es zu bedenken , dass seit Corona Briefwahlen oder digitale Wahlen viel eher zur Alternative geworden sind , Estland ist unter den Mitgliedsstaaten der EU Vorreiter in dieser Beziehung ) die Stimme der LdU bestimmen . Dies ist ein viel aufwändigeres Verfahren , welches in dieser Form in Kürze nicht verwirklicht werden kann , jedoch zeigt es die Möglichkeiten und den gemeinschaftsstärkenden Effekt der direkten Demokratie .
Eine verwässerte Version dieser Idee wäre eine Pflichtabstimmung der Mitglieder der Vollversammlung , bei der die Stimmen der Mitglieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden . Dies ermöglicht es den Wählern der LdU sich selbst eine Meinung über ihre RepräsentantInnen zu bilden . Ein weiterer , großer Vorteil dieses Verfahrens ist , dass es unsere Vertretung in die Verantwortung nimmt und nicht die Möglichkeit gibt , sich hinter einer Regelung zu verstecken .
Funktion als Partei
In Europa ist es nicht unbekannt , dass eine Partei , die eine Minderheit vertritt , auch zu anderen politischen Themen ausgeprägte Meinungen hat wie zum Beispiel die PKK , die kurdische Partei in der Türkei , die Partei der Dänen in Schleswig-Holstein oder eben die irische Sinn Féin im Vereinigten Königreich . Diese Herangehensweise führt dazu , dass diese Partei eine eindeutige politische Verbindung der Minderheit mit bestimmten politischen Werten etabliert - wobei erwähnt werden muss , dass diese Assoziation zwischen Minderheit und politischem Wertekollektiv eher aus der Perspektive der Mehrheitsgesellschaft wahrnehmbar ist . Doch die Gefahr besteht , dass auch ein Teil der Minderheit aufgrund der politischen Inhalte , die sich nicht mit ihren Vorstellungen / Einstellungen / Werten decken , eine andere Partei sucht . Ob diese Herangehensweise innerhalb der ungarischen politischen Landschaft erfolgreich wäre ? Eher nicht , die Spaltung der gesamten ungarischen Gesellschaft wird sich - auch wenn nicht vollständig- in der ungarndeutschen Gesellschaft abbilden : Die Folge dessen wäre eine Vergrößerung des politischen Risses innerhalb der Gemeinschaft .
Kleinster gemeinsamer Nenner
Eine weitere Möglichkeit ist es eine passive Strategie zu verfolgen , anders formuliert eine Strategie des kleinsten gemeinsamen Nenners . Diese Strategie hätte zur Folge , dass der Abgeordnete der LdU in allen Abstimmungen neutral bleibt , außer in denen , welche die Finanzierung , Ziele und Rechte der LdU direkt betreffen . Dies vermeidet , dass sich neben einer Partei die Minderheitenvertretung profiliert . Sie konzentriert sich so auf das „ Kerngeschäft ” der Landesselbstverwaltung : Ausbau der kulturellen Autonomie durch Projekte , Institutionen und Förderungen . Entscheidend ist es in diesem Szenario , dass ein vertrauensvolles Verfahren bestimmt wird , um die Abstimmungen zu bestimmen , welche zum „ Kerngeschäft “ gehören .
SoNNTAGSBLATT
Workshops für ungarndeutsche Funktionsträger und Pädagogen in der Region West
Das Team des Ungarndeutschen Pädagogischen und Methodischen Zentrums ( UMZ ) hat in diesem Jahr kleinere regionale Workshops organisiert : Die ersten Workshops fanden Ende Juni 2021 in Waschludt / Városlőd ( für 24 Kindergartenpädagogen und Kindergartenleiterinnen sowie Träger von ungarndeutschen Kindergärten ) und in Ödenburg / Sopron ( für 18 Lehrer / innen , Schulleiter / innen und Träger von ungarndeutschen Grundschulen ) statt . Die Workshops liefen an beiden Tagen parallel in zwei Sektionen .
In Waschludt standen die Themen „ Die multisensorische Förderung bei der Sprachentwicklung im Kindergarten “ ( Teréz Radvai , ELTE-TÓK ) und „ Die guten Praxen in der zweisprachigen Erziehung und Traditionspflege im Kindergarten “ ( Maria Gasser-Karsai , UMZ ) im Mittelpunkt .
In Ödenburg stellte Maria Frey , Referentin und Lehrbuchautorin , aktuelle Ergebnisse der Neurodidaktik vor . In ihrem Workshop handelte es sich unter anderem um die neuen Lernstrategien und das kindgerechte Lernen , in dem der Unterricht mehrkanalig wird . Parallel traf sich László Appel mit den Institutionsleitern und Trägern der Nationalitätenschulen , um über die aktuellen bildungspolitischen Themen zu diskutieren . Im Anschluss wurden Möglichkeiten der Netzwerkbildung thematisiert .
Die Rückmeldung waren durchgehend positiv – es wurden aber auch Wünsche geäußert : Die Pädagogen würden gerne mehr über verhaltensauffällige Kinder und den digitalen Unterricht erfahren . Die Leiter / innen und Funktionsträger / innen interessieren sich eher für Themen wie Organisationsförderung und Handlungsstrategien der Konfliktlösungen .
Die Fachtagung in Waschludt und Ödenburg wurde von dem Bundesministerium des Innern , für Bau und Heimat aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert .
LdU-Presse , bearb . von R . Guth
Fazit ?
Es gibt keine hundertprozentige Lösung für das politische Dilemma unserer Minderheitenvertretung . Ersichtlich ist jedoch , dass unter den Gesichtspunkten des politischen Klimas und der Infrastruktur der Landesselbstverwaltung eine „ passive “ Strategie die erfolgsversprechende zu sein scheint . Denn Ambitionen sollten sich lediglich auf die Kernthemen konzentrieren , die der LdU ermöglichen mit ihren eigenen Themen zu werben , ohne dass sie an den Kämpfen der Tagespolitik teilnehmen müsste . Dies bietet die Möglichkeit einen bedeutenden Teil der Wähler zu gewinnen , die sich stärker mit dem Ungarndeutschtum identifizieren als mit den verschiedenen politischen Parteien .
Schweigen ist nicht immer Gold
Es ist sicher , dass jede geplante Änderung oder eben Nicht-Änderung des politischen Verhaltens unserer Minderheitenvertretung in einem spürbaren Teil der Ungarndeutschen Unmut hervorrufen wird . Sicher ist jedoch , dass alle Ungarndeutschen - und das gänzlich und parteiübergreifend - eine
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