Sonntagsblatt 1/2026 | страница 10

stark von der Vertreibung getroffen: Heute stellten die Deutschen knapp 40 % der Bevölkerung. Auch Westeuropäer, Deutsche, Belgier und Niederländer hätten sich im Dorf niedergelassen und stellten 5 % der Bewohnerschaft – hier sei die Umgangssprache Deutsch. Die Madjaren, Sekler und Madjaren aus dem ehemaligen Oberungarn kämen auf 40 %, die Roma auf etwa 15-20 %. In den letzten Jahren und Jahrzehnten hätten viele den Ort Richtung Großstädte und deutschsprachiges Ausland verlassen. Besonders freut es die dreifache Mutter Rita Szelig, dass viele nach Wemend zurückkehren: So stellen die Rückkehrer die Hälfte der Gemeinderäte. Die Nähe zur Autobahn M6 biete Vorteile bei der Arbeitssuche: So pendelten viele nach Sexard, Mohatsch, Badersek / Bátaszék oder Fünfkirchen.
Die gesellschaftlichen Veränderungen seien am Kindergarten auch nicht spurlos vorübergegangen: So beobachtet die erfahrene Pädagogin, dass die Kinder oft Konzentrationsprobleme hätten, da sie in einer bildlichen Realität aufwachsen würden: „ Aber gerade in dem Alter ist das Tun entscheidend”, so Szelig. Auch Verhaltensauffälligkeiten stelle sie immer wieder fest. Die neue Generation Kindergärtnerinnen bringe dabei eine andere Motivation mit- und trotz besserem Zugang zum Erlernen der deutschen Sprache seien die Sprachkenntnisse nicht immer überzeugend, was sich gerade in Alltagssituationen zeige.
Ebenso wünscht sich Rita Szelig, dass die Grundschule die begonnene Deutsch-Spracherziehung fortsetze: Hier hat die erfahrene Pädagogin den Eindruck, dass die Elementarschule nicht an das im Kindergarten Erarbeitete anknüpfe.
Pressedienst des Verbandes der deutschen altösterreichischen Landsmannschaften in Österreich( VLÖ) PA2026-03; 12.02.2026

DIE ÖKONOMIE DER MACHT UND DAS ERBE EUROPAS:

PROF. ROMAN SANDGRUBER BEGEISTERTE IM HAUS DER HEIMAT MIT PROFUN- DER ANALYSE DER HABSBURGER
Ein besonderer Abend, der den Bogen von den Silberminen Südamerikas bis zur Zukunft des europäischen Einigungsgedankens spannte: Am Dienstag, den 10. Februar 2026, luden der Verband der deutschen altösterreichischen Landsmannschaften in Österreich( VLÖ) und die Paneuropabewegung Österreich zu einer außergewöhnlich gut besuchten Buchpräsentation in das Wiener „ Haus der Heimat“. Der renommierte Historiker Prof. Dr. Roman Sandgruber präsentierte sein neues Standardwerk „ Habsburg. Die wichtigste Dynastie der Welt“ und lieferte eine Analyse, die weit über gängige Geschichtsbücher hinausgeht.
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Nachdem VLÖ-Präsident Norbert Kapeller das vollbesetzte Forum begrüßt und die besondere Bedeutung des „ Hauses der Heimat“ als lebendigen Ort der Erinnerungskultur und Brücke zur Geschichte Altösterreichs hervorgehoben hatte, übergab er das Podium an den Ehrengast des Abends. Prof. Roman Sandgruber entfaltete daraufhin ein faszinierendes Panorama von 750 Jahren Weltgeschichte, das die Zuhörer durch seine analytische Schärfe und eine außergewöhnliche Detailtiefe von der ersten Minute an in seinen Bann zog.
Revision eines Weltbildes: Realpolitik statt Hochzeitsglück
Ein zentraler Punkt von Sandgrubers Ausführungen war die kritische Revision des berühmten Mottos „ Bella gerant alii, tu felix Austria nube“. Der Autor räumte mit der romantisierten Vorstellung auf, die Habsburger hätten ihr Weltreich allein durch glückliche Eheschließungen „ zu-