nen bleibt ebenso wie seine militärische Stärke
weit hinter der "hard power" der übrigen
Führungsmächte zurück.
In Zukunft muss sicherlich noch mit einem weiteren
Defizit gerechnet werden, weil sich in Brasilien bisher kein innenpolitischer Konsens über die mit einer
Führungsmachtrolle verbundenen politischen und
wirtschaftlichen Kosten erzielen lässt. Die Kalkulierbarkeit des außenpolitischen Engagements Brasiliens wird vom zügigen Abbau beziehungsweise der
Überwindung dieser Defizite ebenso abhängen wie
von den zukünftigen Veränderungen eines durch
zunehmende Multipolarität gekennzeichneten internationalen Systems. Die zentralen Vorstellungen
Brasiliens liegen dabei in der Durchsetzung seiner
nationalen Interessen und seiner Rolle bei der Reform der internationalen Ordnung. Während des
Konsolidierungsprozesses Brasiliens als
Führungsmacht können weder die USA noch die EU
mit einer umfassenden und belastbaren Allianzfähigkeit Brasiliens rechnen, weil das Land zwar
gute Beziehungen zu "dem Westen" pflegen, aber
die entscheidende Unterstützung für seinen weiteren internationalen Aufstieg zur Führungsmacht vor
allem aus dem "globalen Süden" erhalten dürfte.
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