Österreich und Preußen um die Vorherrschaft in Deutschland, entlud sich 1866 im Deutschen Krieg. Auf Preußens Seite standen neben Sachsen-Coburg und Lippe nach einigem Zögern weitere norddeutsche Kleinstaaten; außerdem gab es ein Bündnis mit Italien. Mit Österreich fochten Sachsen, Bayern, Württemberg, Baden, Hannover, beide Hessen, Nassau und nach längerem Schwanken andere süddeutsche Kleinstaaten; zudem hatte sich Wien bemüht, Frankreich als Bundesgenossen zu gewinnen. Während die Österreicher unter Erzherzog Albrecht und Kontreadmiral Tegetthoff die Italiener besiegten, mussten sie sich den Preußen unter Führung des genialen Moltke geschlagen geben. Der entscheidende preußische Sieg wurde am 3. Juli 1866 bei Königgrätz errungen. BISMARCK setzte gegen heftigen Widerstand im eigenen Lager schleunigen Waffenstillstand, Ver- zicht auf Einmarsch in Wien und maßvolle Friedens bedingungen durch. So hielt er Napoleon III. aus dem Krieg, schuf die Voraus- setzung für die Wiederannäherung der deutschen Bruderstaaten, löste den Deutschen Bund auf und stellte die Weichen für das zweite Deutsche Reich unter Preußens Führung.
Schlacht von Königgrätz( Gemälde von Georg Bleibtreu)
In der Schlacht bei Königgrätz trafen im Deutschen Krieg die Truppen Preußens beim Dorf Sadowa am 3. Juli 1866 auf die Armeen Österreichs und Sachsens. In einem Gelände von etwa zehn Kilometern Breite und fünf Kilometern Tiefe bekämpften sich über 400.000 Soldaten in einer verlustreichen Schlacht. Zentren der Kämpfe bildeten die strategisch wichtigen Hügel Svíb bei Maslowed und Chlum bei Schestar. Durch den Sieg in dieser kriegsentscheidenden Schlacht wurde Preußen Führungsmacht in Deutschland und Bismarck setzte damit die kleindeutsche Lösung durch. Die Schlacht gilt als einer der Wegbereiter für die Deutsche Reichsgründung 1871.
In mehreren Sprachen wird die Schlacht nach dem Dorf Sadowa benannt, insbesondere auch in Frankreich, wo sie als politische Niederlage wahrgenommen wurde und in Folge der Ruf „ Rache für Sadowa!” aufkam. – ri – ❖
Arthur Görgey – Gemälde von Miklós Barabás
Görgey Gedenkjahr
Vor 100 Jahren( am 21. Mai 1916 in Budapest) starb ARTHUR GÖRGEY von Görgô und Toporz, der am 30. Januar 1818 in To po- rec / Toporc in der Zips( heu- te Slowakei)( als Johannes Arthur Woldemár Görgey) geboren wurde und bekann- ter ungarischer General während der Revolution 1848 gewesen ist.
Görgey trat 1837 als Leutnant in die königlich ungarische Leib- garde, obwohl er dann nach dem Tod seines Vaters 1845 aus der Armee schied und nach Prag ging, wo er an der Karls-Universität Chemie studierte.
Zurückgekehrt machte er Karriere bei der Armee, wurde ständig befördert, hatte sich in den Kämpfen von 1948 – 49 einen Namen gemacht, so dass er – nach vielem Zögern von Kossuth – im April 1949 das Oberkommando über das ungarische Heer erhielt.
Der nun folgende Aprilfeldzug lieferte in einer ununterbrochenen Reihe von Siegen beeindruckende Beweise für Görgeys Feldherrnkunst. Anstatt jedoch jetzt offensiv über die österreichische Grenze zu gehen, wandte er sich Ofen zu, das die Österreicher unter General Hentzi noch besetzt hielten und nahm nach dreiwöchiger Belagerung am 21. Mai die Ofener Festung. Die Würde eines Feldmarschalls, die ihm Kossuth zum Lohn anbot, lehnte Görgey ab, nahm aber das Kriegsministerium im Minis- terium Szemere an.
In der Folge ließ Görgey drei Wochen untätig verstreichen, während denen die Russen gemäß dem russisch – österreichischen Interventionsvertrag an mehreren Stellen über die Grenze eindrangen. Eifersucht und Meinungsverschiedenheiten zwischen Görgey und Kossuth gaben nun dem Krieg eine verhängnisvolle Wendung. Görgey weigerte sich, den Rückzug Richtung Theiß anzutreten und wagte, – durch das weitere Vordringen der Russen von der Hauptstadt und dem Regierungssitz Szegedin abgeschnitten, – am 11. Juli 1849 noch die Schlacht bei Komorn, erlitt hier aber eine Niederlage. Er musste sich auf die Festung Komorn zurückziehen und begann endlich am 13. Juli den Abmarsch Richtung Theiß. Die Russen folgten zwar, erreichten ihn jedoch nicht, bis er schließlich am 8. August in Arad eintraf. General Dembinski erlitt bei Temeswar am 9. August eine vollständige
( Fortsetzung auf Seite 14)
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