's Dorfblattl Haiming - Digitalausgabe Dorfblattl Haiming Frühjahr 2017 - 02/17 | Page 16

Gedanken zu unserer Natur
Rund um ´ s Haus
Chronik
´ s Dorfblattl Haiming
Gedanken zu unserer Natur

Respektvoller Dialog für die Zukunft des Forchets

Frühling wird’ s, die Sonne strahlt jeden Tag länger, und der Waldboden gleicht wieder einem großen rosaroten Teppich aus Erika. Viele von uns genießen in diesen Tagen lange Spaziergänge im Forchet, bei denen man Erholung im ruhigen Wald findet. Weniger ruhig, sondern eher bunt geht’ s jedoch seit einiger Zeit auf gemeindepolitischer Ebene zu, wenn man aufs Forchet zu sprechen kommt. 2015 hätte die Firma Handl auf einer Fläche von zehn Hektar im Forchet angesiedelt werden sollen. Damals haben 1256 Haiminger Gemeindebürger dafür unterschrieben, dass dieser Waldteil als Naherholungsgebiet erhalten bleibt. Nun wird ebendiese Waldfläche wieder in Betracht gezogen für eine Erweiterung des Gewerbegebiets. Auf einer Fläche von sechs Hektar sollen Industrie- und Gewerbebetriebe Platz finden. Viele Haiminger Bürger haben im Zuge des Verfahrens gegen diesen Entwurf bei der Gemeinde Stellungnahmen eingereicht, die genaue Zahl wurde noch nicht bekannt

gegeben. Es stellt sich die Frage, ob diese Umwidmung wirklich noch im öffentlichen Interesse ist? Haiming liegt mit Kommunalsteuereinnahmen von 1,5 Mio. € bereits im Jahr 2015 nach Imst und Sölden ganz vorne. Zukünftig kommt hier noch die Firma Handl als großer Steuerzahler hinzu.
Die Grafik zeigt die Fläche von weiteren sechs Hektar, deren Umwidmung und Rodung des Forchetwaldes geplant ist.
Auch kann Haiming nicht von sich behaupten über wenig Gewerbeund Industriegebiet zu verfügen. Allein in den letzten 30 Jahren hat sich das Gewerbe- und Industriegebiet im Forchet von 24 Hektar auf 55 Hektar mehr als verdoppelt. Auch damit liegen wir verglichen mit ähnlich großen Gemeinden im Spitzenfeld. Währenddessen wurden durch vielfältige Nutzungsänderungen und Umwidmungen allein zwischen 2005 und 2014 25,88 Hektar des Forchetwaldes gerodet. Festzuhalten ist: Das Forchet schrumpft, und das in steigendem Tempo. Damit geht auch ein einzigartiger Naturraum verloren. In einem Gutachten übers Forchet aus dem Jahr 2015 wird festgestellt, dass dieser Wald ein „ hochwertiges Biotop“ ist, ein wichtiger Lebensraum für viele gefährdete und geschützte Tier- und Pflanzenarten. Es werden darin konkrete Schutzmaßnahmen empfohlen, um dieses wertvolle Naturjuwel zu erhalten. Das öffentliche Interesse hat sich gewandelt. Immer mehr Haiminger wünschen sich den Erhalt dieses wertvollen Natur- und Erholungsraums anstatt weiterer Umwidmungen. Haiming steht vor grundlegenden Fragestellungen: Wie soll es mit unserer Gemeinde und dem Forchet weitergehen? Wollen wir Wirtschaftsvergrößerung um jeden Preis? Wie wir uns in diesen Fragen entscheiden, wird langfristige Konsequenzen haben. Umso wichtiger ist es, diesen Dialog auf breiter Ebene zu führen, sodass alle Stimmen gehört werden. Wir wünschen uns dabei einen respektvollen Austausch auf Augenhöhe und hoffen auf eine langfristig orientierte, alle Interessen vereinende Entwicklung der Gemeinde Haiming.( Text und Foto: Marianne Götsch)
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Pflanzentipps für das Frühjahr

Wurzelausläufer entfernen Jetzt im Winter fallen sie besonders auf, die vielen, kleinen Ausläufer, die neben der eigentlichen Pflanze aus dem Boden wachsen. Bei veredelten Pflanzen, wie dem Flieder, ist dies besonders häufig zu beobachten. Die Veredelungsunterlagen der Sträucher machen sich oft selbstständig, indem sie neben der Hauptwurzel neue Ausläufer( Tochterpflanzen) bilden. Frühzeitig eingreifen empfehle ich hier! Man sollte nicht zu lange warten, den unerwünschten Aufwuchs zu entfernen. Sind diese einmal richtig eingewurzelt, wird es sehr, sehr mühsam diese wieder loszuwerden. Sobald es das Wetter im Frühling zulässt, sollten diese entfernt werden. Hierfür empfehle ich einen Spaten direkt neben jedem Ausläufer in den Boden zu stechen und ihn hin- und herzubewegen, um den Bereich zu lockern, dann kann der Sprössling komplett aus dem Boden gerissen werden( keinesfalls nur die oberirdischen Teile abschneiden). So werden nicht nur Triebe, sondern auch schlafende Augen an der Basis mitentfernt, denn genau dort würden nämlich die Ausläufer wieder ausschlagen.
Unkraut unterdrücken Planen Sie bereits ein neues Pflanzbeet im Frühjahr anzulegen? Wenn ja, dann habe ich hier einen kleinen, aber effektiven Tipp für Sie. Eine Unkrautschutzfolie bzw. ein Unkrautschutzvlies unterdrückt lästige Wurzelunkräuter und erspart Ihnen viel Arbeit. Zum Einpflanzen von Stauden, Sträuchern oder Gräsern wird es einfach an den entsprechenden Pflanzstellen eingeschnitten. Das Unkrautschutzvlies kann nach dem Einpflanzen mit einer dünnen Schicht Zierkies oder Rindendekor abgedeckt werden. Mit der Zeit können dennoch vereinzelt einige Unkräuter aufkeimen( Zuflug von Samen), diese können jedoch sehr leicht wieder entfernt werden.( Text: Ing. Josef Norz, BSc, Blumenwelt Norz- Tichoff; Foto: Helmut Strigl)
Seite 16 Frühjahr 2017