re Sichtweise sehr beschäftigt- auch als Schafsprächspartnerin während meines Besuchs, Maria Gutyán. Sie ist wie Agnes Vislóczki eine Verwandte von Nikolaus Kéringer. „ 2010 kam es dann zur Gründung der deutschen Selbstverwaltung. Unser Ziel ist die Bewahrung der Werte und die Wiederbelebung der Traditionen”, so die pensionierte Kindergärtnerin.
Dazu gehört die Fuß-Wallfahrt nach Máriapócs mit seiner berühmten griechisch-katholischen Gnadenkirche. „ Aber auch der Tanz „ napkori mártogatós” oder die Veranstaltungsreihe „ Napkori esték” mit berühmten Referenten gehörten dazu”, ergänzt Nikolaus Kéringer. „ Wir arbeiten dabei für die ganze Dorfgemeinde.” Einen besonderen Stellenwert genieße für ihn der Kontakt zu den sathmarschwäbischen Dörfern dies- und jenseits der Grenze. Man feiere dabei gemeinsam Kirbai( Kirchweih / Kirmes) und gedenke der Verschleppung in die Sowjetunion, die die Bewohner dieses Landstrichs, den die Rote Armee zuerst erreichte, ungemein getroffen habe.
JUNGE UNGARNDEUTSCHE KUNST
„ EIGENMANAGEMENT IST IN UNSE- RER BRANCHE UNENTBEHRLICH“
Interview mit der Malerin Bernadett Breszkovics
Bernadett Breszkovics( Jg. 1992) ist gegenwärtig das jüngste Mitglied der Künstlersektion des Verbandes Ungarndeutscher Autoren und Künstler( VUdAK). Die gebürtige Kumlauerin besuchte das Gymnasium für Kunst in Fünfkirchen( 2007-2012) und anschließend die Ungarische Akademie der Bildenden Künste( 2012-2018). Außerdem absolvierte sie eine Ausbildung zum Budapest Art Mentor( 2022). Sie lebt und arbeitet heute in Budapest. Aus dem Anlass der Vernissage der aktuellen VUdAK- Ausstellung mit dem Titel Quadriga( Fünfkirchen-Budapest), wo auch ihre Arbeiten zu sehen sind, teilte Breszkovics mit dem Sonntagsblatt ihre Gedanken über ihre Arbeiten, über ungarndeutsche Kunst der Gegenwart und über Zukunftsperspektiven von jungen bildenden Künstlern. Mit der Künstlerin sprach Gabriella Sós.
SB: Was sind die Kernelemente Ihrer Arbeit, mit welcher Symbolik arbeiten Sie?
34
BB: Der Schleier als Filter ist als Symbol sowohl in meinen Gemälden als auch in meinen Raumcollagen und Installationen ständig präsent. Ich betrachte Motive und Gegenstände aus dem Alltag durch einen organisch strukturierten Filter, der sich auf populäre Elemente und objektive Realitätsbilder konzentriert und so eine visuelle Schichtung mehrerer Ebenen bildet. Meine Arbeiten basieren auf Vergänglichkeit, Flüchtigkeit und der zufälligen Schichtung von Ebenen. Die Schleier bilden zum Beispiel einen imaginären Raum, der durch subtile, verborgene Inhalte und Gesten die Intuition, die Gefühlswelt und das Unterbewusstsein aktivieren kann. Es ist gut möglich, dass meine Werke auf den ersten Blick sehr wenig miteinander zu tun haben. Anfangs habe ich eher figurale Arbeiten angefertigt und jetzt arbeite ich an einer Reihe mit einer eher abstrakteren Formenwelt. Was diese jedoch verbindet, ist, dass mich unse-