Welthungerhilfe und Benediktiner und endet
mit wirtschaftlichen Veränderungen und dem
vorsichtigen Austausch mit dem Ausland. Die
Mitte des Buches zeichnet eine Bildreportage aus.
Die „Einblicke in ein rätselhaftes Land“ sind
Reisegeschichten, geschrieben von Menschen, die
Menschen treffen. Hier geht es nicht um Kritik und
Politik, es geht um eine Annäherung, um ein Verstehen.
Jeder Reisebericht ist für sich allein genommen bereits
ein Erlebnis, zusammen ergeben sie ein Puzzle, das
Nordkorea, seine Menschen und Ideologie abzubilden
versucht. Die Erlebnisse stammen aus den letzten
15 Jahren und so zeigen sie auch, wie das Land sich
verändert hat und lassen erahnen, in welche Richtung
es sich vielleicht noch verändern wird. Besonders
beeindruckend ist dabei der Bericht von Britta-Susann
Lübke, deren Eltern zwischen 1956 und 1957 in
Nordkorea lebten und arbeiteten. Sie halfen „sozialistische
Bruderhilfen“ und halfen die Stadt Hamhung, die im
Koreakrieg zerstört worden war, wieder aufzubauen.
Lübkes Vater hat das Land nie wieder losgelassen,
damals durften er und seine Frau sich noch frei bewegen,
durften mit Menschen sprechen und Freundschaften
schließen. All dies ist heute in Nordkorea nicht mehr
möglich, jeder Ausländer wird von mindestens zwei
Führern begleitet. Gegenseitig stellen diese nicht nur
sicher, dass die Ausländer nur sehen, was sie sehen
sollen, sondern kontrollieren sich auch gegenseitig,
um ein Fehlverhalten sofort melden zu können.
Dies ist jedoch nur eine von vielen spannenden und
informativen Reisen. „Nordkorea – Einblicke in ein
rätselhaftes Land“ sollte von jedem gelesen werden,
einmal, zweimal, mehrmals. Jeder Abschnitt birgt Neues,
jede Seite regt einen neuen Gedanken an. Es ist nicht das
erste Buch über Nordkorea, das ich gelesen habe, doch es
ist eines der wenigen, das mir im Gedächtnis bleiben wird.
Es erschüttert, stimmt nachdenklich, es informiert und
belustigt und dabei bleibt es den Menschen gegenüber
immer respektvoll, ist nie verächtlich oder belächelnd.
Beim Lesen beschlich mich ein seltsames Gefühl,
eines, das ich Nordkorea gegenüber nie empfunden
habe: Dieses Land möchte man kennenlernen, man
will es mit eigenen Augen sehen. Nicht nur, weil
es kein vergleichbares Land auf dieser Welt gibt,
sondern vor allem auch, weil es ein Land ist voller
nicht gelebter Träume, ein Land voller Menschen,
die, wenn sie offen reden dürften, noch so viel mehr
zu erzählen hätten, als sie in diesem Buch bereits tun.
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