streuten Angehörigen und Freunde suchten und mühsam um Arbeit oder ein Dach über dem Kopf kämpften . Diese erste Phase wurde abgelöst durch eine Epoche des Aufbaus . Für die meisten Donauschwaben bedeutete dies den Bau eines eigenen Hauses und beruflich den Wechsel in eine andere , oft bessere Position . Diese Ziele erforderten eine Menge an Fleiß , Zielstrebigkeit , aber auch an Anpassungsfähigkeit , Flexibilität sowie Erfindergeist .
In seinem Vorwort schreibt Erzbischof em . Dr . Robert Zollitsch , ein aus der Batschka stammender Donauschwabe : „ Seit langem warten wir auf eine umfassende Aufarbeitung und Darstellung der Eingliederung der Donauschwaben in die deutsche Nachkriegsgesellschaft . Das Geschick und die Geschichte der donauschwäbischen Heimatvertriebenen stehen immer noch weitgehend im Schatten der historischen Forschung und Darstellung . Mit seinem Werk greift Ingomar Senz ein wichtiges Kapitel unserer Nachkriegsgeschichte auf und arbeitet sie grundlegend auf . Deutsche Politiker , Historiker und Journalisten sprechen gerne von der ‚ rundum geglückten Integration der Vertriebenen ‘. Wir haben selbstverständlich auch allen Grund , für die Aufnahme von uns Vertriebenen im kriegszerstörten Nachkriegsdeutschland und die damit verbundene Eingliederung dankbar zu sein . Doch Aufnahme und Bemühen um Eingliederung waren in oft harter Umgebung auch mit großer Mühe , mit vielen Problemen , mit Ablehnung und Abweisung verbunden . So spricht der Historiker Andreas Kossert durchaus mit Recht von einer ‘ kalten Heimat ‘, in die Vertriebene oft kamen . Auch dies gehört zur ganzen Wahrheit . Ingomar Senz geht den verschiedenen vielfältigen Schritten und Wegen nach , die sich aus der Aufnahme Vertriebener ergaben und schließlich zu ihrer Eingliederung , ja bald darauf auch zu ihrer ‚ Integration ‘ führten . Dass dies möglich war , lag auch am Einsatz der Vertriebenen , die mit Gestaltungswillen und großem eigenem Engagement entscheidend zum Wiederaufbau und zum deutschen Wirtschaftswunder beitrugen .“
Das Buch mit der ISBN : 9783934726963 kann bestellt werden bei : Dr . Ingomar Senz , Auweg 2a , 94469 Deggendorf , Tel . 0991 – 343750 , Email : ingomar . senz @ gmail . com
Buchbesprechung Csaba Földes ( Hrsg .): Kontaktvarietäten des Deutschen im Ausland . Narr- Verlag Tübingen , 2021
Von Prof . Dr . Nelu Bradean-Ebinger
Dieser voluminöse Band von 512 Seiten enthält 27 Beiträge der gleichnamigen Tagung , die als dritte Konferenz der „ German Abroad-Reihe ” im März 2018 an der Universität Erfurt stattgefunden hat . Der inhaltliche Schwerpunkt der Beiträge liegt auf aktuellen Kontaktkonstellationen , in denen Varietäten des Deutschen mit anderen Sprachvarietäten außerhalb des zusammenhängenden deutschen Sprachgebiets koexistieren und interagieren . Ein zentrales Ziel ist es , charakteristische Merkmale solcher Kontaktvarietäten der deutschen Sprache aufzuzeigen , zu beschreiben und zu interpretieren , wobei der Aspekt der Interkulturalität eine vorrangige Rolle spielt . Somit kommt z . B . dem Kommunikationsverhalten deutschsprachiger Gruppen / Minderheiten in traditionellen „ Sprachinseln “ und in sonstigen inter- bzw . transkulturellen Konfigurationen wie in Migrationskontexten eine hohe Relevanz zu . Fokussiert wird dabei sowohl auf Sprachstrukturen und Sprachverwendungsaspekte als auch auf sozialpsychologische Faktoren .
SoNNTAGSBLATT
Im ersten Teil finden wir 17 Vorträge zum Thema „ Aspekte von Deutsch im nicht-deutschsprachigen Ausland unter Berücksichtigung von Kontaktvarietäten im Bereich der Mündlichkeit ”, von denen folgende hervorzuheben sind : - Nina Berend / Elena Frick : Russlanddeutsche Dialekte online . Dokumentation , Präsentation und Recherche deutscher Auslandsvarietäten im Internet am Beispiel des Russlanddeutschen - Csaba Földes : Aktuelle Dynamiken im Deutschen als Minderheitensprache : am Material ungarndeutscher Dialekte bairischer Provenienz - Sebastian Franz / Alfred Wildfeuer : Sprachliche Identität in mehrsprachigen Räumen . Deutschbasierte Minderheitensprachen in Italien , der Ukraine und den USA - Lucas Löff Machado : „ die Johre wor enne dorichkomm , enne von driber , en alemão “. Sprachnorm und Mehrsprachigkeit in Südbrasilien - Claudia Maria Riehl : Sprachkontakt und Spracherosion . Perspektiven der vergleichenden Sprachinselforschung - Adam Tomas : Das Pennsylvaniadeutsch-Paradoxon oder : Grammatikalisierung trotz Stigmatisierung ? - Marianne Zappen-Thomson : Deutsch in Namibia – eine Sprache im Kontakt .
Der zweite Teil widmet sich dem Thema „ Aspekte von Deutsch im nicht-deutschsprachigen Ausland unter Berücksichtigung von Kontaktvarietäten im Bereich der Schriftlichkeit “: - Boris Blahak : Deutsch und Jiddisch im Kontakt . Jüdische Sprachvarietäten im Umkreis Franz Kafkas im Spannungsfeld von Ethnolekt , Literatur- und Lernersprache - Delia Cotârlea : Zum heutigen Gebrauch des Schuldeutsch in Rumänien . Interferenzerscheinungen bei Schülern mit rumänischer Muttersprache - Nicole Eller-Wildfeuer : Linguistic Landscape im Minderheitensprachenkontext . Mehrsprachigkeit als kultureller und ökonomischer Faktor bei bairischen und alemannischen Sprachsiedlungen im italienischen Alpenraum - Elisabeth Knipf-Komlósi : Merkmale von geschriebenen dialektalen alltagssprachlichen Texten bei der ungarndeutschen Minderheit - Réka Miskei / Marta Müller : Einstellungen von jüngeren und älteren Ungarndeutschen zur deutschen Sprache und zu ihren Sprechern .
Die sog . Kontaktlinguistik blickt auf eine Geschichte von 50 Jahren zurück , Prof . Dr . Peter H . Nelde von der Uni Brüssel organisierte die erste internationale Tagung zum Thema „ Kontakt und Konflikt “. Er hat auch das Buch „ Deutsch als Muttersprache in Ungarn . Deutsche Sprache in Europa und Übersee . Band 13 . Stuttgart 1990 ” herausgegeben , eine Pionierarbeit in der Erforschung der ungarndeutschen Minderheitensprache .
Das vorliegende Buch ist nicht nur Sprachwissenschaftlern , sondern auch den Interessenten für die deutschen Minderheitensprachen weltweit zu empfehlen .
Unsere Zukunft wird auf Deutsch geschrieben !
WERDEN SIE MITGLIED DER JAKOB BLEYER GEMEINSCHAFT FÜR EINE PROSPERIERENDE UNGARNDEUTSCHE ZUKUNFT !
UNSER SCHICKSAL LIEGT IN UNSEREN HÄNDEN !
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